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Geschrieben: 10. Februar, 2015 in Krankheiten von A-Z | Magen & Darm
 
 

Refluxkrankheit: Ein schädlicher Rückfluss der Magensäfte

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Unter gastroösophagealer Refluxkrankheit (engl.: gastroesophageal reflux disease, GERD) versteht man einen krankhaft erhöhten Rückfluss (Reflux) von Magensäften in die Speiseröhre, der zu körperlichen Beschwerden führen kann und sehr unangenehme Symptome bei Erkrankten hervorruft. Die gastroösophageale Refluxkrankheit entsteht durch ein Funktionsproblem des unteren Schließmuskels der Speiseröhre. Oft kommt es zeitgleich zu einem Zwerchfellbruch (Hiatushernie).

Ein häufiges Symptom der Refluxkrankheit ist Sodbrennen, Fotoquelle: 123RF

Die Refluxkrankheit wird begünstigt durch Alkohol, fetthaltige Lebensmittelmittel (beispielsweise Schokolade), Kaffee, Nikotin, Pfefferminze und scharfe Gewürze. Aber auch die Schwangerschaft, spezielle Arzneien (beispielsweise Acetylsalicylsäure und Nitrate) und Übergewicht (Adipositas) können ein Risiko darstellen. Bekannte Symptome der gastroösophagealen Refluxkrankheit sind Beschwerden hinter dem Brustbein und Sodbrennen. Beim Bücken, im Liegen und nach einem ausgiebigen Essen kann es vorkommen, dass diese Beschwerden intensiver auftreten.

Zwei wesentliche Ausprägungen der Refluxkrankheit

Reflux-Beschwerden zählen zu den gängigsten Magen-Darm-Symptomen: In den westlichen Industrienationen leiden ungefähr 20 Prozent der Menschen unter einer Refluxerkrankung. Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann unterschiedliche Konsequenzen nach sich ziehen. Aus diesem Grund unterteilt man sie in zwei wesentliche Ausprägungen: Unter einer nicht-erosiven Refluxkrankheit (engl.: Non-Erosive Reflux Disease, NERD) versteht man eine gastroösophageale Refluxerkrankung ohne Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis).

Bei der Refluxösophagitis (engl.: Erosive Reflux Disease, ERD) handelt es sich um eine gastroösophageale Refluxerkrankung, bei der sich die Speiseröhre entzündet. Ist die Schleimhaut der Speiseröhre durch eine chronische Entzündung umgewandelt, so sprechen Mediziner von einem Barrett-Syndrom. Experten deuten dieses Syndrom als ein frühes Anzeichen von Speiseröhrenkrebs. Belastet die Refluxerkrankung die Atemwege, so kommt es zu extraösophagealen Manifestationen: Zu ihnen gehören Asthma, chronischer Husten oder eine Entzündung des Kehlkopfes.

Stetige Reflux-Beschwerden sollten untersucht werden

Auch wenn die gastroösophageale Refluxkrankheit in den meisten Fällen keine wahrnehmbaren Beeinträchtigungen der Schleimhaut in der Speiseröhre hervorruft, ist es aufgrund der kleinen aber gegebenen Gefahr von Krebs empfehlenswert, stetige Reflux-Beschwerden untersuchen zu lassen und zu therapieren. Für die Behandlung der Refluxerkrankung werden auf lange Sicht grundsätzliche Maßnahmen wie beispielsweise die abgestimmte Abwandlung des Speiseplans empfohlen. Kurzfristig kommen Arzneien zum Einsatz, die zum Beispiel die Produktion von Magensäften einschränken. Oft schafft man es auf diese Weise, die gastroösophageale Refluxerkrankung innerhalb von kurzer Zeit zu bändigen. Bei der Refluxkrankheit ist nur in wenigen Fällen ein operativer Einsatz notwendig.

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