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Geschrieben: 10. Oktober, 2014 in Aktuelles | Sport & Bewegung
 
 

Nichts für sanfte Gemüter: „Freeletics“

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Der letzte Schrei aus der Welt der Fitness nennt sich „Freeletics“. Dank einer App und abgestimmten Übungen wird der Körper abgehärtet. Eine große Anzahl von Nutzern prahlt mit Vorher-Nacher-Fotos im Internet. Doch es gibt auch Risiken bei diesem Sport, bei der für den Muskelaufbau kaum Zeit bleibt. Wer bereits 150 Liegestützen mit einem Strecksprung absolviert hat, weiß: Spaß sieht anders aus.

Gerne prahlen Freeletics-Begeisterte im Internet mit Vorher-Nachher-Fotos, Fotoquelle: 123RF

Drei Fitness-Freaks aus München entwickelten zusammen mit Sportwissenschaftlern die Trainingsmethode, der man im Park oder im Wohnzimmer nachgehen kann. Das Prinzip: Soviel Training wie möglich in kürzester Zeit. Ein elektronischer Trainer weist einem die Übungen, die man online oder über eine App beziehen kann. In der käuflichen App-Version ist dem Trainer das Fitnessniveau des Trainierenden bekannt und er erteilt passend dazu eher leichtere oder eher schwere Übungen mit der entsprechenden Anzahl an Wiederholungen.

150 Kniebeugen, 150 Liegestützen, 150 Sit-ups

Wem die App zu teuer ist, der kann die kostenlose Basic-Version testen. Dort kann man das Workout „Aphrodite“ sehen. Es beinhaltet: 50 Burpees, also Liegestützen mit Strecksprung, 50 Sit-ups und 50 „Squats“, also Kniebeugen. Wenn das geschafft ist, geht es von vorne los. Dann aber nur mit jeweils 40 Wiederholungen. Im Anschluss noch einmal mit 30 Wiederholungen, danach mit 20, abschließend dann mit 10. Das Workout umfasst also zusammengerechnet jeweils 150 Burpees, Sit-ups und Squats. Von Bedeutung ist auch, wie schnell man ein Workout meistert: An dieser Zeit wird eine Leistung gemessen. Die persönliche Bestzeit zu verbessern ist das Ziel.

Christian Wenzel von Vegan Freeletics, einer Internetseite für Freeletics-Interessierte und Nutzer, erklärt: „Ich bin immer ein Fitnesstudio-Gänger gewesen, hab aber nie die Resultate gesehen, die ich haben wollte.“ (Quelle: fr-online.de) Dank Freeletics konnte er seinen Körper in kurzer Zeit nach seinen Wünschen verändern. Er führt weiter aus: „Man kann sich bei dieser Sportart nicht richtig drücken, weil alle Übungen vorgegeben werden. Außerdem können andere Nutzer der App meine Fortschritte sehen und mir dann elektronisch „applaudieren“. Das spornt an und lässt einen auch die ungeliebten Übungen über Wochen hinweg durchhalten.“

Gesundheitsrisiko durch nachlässige Ausführung

Das große Risiko des Fitness-Trends besteht im raschen Muskelaufbau durch die extremen Trainings. Der Sportwissenschaftler Markus de Marees von der Deutschen Sporthochschule in Köln erklärt: „Da bei ‚Freeletics’ mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet wird, ist das Verletzungsrisiko grundsätzlich weniger hoch als zum Beispiel bei Freihantelübungen oder beim Bankdrücken. Bei ‚Freeletics’ besteht eher die Gefahr, dass man aufgrund der vielen schwierigen Wiederholungen müde wird und die Bewegungen dann unsauber oder falsch ausführt. Hierdurch kann das Verletzungsrisiko gesteigert werden.“ De Marees fügt hinzu, dass es für Bänder, Knochen und Knorpel grundsätzlich ratsam ist, nicht zu viele Muskeln in zu wenig Zeit aufzubauen. Da Muskeln sich sehr rasch an neue körperliche Aufgaben anpassen, kann es sein, dass Bänder und Knorpel bei einem zu heftigen Workout nicht mitkommen und geschädigt werden.

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