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Geschrieben: 02. August, 2013 in Aktuelles
 
 

Organspenden gehen in Deutschland drastisch zurück

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Organspenden können Leben retten und doch sehen immer weniger Menschen einen Anlass darin, Organe zu spenden. Demnach ist die Zahl der Organspenden im ersten Halbjahr 2013 vor allem in Bayern drastisch gesunken. Für Werbung und Aufklärungskampagnien werden Millionen ausgeben, die allerdings nicht die Wirkung haben, die eigentlich erhofft wurde. Krankenkassen als auch die Bundesregierung greifen tief in die Tasche, um das Vertrauen in die Organspende aufzubauen und die Bürger zum Spenden aufzurufen.


Doch das Vertrauen des Volkes ist auf einem noch nie dagewesenen Tiefstand. Die Deutsche Stiftung der Organtransplantation verzeichnete im ersten Halbjahr 2013 einen Rückgang von 18 Prozent der postmortalen Organspenden. Als Ursache wird der Skandal um die Vergabe der Organspenden in der Uni-Klinik Göttingen vermutet. Gravierend ist der Rückgang in Bayern. Hier wurden knapp 37 Prozent weniger Spenden verzeichnet. Auch hier findet sich die Ursache in der unregelmäßigen Vergabe von Transplantationsorganen. In Bayern gab es gleich an zwei Universitäts-Kliniken Ungereimtheiten.

Die DSO appelliert derweil an den gesunden Menschenverstand und beteuert, dass die Organspende nie an Wert verloren hat. Immerhin kann ein Spender bis zu sieben Patienten das Leben retten. Die Techniker Krankenkasse hatte eine umfangreiche Kampagne gestartet und an ihre Versicherten Informationsmaterial verschickt. Daraufhin meldeten sich Tausende und ließen sich über dieses Thema ausführlich aufklären. Sogar die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wirbt aktuell mit Plakaten deutschlandweit.

Doch der Trend der sinkenden Spenderzahlen zeichnet sich schon seit längerem ab. Verantwortlich werden immer wieder die Skandale gemacht, welche leider zu oft in Verbindung mit Organspenden aufkommen. Die DSO muss sich einem Kampf stellen der aussichtslos scheint, denn das Vertrauen der Bürger sinkt mit jedem Skandal um ein Weiteres. Immer wieder kommt es zu neuen Ungereimtheiten, was selbstverständlich nicht förderlich ist. Erst vor kurzem wurde wieder ein Missstand an der TU in München bekannt und auch in Leipzig ging es bei der Vergabe der Organspenden nicht immer mit rechten Dingen zu. Den Anfang dieser Skandalreihe machten zunächst das Klinikum in Regensburg und schließlich auch in Göttingen. Die Meldungen beschäftigten die Medien recht lang und da ist es nur allzu verständlich, dass es die DSO sehr schwer hat, Menschen für die Organspende zu motivieren. Selbst wenn wohl dem Großteil der Nutzen dieser Spenden sehr bekannt ist, werden die Spender weiterhin skeptisch bleiben.

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