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Geschrieben: 24. Juni, 2013 in Phytotherapie
 
 

Phytotherapie – die Pflanzenheilkunde

© Alexander Raths - Fotolia.com
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Phytotherapie – Teil 1

Die Lehre von der heilenden Wirkung der Pflanzen folgt einer langen Tradition. In Europa entwickelte sich die Phytotherapie vom Mittelalter ausgehend, zumeist über den Anbau und die Erforschung der Gewächse in Klostergärten und deren praktische Erprobung in der Volksheilkunde. Bis heute wird sie in den unterschiedlichsten medizinischen Therapien angewandt.

Mit Sicht auf die einzelnen Inhaltsstoffe und Stoffgemische entwickelte die moderne Pharmazie effektivere chemisch-synthetische Produkte. Phytotherapie hingegen wirkt langsamer, sanfter und mit weniger Nebenwirkungen. Auch die Homöopathie bedient sich der pflanzlichen Präparate, unterscheidet sich aber im Vorgang der Anwendung.

Bei Anbau, Aufbereitung und Verabreichung ist Expertenwissen gefragt, denn manche Pflanzen können unter falschen Umständen auch giftig sein. Deshalb bedient sich die heutige Phytotherapie modernster Forschung und Technik zur Herstellung ihrer Arzneien. Je nachdem, ob das ganze Kraut oder etwa nur Teile zum Einsatz kommen, ob in frischer oder getrockneter Form, als Pulver oder in wässrigen und alkoholischen Auszügen, als Destillat, Aufguss oder Auskochung – die Wirkung der Gewächse als Ganzes oder in Einzelbestandteilen kann unterschiedlich ausfallen.

Die Phytotherapie ist weniger was für akute und schwere Fälle, aber zum Beispiel effektiv zur Selbstmedikation und Prävention. Oft kommt sie in der Schulmedizin z.B. bei Erkältungen, Magenproblemen oder Kreislaufstörungen ergänzend zum Einsatz. Von Saft bis Salbe oder Tee – das Spektrum ist breit gefächert. Was den Anbau, die Verarbeitung und Dosierung der Pflanzen und Mittel betrifft, so untersteht die Phytotherapie mit ihren Produkten in der Regel den Richtlinien des Arzneimittelgesetzes und ist in ihrer Wirksamkeit im Gegensatz zur Homöopathie wissenschaftlich erprobt.

B. Wolfer

Phytotherapie – Teil 2

Gegen fast alles ist ein Kraut gewachsen. Das Wissen rund um die Heilkraft der Pflanzen ist tausende Jahre alt und auch heute noch als Bestandteil verschiedenster medizinischer Therapierichtungen aktueller denn je.

Naturmedizin mit langer Tradition

Bereits im alten China und in Indien wusste man von der Kraft, die in den Kräutern steckt.
Im mittelalterlichen und neuzeitlichen Europa erforschten vor allem Ordensleute einheimische Gewächse in den Gärten der Klöster. Hildegard von Bingen und Paracelsus zum Beispiel legten diesen reichen Erkenntnisschatz in zahlreichen schriftlichen Studien nieder. Daraus entwickelte sich nach und nach eine eigenständige Wissenschaft. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Phytotherapie von anderen alternativen Heilmethoden.

Pflanzenheilkunde und Schulmedizin

Die moderne Phytotherapie geht auf naturmedizinische Forschung und Erkenntnisse der überlieferten Volksheilkunde zurück. Von ihr ausgehend entwickelte die moderne Arzneimittelherstellung mit Sicht auf die einzelnen Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen ausgeklügelte chemisch-synthetische Produkte zum schnelleren, da besser dosierten und gezielteren Einsatz. Von Phytopharmaka hingegen ist bekannt, dass diese zwar langsamer, aber mit weniger Nebenwirkungen und breiterem Spektrum bei Mensch und Tier anschlagen. Auch die Homöopathie bedient sich unter anderem pflanzlicher Präparate, basiert aber auf einem besonderen Anwendungsverfahren.

Herstellung von Pflanzenarzneien

Anbau, Aufbereitungsart und Dosierung von Heilmittelpflanzen sind eine Wissenschaft für sich.
Es gibt Gewächse wie zum Beispiel die Tollkirsche, die an sich giftig ist und nur in besonderer Darreichungsform heilkräftig wirkt. Früher war die Medikation deshalb oft mit Risiken verbunden, heute ist diese dank modernster Technik der Herstellung ausgereift und risikofrei. Je nachdem, ob das ganze Kraut oder etwa nur Teile von ihm zum Einsatz kommen, ob es in frischer oder getrockneter Form, als Pulver oder in wässrigen und alkoholischen Auszügen, als Destillat, Aufguss oder Auskochung verarbeitet wird – dessen Wirkung als Ganzes oder in Einzelbestandteilen kann mitunter recht unterschiedlich ausfallen.

Anwendung von Phytopharmaka

Die Heilpflanzenkunde ist weniger was für akute und schwerwiegende Krankheitsfälle, dafür umso effektiver bei einer oftmals rezeptfreien Selbstmedikation und Prävention. Gerade in der Schulmedizin kommt sie bei Erkältungen, Magen-Darmproblemen oder Herz- Kreislaufstörungen oft zusätzlich zur chemisch-synthetischen Medikation zum Einsatz, verabreicht in Form von Tropfen, über Dragees bis hin zu Salben oder Tees. Ob Anbau, Verarbeitung oder Dosierung betrachtet – Pflanzenheilmittel sind heutzutage in der Regel standardisiert und unterliegen den Richtlinien des Arzneimittelgesetzes. Im Gegensatz zu homöopathischen Präparaten werden diese in ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich überprüft und unter Angabe einer genauen Indikation auf dem Arzneimittelmarkt zugelassen.

B. Wolfer

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