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Geschrieben: 25. Januar, 2016 in Haut | Krankheiten von A-Z
 
 

Psoriasis – Ein Leben mit Jucken und Schuppen

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Ich heiße Horst Schwarz (63), auch bekannt als „Kräuterhorst“. Ich war einer der ersten, die Parapsoriasis als Zwischenform der Schuppenflechte-Typen benannte. Ich bin selbst an Psoriasis erkrankt. Heute widme ich als Experte für Naturheilpflanzen der Entwicklung von Salben und Tinkturen für eine gesunde Haut.

 

Psoriasis, Fotoquelle: 123RF

Seit wann lebe ich mit Psoriasis

Ich habe seit 43 Jahren Schuppenflechte. Ich war ungefähr 20 Jahre alt, als die Krankheit quasi über Nacht ausbrach. Es hatten sich plötzlich große Hautschuppen am Kopf gebildet, stellenweise fielen mir die Haare aus. Dieser erste Schub war extrem und kam völlig unerwartet. Die Ursachen dafür sind bis heute nicht geklärt. Ich war mitten im Studium, habe meinen Kopf unter einer Mütze versteckt, und mich vorher nach Beobachtern umgesehen, bevor ich mich gekratzt habe.

Kommen die Schübe regelmäßig und in gleicher Stärke?

Nein, die Schübe sind immer unterschiedlich stark, unterschiedlich im Verlauf und auch unregelmäßig in ihrem Auftreten. Selbst die befallenen Körperstellen variieren ständig. Später wusste ich dann, dass meine Psoriasis vom Typ vulgaris ist und sich entsprechend verhält.

Kann ich den Zeitpunkt eines neuen Schubs voraussehen?

Mittlerweile kann ich sagen, wann und wo ein Schub kommt. Ich sehe die ersten winzigen Anzeichen, z.B. eine leichte Hautrötung und minimalen Juckreiz. Dann kann ich glücklicherweise sofort Vorsorge treffen und einen größeren Ausbruch bereits im Keim ersticken. Außerdem kenne ich mich mittlerweile auch selbst besser und weiß, dass ich z.B. auf die Gewürzmischung Curry reagiere.

Worauf muss ich im Umgang mit mir und der Krankheit achten?

Je größer mein persönlicher Stress ist, desto gefährdeter bin ich. Die Haut ist in gewisser Weise das Spiegelbild der Seele, das heißt, dass sich psychischer und emotionaler Stress über die Haut abbaut. Als beispielsweise meine Mutter starb, sah ich aus wie ein Streuselkuchen. Es war eine schwere Zeit.

Wie gehe ich mit Psoriasis um?

Die ersten 20 Jahre habe ich das gesamte entsprechende Repertoire der wissenschaftlichen Humanmedizin ausprobiert. Das einzige Allheilmittel war immer Cortison – das jedoch die Haut und den gesamten Organismus zunehmend angreift. Immer mehr Körperstellen waren betroffen, weil das Cortison die Haut schädigte. So wanderte meine Psoriasis vom Kopf hinunter zu den Ellenbogen, sprang auf die Hände über, und schließlich auch in den Po- und Intimbereich, wo die Haut eben besonders dünn ist. Heute weiß ich, dass ich gegen die Krankheit nicht innerlich ankämpfen darf – das verstärkt sie nur. Jeder Mensch mit einer chronischen Erkrankung muss sich mit seiner Krankheit arrangieren, nicht lieben, aber quasi im Einklang mit ihr leben. Heilbar ist Psoriasis nach heutigem Stand der Wissenschaft nun mal nicht.

Hat die Psoriasis meine Berufswahl oder mein Privatleben beeinflusst?

Die Berufswahl auf keinen Fall. Ich wurde Wirtschaftsinformatiker und hatte da keine besonderen hygienischen Vorschriften zu befolgen. Aber mein soziales Umfeld dünnte sich schon sehr aus. Nachdem ich die Krankheit nicht mehr so gut verstecken konnte, weil sie sich auf den ganzen Körper ausgebreitet hatte, hatte ich plötzlich auch weniger Freunde. Besonders im Sommer war die Schuppenflechte damals sehr heftig.

Welche Heilmittel wirkten bei mir?

Mein Zustand verschlimmerte sich zusehends. Enttäuscht von den bescheidenen Erfolgen der Schulmedizin besann ich mich schließlich auf meine Familientradition: Seit acht Generationen verfolgen wir die Naturheilkunde. Also begann ich zu forschen. Ich machte mich auf die Suche nach einem natürlichen Mittel gegen Schuppenflechte. Denn heißt es nicht: Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen. Durch das Studium der Schriften von Hildegard von Bingen, Pfarrer Kneipp und altem Klosterwissen sowie Aufzeichnungen meiner Vorfahren bin ich immer tiefer in die Materie eingedrungen. Schließlich konnte ich meine Kenntnisse sogar für die Entwicklung von Pflegeprodukten nutzen. Dabei verlor ich jedoch nie mein Ziel aus den Augen: ein Mittel gegen Schuppenflechte. Es dauerte eine ganze Weile, doch dann, nach langem Suchen und Ausprobieren, war ich endlich am Ziel.

Wie ich meine Haut heute behandle

Fotoquelle: Naturprodukte Schwarz

Fotoquelle: Naturprodukte Schwarz

Die Haut, auf der sich die Schuppenflechte bildet und der Juckreiz auftritt, ist ein sehr aufnahmefähiges Organ. Daher eignen sich Cremes am besten zur Behandlung. Unsere Vorfahren haben Kompressen aus frischen Pflanzenblättern und Pflanzensud zur direkten Anwendung genutzt. Davon ließ ich mich inspirieren und griff auf mein Wissen von mehr als 5.000 Heilpflanzen zurück. Durch die Mischung einiger dieser Pflanzen konnte ich für meine Schuppenflechte eine sehr wirksame Zusammensetzung finden, so dass ich heute quasi beschwerdefrei bin. Diese Erfahrung konnte ich dann an andere Psoriasis-Patienten weitergeben und ihnen helfen. Später war ich sogar in der Lage, auch andere Hautkrankheiten zu lindern und den Körper zur Selbstheilung anzuregen. Doch die Haut ist auch ein sehr individuelles Organ. Daher muss man bei Hauterkrankungen meistens immer eine an den speziellen Hauttyp angepasste Zusammenstellung der jeweiligen Heilpflanzen finden, um die Symptome wirksam zu lindern.

Aus welchen Pflanzen bestehen diese Salben und Tinkturen?

Es gibt etliche Kräuter, deren Wirkung und Zusammenwirken von der jeweiligen Kräutermischung abhängig ist. So hilft zum Beispiel Johanniskraut gegen den Juckreiz, wobei darauf geachtet werden muss, dass vorher das Heparin entfernt wurde. Schuppenflechte ist ja nicht gleich Schuppenflechte! Man muss also auch zwischen Psoriasis vulgaris, Psoriasis pustulosa und Psoriasis arthritis unterscheiden. Außerdem gibt es noch die Parapsoriasis, eine Mischform, die lange Zeit in der Humanmedizin nicht anerkannt war. Zusätzlich ist natürlich auch noch die betroffene Körperregion entscheidend. Nach all diesen Faktoren richtet sich die richtige Zusammensetzung der von mir entwickelten Salben.

Sind pflanzliche Heilmittel wirkungsvoller als herkömmliche?

Der Wirkungsgrad dieser pflanzlichen Salben liegt bei bis zu 98 Prozent, während Cortison-haltige Präparate kaum 40 Prozent erreichen. Man muss nur wissen: Bei Naturheilmitteln kann sich der Zustand erst einmal verschlechtern, ehe dann endlich eine Linderung einsetzt: die Schubwirkung verstärkt sich, der Juckreiz wird verstärkt, die Haut kann sich bläulich verfärben und leicht anschwellen. Mindestens 30 Tage sollte man die Haut behandeln, bevor man schließlich erkennen kann, ob der Organismus auf die Inhaltsstoffe der Kräuter anspricht. Diesen Prozess stehen leider höchstens 50 Prozent der Betroffenen durch. Der Rest greift schnell wieder zu Cortison, und verspielt so die Chance, die natürliche Hilfe der Natur in Anspruch zu nehmen. Es gibt nur wenige Fälle, in denen nach ausreichend langer Behandlungszeit tatsächlich die erneute Gabe von Cortison notwendig ist.

Ich komme nun seit Jahren mit meiner speziellen Hautpflege aus und bin mehr als zufrieden. Bei Interesse stehe ich gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Zitat:

„Einen Schub, den man erkennt, kann man abmildern“

Ihr Kräuterhorst
Fragen an mich, können Sie gerne per Mail an: redaktion@gesund-vital-online.de einreichen.

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