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Geschrieben: 30. Mai, 2016 in Deutschland | Reisetipps
 
 

München – Weltstadt mit Herz

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München lockt mit internationalem Flair ebenso wie mit Brauchtum und Bodenständigkeit

München, die Weltstadt mit Herz, ist immer eine Reise wert, nicht nur zur Oktoberfestzeit, wenn sich Japaner, Amerikaner und Touristen aus der Arabischen Welt hier ein Stelldichein geben und die Internationalität besonders zum Vorschein kommt.

München, Fotoquelle: 123RF

Der Slogan „Weltstadt mit Herz“, der ab 1962 für mehr als 40 Jahre vom Stadtmarketing München genutzt wurde, ist zwar 2005 anlässlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft durch „Munich loves you“, also „München mag dich“ ersetzt worden, aber immer noch fast der Hälfte der Gäste bekannt.

Vom Marienplatz bis zum Deutschen Museum

Pflichtprogramm für München-Besucher sind natürlich der Marienplatz mit dem Alten Rathaus samt Glockenspiel, Mariensäule und Fischbrunnen, der Stachus einschließlich der zum Marienplatz führenden Einkaufsmeile, der Odeonsplatz mit Feldherrnhalle und Theatinerkirche. Von dort geht es in die von König Ludwig I. errichtete und nach ihm benannte Prachtstraße, an der sich neben dem Siegestor, der Staatsbibliothek und der innen orientalisch anmutenden Ludwigskirche auch die ebenso monumentalen Gebäude der Ludwig-Maximilian-Universität befinden – einschließlich des Lichthofs, der dank der mutigen, wenn auch selbstmörderischen Aktion der Geschwister Scholl eine schaurige Berühmtheit erlangte. Königsplatz und Pinakotheken sind ebenso einen Besuch wert wie natürlich die Schlösser, angefangen von der zentral am Odeonsplatz gelegenen Münchner Residenz über das Nymphenburger Schloss samt Parkanlage und darin gelegenen Nebenbauten bis zu den Schleißheimer Schlössern und unzähligen Museen. Alle zu besuchen, dürften nicht einmal Münchner schaffen, es muss also je nach Gusto ausgewählt werden. Das Deutsche Museum bietet so ziemlich alles aus Natur und Technik, ist das meistbesuchte Museum Deutschlands und besonders bei Familien beliebt. Auto- und Technikfreaks zieht es außerdem in die BMW-Welt, die Flugwerft Schleißheim oder das Deutsche Museum Verkehrstechnik, Nostalgiker ins MGV-Museum, das eine Zeitreise in Bus und Tram der Verkehrsbetriebe ermöglicht. Familien mit unterschiedlichen Neigungen sei das Schloss Nymphenburg empfohlen. Während Mama sich in den Prunkräumen des Schlosses in eine andere Zeit versetzen lässt, erkundet Papa mit dem Nachwuchs das im Nebengebäude untergebrachte Museum Mensch und Natur.

Stadtführungen in großer Vielfalt

Wer wenig Zeit mitbringt, sollte unbedingt mit einer Stadtführung beginnen. Die gibt es zu Fuß – auch als (nächtliche) Themenführung, mit dem Fahrrad, dem Velo, mit Segway, als Tram-Partyfahrt und natürlich mit dem Doppeldeckerbus, der auf drei verschiedenen Touren an insgesamt 13 Stationen hopp-on und hopp-off ermöglicht, und sogar als Hubschrauberflug. Rachel, Mark und Alex aus Indianapolis möchten eine Radltour machen, die ihnen von Freunden empfohlen wurde. Allerdings sind Amerikaner nicht besonders sattelfest. Wie viel sie zu Hause radeln? Kopfschütteln, eigentlich überhaupt nicht. Ein bisschen kommt die Familie da ins Grübeln. Wie viel Zeit ist eingeplant für die Tour? Die meisten Radltouren beginnen ab drei Stunden, manche dauern auch acht Stunden. Die meisten Anbieter beginnen erst wieder im März/April, einige aber verkürzen die Winterpause. Radlguide Manfred Platz beispielsweise bietet auch im Winter Touren an, je nach Wetterlage.

m_14_oktoberfest-007Natürlich gibt es auch „München für Eilige“ in gut einer Stunde oder die Hot-Spots innerhalb von zwei Stunden. Doch die fixen Zeiten passen nicht zum sonstigen Programm der Familie, die sich dann doch für die flexiblere Busfahrt entscheidet, zumal der Sohn unbedingt noch in den Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten zum Mittagessen möchte. Das ist zwar Massenabfertigung – Münchner bevorzugen die etwas weniger touristischen Locations wie die idyllisch im Nordteil des Englischen Gartens versteckt gelegene Hirschau oder den ebenfalls riesigen Hirschgarten. Ungewohnt für Nicht –Bayern ist die alte Tradition, in den Biergarten eigenes Essen mitzubringen. Das ist zwar nicht immer und überall mehr möglich, aber in bestimmten Bereichen. Am Korb mit mitgebrachten Spezialitäten unter karierter Decke gefüllten Korb sind die Einheimischen zu erkennen. Die wissen auf dem Oktoberfest die „Oide Wiesn“ zu schätzen, auf der mit nostalgischen und entsprechend günstigeren Fahrgeschäften und gemütlichen Bierzelten mit traditioneller Volksmusik das Brauchtum gepflegt wird und es insgesamt einfach gemütlicher zugeht.

Einen guten Überblick findet der München-Tourist auf dem offiziellen Münchner Stadtprotal:

http://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/stadtfuehrungen.html

http://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/orte/207057.html

http://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/museen.html

Zudem gibt es zahlreiche private Anbieter von Rad- oder Bustouren.

Geheimtipps

100-mal verführt München

Wo findet der Nachtschwärmer rund um die Uhr 120 Biersorten aus aller Welt und 250 verschiedene Zeitschriften? Welche Kirche wird Notre Dame der Isar genannt und wie kommt der Bär ins Literaturhaus? Anekdoten und 100 Tipps, München mit allen Facetten kennenzulernen, hat Heide Geiss in ihrem launigen und Laune machenden neuen Freizeitführer für München verarbeitet. „100x verführt München“ heißt das als praktische Klappenbroschur vorliegende Werk, das die Weltstadt mit Herz in fünf Bereiche teilt und auf Besonderheiten aus Altstadt, Norden, Osten, Süden und Westen aufmerksam macht. Das Üblackerhäusl als Stück Haidhausener Geschichte ist hier ebenso erklärt wie die erst 2001 errichtete Echardiner Kapelle – die allerdings eine Vorgängerin hatte, die 250 Jahre zuvor eingeweiht worden war. Bekannte Attraktionen der Weltstadt mit Herz wie Hofbräuhaus, Pinakothek, Viktualienmarkt oder Stacchus dürfen natürlich nicht fehlen. Den besonderen Reiz des 220-seitigen Buches aber machen die weniger bekannten Sehenswürdigkeiten, Cafés und Theater aus. Wer kennt die Krimibuchhandlung glatteis? Oder das Marionettentheater „kleines Spiel“, das mit einer Tragödie begann und nur für Erwachsene spielt. Weiß Ferdl und Kräuter Sepp, Ida’s Milchladen und Bäckerliesl, die Margaretenkirche mit dem höchsten Kirchturm Münchens, Jazzbar Vogler, Weißwürste in der Großmarkthalle oder Entspannung suchen im Kabinettsgarten – es gibt viel zu entdecken in München, gewiss auch noch einiges für die Münchner selbst.

Buchtipp:

Heide Geiss
100 x verführt München
Freizeitführer
Klappenbroschur, 223 Seiten
ISBN 978-3-86913-476-5
€ 14,90 [D] · € 15,40 [A]

Autorin: Dr. Andrea Hammerl

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