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Geschrieben: 24. Mai, 2017 in Krankheiten von A-Z
 
 

Morbus Parkinson – Das große Zittern

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Am 11. April 2017 fand zum 21. Mal der Welt-Parkinson-Tag statt – am Geburtstag jenes Mannes, dem die Parkinson-Krankheit ihren Namen verdankt, Sir James Parkinson. Im Jahr 1817 beschrieb der englische Arzt erstmals die Krankheit, die später seinen Namen tragen sollte, als „Schüttellähmung“. Ziel des weltweiten Gedenktages ist die Sensibilisierung für die Parkinson-Krankheit, die zu den häufigsten fortschreitenden degenerativen Erkrankungen des zentralen Nervensystems gehört. Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen 250.000 und 300.000 Patienten an einer Form des Parkinsonsyndroms erkrankt. Eine eindeutige Ursache für die Entstehung eines Morbus Parkinson konnte bis heute nicht gefunden werden.

 

Morbus Parkinson, Fotoquelle: 123RF

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Nervenzellen, Fotoquelle: 123RF

Vereinfacht gesagt, sterben bei der Parkinson-Krankheit Nervenzellen im Gehirn ab, wodurch ein Ungleichgewicht im Verhältnis der Nervenbotenstoffe, besonders des Dopamins, entsteht. Dopamin ist maßgeblich an der Motorik beteiligt, weshalb ein Mangel an diesem Stoff zu Bewegungsstörungen mit den typischen Symptomen der Parkinson-Krankheit führt. Dazu gehören vor allem eingeschränkte Beweglichkeit und verarmte Bewegungen, Muskelstarre, Zittern sowie eine instabile Körperhaltung. Bisher hat die Forschung kein Verfahren entdeckt, wie Morbus Parkinson dauerhaft geheilt werden könnte. Alle Behandlungsmöglichkeiten zielen darauf ab, alleine die Symptome und das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen. Eine besondere Rolle spielt dennoch die Früherkennung.

Die Bedeutung von Studien und der Früherkennung

Anders als bei vielen anderen Erkrankungen ist die Früherkennung bei der Parkinson-Erkrankung weniger für den einzelnen Patienten als vielmehr für das allgemeine Verständnis der Parkinson-Krankheit wichtig. Das liegt daran, dass die Früherkennung lediglich einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung geben, es jedoch nicht zweifelsfrei vorhersagen oder ausschließen kann. Bei einem Hinweis auf ein erhöhtes Risiko gibt es auch keinerlei Medikation, die einen letztlichen Ausbruch der Krankheit verhindern könnte. Dennoch ist die Früherkennung sehr wichtig für die forschenden Ärzte, um den Entstehungsprozess und die beteiligten Kriterien erkennen und schließlich beeinflussen zu können.

Die Ursachenforschung ist nicht abgeschlossen

Die Nachrichtenübermittlung innerhalb unseres Gehirns funktioniert durch chemische Botenstoffe, die an den Synapsen, den Schaltstellen verschiedener Nervenzellen, andocken. Ohne diese Botenstoffe, die sogenannten Neurotransmitter, findet keine Kommunikation unter den Nervenzellen statt. Dopamin ist ein solcher Botenstoff. Es wird hauptsächlich in der sogenannten „schwarzen Substanz“ des Gehirns gebildet und steuert die Auslösung und den Ablauf von Körperbewegungen. Bei der Parkinson-Krankheit sterben jedoch die Nervenzellen der schwarzen Substanz zunehmend ab, wodurch es schließlich zu einem Mangel an Dopamin kommt. Die Erkrankung kann sich über eine lange Zeit entwickeln, bis es schließlich zu spürbaren Einschränkungen der Beweglichkeit kommt. Eine Ursache für die Ausbildung eines Morbus Parkinson konnte bisher nicht gefunden werden. Innerhalb der Forscher-Gemeinde diskutiert man genauso den Einfluss von Umweltgiften, z.B. Pestiziden und Schwermetallen, wie die berühmt-berüchtigten freien Radikalen. Auch die Rolle, die eine genetische Veranlagung spielen könnte, wurde noch nicht abschließend bestimmt.

Die Symptome betreffen vor allem den Bewegungsapparat

Erst wenn etwa 60 Prozent der dopaminhaltigen Nervenzellen in der schwarzen Substanz abgestorben sind, treten deutliche Beeinträchtigungen des Bewegungsablaufs auf. Diese Beeinträchtigungen nehmen meist die Form der vier klassischen Hauptsymptome des Morbus Parkinson an: Bewegungsverlangsamung, Muskelversteifung, Zittern und Probleme bei der Körperhaltung und -stabilität.

Die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung ist schwierig

Erste Anhaltszeichen, die für eine Erkrankung sprechen, sind die vier Hauptsymptome. Können mindestens zwei typische Symptome festgestellt werden, spricht das für die Parkinson-Krankheit. Auch eine stark verkleinerte Handschrift, ein gestörter Riechsinn, starke Muskelverspannungen und Schwierigkeiten bei alltäglicher Feinmotorik, z.B. beim Zähneputzen, Zuknöpfen, Schuhebinden oder bei Computerarbeiten, können Indikatoren für einen Morbus Parkinson sein. Zur differentialdiagnostischen Bestimmung können noch bildgebende Verfahren, beispielsweise Computertomografie (CT) und Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT), sowie die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) eingesetzt werden.

Die Therapie richtet sich gegen ein Fortschreiten der Krankheit

Morbus Parkinson ist nicht heilbar. Alle Therapiemöglichkeiten haben die Abmilderung der Symptome und ein Verhindern der Verschlechterung der Situation zum Ziel. Der wichtigste Baustein innerhalb dieses „Behandlungspuzzles“ sind Medikamente. Diese sollen das Gleichgewicht unter den Botenstoffen im Gehirn wieder herstellen. Dabei hat sich besonders Levodopa, eine Vorstufe des Dopamins, bewährt. Eine weitere Möglichkeit, dem Mangel an Botenstoffen entgegenzuwirken, ist eine Dopamin-Pumpe, die den Wirkstoff gleichmäßig und kontinuierlich über eine Sonde abgibt. Eine sorgfältige Abwägung von Risiken und möglichem Nutzen muss vor einem operativen Eingriff stattfinden. Üblicherweise kommt dieser erst in Betracht, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr greift. Eine besondere Hoffnung verbinden die Forscher mit der Stammzelltherapie. Durch sie sollen abgestorbene Gehirnzellen ersetzt bzw. erneuert werden. Was nach einer möglichen Heilung klingt – und bereits von manchen Firmen und Kliniken als solche angeboten wird – befindet sich jedoch noch im Stadium der Forschung. Eine anerkannte und von den Krankenkassen erstattete Therapiemethode ist sie (noch) nicht.

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