
Psychosoziale Versorgung krebskranker Kinder
Jede dritte Stelle in Deutschland von Elternvereinen finanziert
Ulrich Ropertz, Vorsitzender Deutsche Kinderkrebsstiftung:"Die Finanzierung der medizinischen und psychosozialen Versorgung krebskranker Kinder muss auch in finanz- und gesundheitspolitisch schwierigen Situationen garantiert sein", forderte Ulrich Ropertz, Vorsitzender der Deutschen Kinderkrebsstiftung, anlässlich des Internationalen Kinderkrebstages am 15. Februar. "Jede dritte Stelle im psychosozialen Bereich gibt es heute nur noch, weil Eltern- oder Fördervereine vor Ort diese Arbeitsplätze aus Spendenmitteln finanzieren. Das ist auf Dauer nicht tragbar."
Eine Krebserkrankung im Kindesalter ist immer ein einschneidendes, da lebensbedrohendes Ereignis. Dank medizinischer Fortschritte überleben heute drei von vier Erkrankten langfristig. Doch zur vollständigen Gesundung gehört neben der medizinischen Behandlung auch eine sorgfältige Beachtung psychischer und sozialer Aspekte durch Therapeuten entsprechender Fachrichtungen. Eltern haben seit den Achtzigerjahren darauf hingearbeitet, dass psychosoziale Stellen in die Regelversorgung übernommen werden, mit dem Erfolg, dass dies zum anerkannten Standard in Deutschland wurde. In letzter Zeit jedoch werden die psychosozialen Stellen zunehmend aus der Regelversorgung gestrichen und dieser Verlust durch Drittmittelgeber - größtenteils Elternvereinen - aufgefangen. Inzwischen wird jede dritte Stelle im psychosozialen Bereich nicht mehr durch das öffentliche Gesundheitswesen, sondern durch private Elterninitiativen und Fördervereine finanziert, wie eine Umfrage an den Kinderkrebsstationen ergeben hat.
Der Vorsitzende der Deutschen Kinderkrebsstiftung Ulrich Ropertz: "Es ist unverständlich und ein Armutszeugnis für unser Gesundheitswesen, dass die optimale Behandlung krebskranker Kinder nicht garantiert ist, dass vielmehr die Finanzierung zum Beispiel für eine psychosoziale Versorgung zunehmend den Betroffenen selbst, nämlich den Familien, überlassen wird."
Die Deutsche Kinderkrebsstiftung wurde gegründet von der Deutschen Leukämie-Forschungshilfe - Aktion für krebskranke Kinder e.V., dem Dachverband der regionalen Elterninitiativen, mit dem Ziel, Heilungschancen, Behandlungsmethoden und die Lebensqualität krebskranker Kinder zu verbessern.
Weitere Informationen unter: www.kinderkrebsstiftung.de, Dr. Gerlind Bode, Tel.: 02 28 / 68 84 6-0
Informationen zum Internationalen Kinderkrebstag: www.icccpo.org
Deutsche Kinderkrebsstiftung und Deutsche Leukämie-Forschungshilfe - Aktion für krebskranke Kinder e.V., Dachverband, Adenauerallee 134, 53113 Bonn
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