Oberaudorf - Ein Blick in die Vergangenheit

Oberaudorf
Die ältesten Siedlungsspuren reichen bis ins 2.Jahrtausend v. Chr., also in die Bronzezeit zurück. Die Funde am Kulthügel (Gscheierbichl), eine Brandopferstätte in der Nähe der ev. Kirche, weisen in diese Zeit. Eine sensationelle Entdeckung in neuerer Zeit sind die Ausgrabungen am Burgberg, wobei eine keltische Siedlung zu tage kam.
Aus der Römerzeit stammt ein Münzfund an der Auerbachmündung bei Urfarn. Ein Bodenfund mit vier Skeletten und Grabbeigaben aus frühchristlicher Zeit, ein bajuwarisches Reihengrab, bezeugen eine Besiedlung des Ortes im 6. Jahrhundert n. Chr. Die erste schriftlich überlieferte Geschichte beginnt mit einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 776, in der der Ort als „Urdorf“ bezeichnet wird. Im 12. Jahrhundert war Auerdorf Bestandteil der Besitzungen der mächtigen Grafen von Falkenstein. In einer Auseinandersetzung mit dem bayerischen Herzog verloren die Falkensteiner ihre Besitzungen, die nunmehr herzogliches Eigentum wurden. Aus dem Falkensteiner Verwaltungsbezirk Auerburg wurde nun ein herzoglich bayerisches Pfleg- und Kastenamt. Verantwortlich waren die Pfleger auf der Auerburg, die auch die hohe Gerichtsbarkeit ausübten. In den Erbfolgekriegen von 1504, 1704 und 1743 wurde der Ort immer wieder durch Raub- und Brandschatzung schwer heimgesucht. Im Frieden zu Füssen 1745 wurde festgelegt, dass die Grenzfeste Auerburg zu zerstören sei. Diese Maßnahme hatte zur Folge, dass der Verlust des Amtsitzes mit Folgen für Wirtschaft für Wirtschaft und Verkehr verloren ging. Im 19. Jahrhundert wurde Oberaudorf nochmals durch Kriegsereignisse der Neopolischen Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem Quartierlasten durch durchziehende Truppen verlangten große Opfer für die Bevölkerung. Eine Votivtafel in der Pfarrkirche erinnert an einen verheerenden Brand im Jahre 1823, ein weiterer 1857, die großes Unheil über den Ort brachten. In der Folgezeit erholte sich das Wirtschaftsleben des Ortes sichtlich. Zunehmend fanden Gäste in der sog. „Sommerfrische“ Erholung in dem schön gelegenen Ort. Berühmt und weit bekannt war der „Weber an der Wand“, wo einst die bayerische Königsfamilie, Künstler und Wissenschaftler Einkehr hielten. Förderlich für die Entwicklung des Fremdenverkehrs war auch der Bau der Eisenbahn 1858, wodurch immer mehr Urlaubssuchende den Ort bequem erreichen konnten. Die Gründung vieler Vereine und Organisationen belebten das gesellschaftliche und soziale Leben. Die beiden Weltkriege brachten nochmals einschneidende Folgen für die Bevölkerung. 1945 hatte der Ort durch einen feindlichen Fliegerangriff Opfer zu beklagen.
Sport und Unterhaltung
In der Nachkriegszeit hat sich Oberaudorf zu einem bedeutenden Fremdenverkehrsort im bayerischen Inntal entwickelt. Den Gästen und Einheimischen bietet er ein umfangreiches Wander- und Radwegnetz im Sommer, Langlaufloipen und Skilifte mit gepflegten Pisten im Winter, sowie eine Sommer- und Winterrodelbahn am Hocheck. Badegelegenheit findet man am idyllisch gelegenen Luegsteinsee. Wer die Landschaft aus der Vogelperspektive erleben will, kann einen Gleitschirmkurs oder einen Tandemflug absolvieren. Mehrmalige Heimatabende, Bauerntheater und Standkonzerte sorgen für Unterhaltung. Von Mai bis Oktober verkehrt täglich zweimal ein Ausflugsschiff auf dem Inn zwischen Oberaudorf und Kufstein.
Kultur
Im Juni laden die Musiktage zu anspruchsvollen Konzerten ein und im Oktober treffen sich in Niederaudorf zahlreiche Reiter und Gespanne zum Leonhardiritt. Im Kloster Reisach werden Kirchenführungen für kunstgeschichtlich Interessierte angeboten. Im Museum im Burgtor erfährt der Besucher in sechs Räumen Wissenswertes über die Vergangenheit des Ortes. Die Entstehung der Landschaft, die Besiedlung, die Geschichte der Auerburg, die Gebirgsschützen, die Innschifffahrt und die Entwicklung des Tourismus sind die Themen, die in Modellen, Grafiken und Exponaten dargestellt werden. Lohnenswert ist ein Besuch der Burgruine auf dem nahe gelegenen Schlossberg, von dem sich ein großartiger Blick über das Inntal bietet.
Informationstafeln und die Erschließung der Burgreste veranschaulichen ein Bild der einstigen Auerburg.
Text: Arbinger

Weitere Informationen:
Tourist-Information . Kufsteiner Str. 6 . 83080 Oberaudorf
Tel. 08033 . 30120 . info@oberaudorf.de . www.oberaudorf.de
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