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Geschrieben: 18. Mai, 2015 in Gesundheit | Sport & Bewegung
 
 

Nordic Walking: Oft unterschätzt, weil falsch ausgeführt

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Viele Menschen bezeichnen Nordic Walking fälschlicherweise als Sportart für Rentner oder Faulpelze. Sie verkennen, dass diese Übungen den Beinen, dem Oberkörper und dem Rumpf Kraft verleihen. Der Sportwissenschaftler und Trainer der Nordic Walking Academy in Berlin Arne Trommer erklärt, dass gerade Wintersportler im Sommer in vollen Zügen vom Nordic Walking profitieren: „Man kann mit den Stöcken gehen, joggen oder springen – je nachdem, wie sehr man sich anstrengen möchte.“ (Quelle: spiegel.de)

Nordic Walking ist nicht nur gut für Senioren, Fotoquelle: 123RF

Die Bezeichnung „nordic“, übersetzt „nordisch“, hat zwei Ursprünge. Der erste gründet in der Geografie, da die Übungen in Finnland entstanden sind. Obwohl sich bereits in den Dreißigerjahren Sportler mit Stöcken fortbewegten, ist die Trendsportart in ihrer heutigen Form erst 1997 bei der Ausarbeitung einer Diplomarbeit zweier Sportstudenten aus Finnland entstanden. Andererseits kann „nordisch“ auch als Hinweis darauf verstanden werden, dass die Sportart mit Stöcken ausgeführt wird: Nordische Sportarten wie beispielsweise Langlauf oder Nordische Kombination werden ebenfalls mit Stöcken ausgeführt.

Der Einsatz der Arme ist entscheidend

Beim Nordic Walking wird der Körper mehr gefordert als beim Joggen. Wichtig dabei ist der richtige Einsatz der Arme, es ist der Antrieb der Übung. Entscheidend ist es, die Arme zu strecken. Laut Trommer sollte man den Ellenbogen merklich vor und hinter den Oberkörper bringen: „Man kann sich das so vorstellen: Als Nordic Walker ist man kein Spaziergänger mit Stöcken, sondern ein Langläufer ohne Ski.“ Seiner Ansicht nach wissen die wenigsten Nordic Walker über diese Tatsache Bescheid: „Sie halten die Ellenbogen zu nah am Körper oder lassen sie hängen. Die Bewegung kommt dann nur aus dem Unterarm.“

Da wir die meiste Zeit des Tages sitzen, ist die Hüfte oft gebeugt, der Rücken meistens krumm. Nordic Walking kann hier einen Ausgleich schaffen. Die Hüfte wird gestreckt und die Bein-, Gesäß-, Rücken- und Schultermuskulatur gestärkt. Für jene, die über längere Zeit keinen Sport ausgeübt haben oder übergewichtig sind, bietet Nordic Walking die perfekten Einstiegsübungen. Gegenüber dem Joggen ist es weniger belastend für die Gelenke und es zeigt eine größere Wirkung als das Gehen ohne Stöcke. Auch Fahrradfahrer können durch Nordic Walking einen Ausgleich zu ihrer Sportart schaffen.

Ausrüstung und Variationen

Das Schlaufensystem von Nordic-Walking-Stöcken ist anders als das von Ski- oder Wanderstöcken. Die Länge der Stöcke unterscheidet sich ebenfalls. Die Schrittlänge und die Sportlichkeit sind bei ihrer Festsetzung entscheidend. Je sportlicher man ist, desto länger kann der Stock sein. Üblicherweise gilt: Körpergröße in Zentimeter mal 0,66. Besondere Schuhe benötigt man für das Nordic Walking nicht. Für ein intensives Training ist es hilfreich, zwischen unterschiedlichen Bewegungen zu pendeln. Die Basis beim Nordic Walking ist die Diagonaltechnik. Hierbei bewegen sich rechter und linker Arm im Wechsel. Eine andere Variante ist die Doppelstocktechnik: Hierbei bewegen sich beide Arme auf gleichseitige Weise.

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