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Geschrieben: 10. Juni, 2015 in Gesundheit | Ratgeber Tipps & Trends | Reisetipps
 
 

Reisen trotz Venenproblemen – So läuft es ganz einfach.

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Urlaub. Einfach mal die Beine hochlegen, die Gedanken fliegen lassen, entspannen. Doch vor der Entspannung liegen allzu oft mehrere Stunden eingezwängt im Transportmittel der Wahl. Zwischen Rückenlehnen, schlafenden Sitznachbarn und Klapptischen sacken die Schultern dann ebenso schnell ins Sitzpolster, wie das Blut in die Beine. Doch diese Untätigkeit birgt ihre Risiken. Denn bei Bewegungsmangel droht auch ohne akute Beschwerden eine Thrombose. (Quelle: welt.de)

Fotoquelle: 123RF

Ob im eigenen Auto, dem Reisebus, mit der Bahn oder im Flugzeug – um an das Ziel unserer Urlaubsträume zu kommen, erdulden wir oft stundenlanges Ausharren auf kleinstem Raum. Was einem nun einerseits ermöglicht, die Mütze Schlaf nachzuholen, die man letzte Nacht mit Kofferpacken verbracht hat, kann jedoch auch dazu verleiten, sich nicht genügend zu bewegen. Doch das ist nicht ungefährlich, denn gerade durch langes Sitzen kann es zu Blutstaus in den Beinen kommen, den sogenannten Reisethrombosen. „Tatsächlich können bei stundenlangem, verkrampftem Sitzen Risikopatienten leichter eine Thrombose erleiden“, sagt Helmut Landgraf, der als Flugmediziner am Vivantes-Klinikum in Berlin arbeitet.

Was sind die Ursachen für Venenprobleme?

Venenprobleme wie Veneninsuffizienz, Krampfadern und Besenreiser sind weit verbreitet und zählen zu den Volkskrankheiten. Oft ist die Ursache eine erbliche Veranlagung, sodass häufig mehrere Mitglieder einer Familie von einem Venenleiden betroffen sind. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, starkes Übergewicht, hohes Alter und eine Schwangerschaft. Auch frisch operierte Patienten sind besonders gefährdet. Frauen leiden außerdem überdurchschnittlich häufig an Venenproblemen. Dabei verursachen diese Leiden den Betroffenen nicht immer Schmerzen. Gerade beim Besenreiser handelt es sich eher um ein kosmetisches Problem, das meist keiner medizinischen Therapie bedarf. Venenprobleme wie Krampfadern können jedoch auch die Entstehung einer gefährlichen Thrombose begünstigen.

 Wie entsteht eine Thrombose?

Für die Blutzirkulation in unserem Körper sind neben dem Herzen auch die normalen Muskelbewegungen verantwortlich. So wird das Blut, das vom Herzen in die Gliedmaßen gepresst wird, durch Kontraktion der Arm- und Beinmuskel wieder zurück in die Körpermitte gedrückt. Bei längerem Stillsitzen wird dieser Rückfluss behindert, wodurch ein Blutstau entsteht. Durch den Stau können sich Blutgerinnsel bilden, sogenannte Thromben, die schließlich Venen und Adern verstopfen. Dies kann zu einer Lungenembolie und schließlich sogar Herzversagen führen.

 Wie können Sie einer Thrombose vorbeugen?

Bewegen Sie sich! Nutzen Sie im Bus oder im Flugzeug den Gang, um einige Male auf und ab zu gehen. Wenn Sie sicheren Stand haben, können Sie zwischendurch von der Ferse auf die Zehen wippen. Und wenn die Kniegelenke mitmachen, sollten Sie auch vor einigen Kniebeugen nicht zurückschrecken. Ein kleiner Spaziergang zur vollen Stunde wird Ihnen guttun. „Durch den Druck, den sie auf die Gefäße ausüben, erleichtern sie den Blutdurchfluss“, erklärt Heidrun Holstein, Medizinerin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Manchmal hat man aber einfach keine Möglichkeit, sich eben mal die Beine zu vertreten. In diesem Fall rät Petra Hager-Häusler, Geschäftsführerin der Deutschen Venen-Liga, zumindest die Sitzposition regelmäßig zu verändern und zusätzlich ein wenig Fußgymnastik zu betreiben. Ziehen Sie dabei die Zehenspitzen zu sich heran und lockern den Fuß anschließend wieder. Auch durch kreisende Bewegungen des Sprunggelenks und das Abrollen der Füße auf dem Boden regen Sie die Blutzirkulation an.

Sollten Sie bereits an Venenproblemen leiden, empfiehlt sich außerdem das Tragen von Kompressionsstrümpfen, durch die der Rückfluss des Blutes erleichtert wird. In manchen Fällen könne auch eine Thrombosevorbeugung mithilfe eines Blutgerinnungshemmers sinnvoll sein, so Holstein.

Neben diesen einfachen Bewegungsübungen spielt auch der Flüssigkeitshaushalt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Thrombosen. Zu wenig Flüssigkeit hat dickeres Blut zur Folge, was wiederum die Entstehung von Blutpfropfen begünstigt. Gerade Flugreisende sollten auf den richtigen Wasserhaushalt achten. „Reichlich Flüssigkeitszufuhr ist bei Langstreckenflügen ganz besonders wichtig, weil die Luft im Flugzeug sehr trocken ist“, bestätigt Holstein. Trinken Sie daher ausreichende Mengen und meiden Sie entwässernde Getränke wie Kaffee und Alkohol. Am besten haben Sie immer eine eigene Flasche Wasser, Saft oder Früchtetee dabei, um nicht im falschen Moment auf dem Trockenen zu sitzen.

Zu guter Letzt lohnt es sich auch, auf die richtige Ernährung zu achten, denn zu viele überschüssige Kilos erhöhen ebenfalls das Thromboserisiko. Essen Sie daher wenig Fett und Süßigkeiten, dafür aber viel Obst und Gemüse. Das können Sie dann ja einkaufen, wenn Sie im Urlaub gemütlich über den Markt schlendern.

Bei aller Vorfreude auf den Urlaub sollten Sie eventuelle Warnzeichen des Körpers immer ernst nehmen. Spüren Sie ein Kribbeln in den Beinen? Haben Sie Schmerzen beim Gehen? Bei Atembeschwerden, Schweißausbrüchen, Brustschmerzen oder Beklemmungsgefühlen sollten Sie in jedem Fall sofort medizinischen Rat einholen.

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