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Geschrieben: 15. Januar, 2015 in Gesundheit | Therapien
 
 

Rauchen aufhören: Der Nikotinabbau des Körpers ist entscheidend

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Inwieweit es gelingt, mit dem Rauchen aufzuhören, hängt scheinbar auch davon ab, wie schnell man Nikotin abbaut. Bei Betroffenen, deren Körper Nikotin nur langsam abbaut, sind Nikotinpflaster, die in den USA und Europa gängigste Behandlung, am erfolgreichsten. Zu diesem Schluss kommen Ärzte um Caryn Lerman von der University of Pennsylvania in Philadelphia im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“. (Quelle: spiegel.de)

Neue Erkenntnisse könnten Rauchern die Tabakentwöhnung erleichtern, Fotoquelle: 123RF

Jährlich sterben ungefähr sechs Millionen Menschen weltweit an den Konsequenzen des Rauchens, die Belastung für die Gesundheitssysteme beläuft sich auf geschätzte 200 Milliarden Dollar (170 Milliarden Euro). Laut Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) nimmt die Anzahl der Raucher in Deutschland konstant ab. „Wir sehen einen kontinuierlichen Rückgang in der Gesamtbevölkerung, aber vor allem auch bei den Kindern und Jugendlichen“, erklärte Martina Pötschke-Langer vom DKFZ zum Beginn des letzten Jahres.

Viele Raucher, die aufhören, haben in der ersten Woche einen Rückfall

Im Jahr 2002 zählte man noch 145 Milliarden gerauchte Zigaretten deutschlandweit, 2012 waren es nur noch 82 Milliarden. Medikamente oder Nikotinersatz wie zum Beispiel Pflaster sind die zur Verfügung stehenden Methoden, um sich vom Tabak zu entwöhnen. „Bis zu 65 Prozent der Raucher, die aufhören, haben in der ersten Woche einen Rückfall“, erklärt Lerman in der Zeitschrift „The Lancet Respiratory Medicine“. Wie heftig der Drang nach Nikotin ist und die Entwöhnung hemmt, hängt den US-Forschern zufolge auch davon ab, wie rasch der menschliche Körper den Stoff abbaut.

Das Verhalten des Leberenzyms CYP2A6, das vom Erbgut und von den Lebensbedingungen bestimmt wird, ist in dieser Entwicklung ein maßgeblicher Faktor. Bei ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung, deren Abbaurate durchschnittlich ist, sinken die Nikotinwerte im Organismus sehr schnell. Sie rauchen üblicherweise mehr, haben bei fehlendem Nachschub intensivere Entzugserscheinungen und werden daher auch häufiger rückfällig als Betroffene mit einer langsameren Abbaurate.

Behandlung sollte sich am Stoffwechsel orientieren

„Um die Erfolgsraten für alle Raucher zu steigern und gleichzeitig die Nebenwirkungen zu minimieren, sollten wir unseren Resultaten zufolge Menschen mit normalem Stoffwechsel mit Vareniclin und jene mit langsamem Abbau mit Nikotinpflaster behandeln“, erklärt Rachel Tyndale von der Universität Toronto. „Man könnte einen Schnelltest entwickeln, der die Abbaurate von Nikotin misst.“ Fachleute der britischen Universität Bristol gaben bekannt, dass sie die Erkenntnisse der US-Forscher als „wichtigen wissenschaftlichen Fortschritt“ ansehen.

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