1
Geschrieben: 31. Juli, 2014 in Aktuelles | Gesund trinken
 
 

Schadstoffe im Mineralwasser aus Kunststoffflaschen

3527659_M
3527659_M
Hormonähnliche Substanzen und Pestizide können im Mineralwasser enthalten sein, dies geht aus den Untersuchungen des Toxikologen Martin Wagner von der Goethe Universität Frankfurt hervor (Quelle: spiegel.de). Seit einigen Jahren prüft er Mineralwasser auf chemische Rückstände, insbesondere auf Stoffe, deren Wirkung im Körper der Wirkung von Hormonen ähnelt.

 

PET -Flaschen sondern hormonähnliche Stoffe in Flüssigkeiten ab, Fotoquelle: 123RF

Untersuchungen der Stiftung Warentest ergaben, dass im Mineralwasser unter anderem Pestizidrückstände enthalten sind. Die geringe Konzentrationen jener Rückstände stellt nach dem derzeitigen Stand der Forschung kein gesundheitliches Risiko dar. Das Team um Wagner konnte hormonähnliche Substanzen im Mineralwasser aus Kunststoffflaschen finden: „In unserer ersten Studie haben wir 18 verschiedene Mineralwässer getestet, sowohl aus Glas- als auch aus Plastikflaschen. Wasser aus Kunststoffflaschen war deutlich häufiger und höher hormonell belastet als das aus Glasflaschen.“

Hormonelle Aktivität durch unbekannte Substanzen

Das Problem bei den bisherigen Untersuchungen ist, dass hauptsächlich nach bekannten Stoffen wie Bisphenol A, Phthalaten oder Weichmachern gesucht wurde. Diese Stoffe konnte man aber nur in geringen Mengen feststellen. Wagner erklärt hierzu: „Diese Chemikalien erklären also nicht die hormonelle Aktivität, die wir und andere gefunden haben. Wir haben es also mit unbekannten Substanzen zu tun.“ Die Menge der ins Mineralwasser übergehenden Stoffe ist sowohl zeit- als auch temperarturabhängig. Daher sollte man Plastikflaschen möglichst vor Hitze schützen und nicht zu lange aufbewahren.

Tests haben erwiesen, dass es keinen Unterschied macht, wie dick eine Kunststoffflasche ist. Alle Kunststoffflaschen werden aus PET hergestellt, welches die Eigenschaft hat, die erwähnten Stoffe in Mineralwasser abzugeben. Der neuartige Kunststoff Tritan ist ein Ersatzmaterial, das neuerdings für Trinkflaschen eingesetzt wird. Wagner hält diese Entwicklung für bedenklich, da über die im Tritan enthaltenen Stoffe noch weniger bekannt ist als über jene in bisher verwendeten Materialien.

Gute Alternativen zu PET-Flaschen

Eine empfehlenswerte Alternative zum Mineralwasser aus Kunstoffflaschen stellen Aluminiumflaschen von Qualitätsherstellern dar. Vorsicht ist bei älteren Aluminiumflaschen geboten, da deren innere Beschichtung Schadstoffe abgeben kann. Das Leitungswasser, das vom Team um Wagner ebenfalls untersucht wurde, war nicht mit Umwelthormonen belastet und ist seiner Ansicht nach das am strengsten kontrollierte Wasser in Deutschland. Daher ist seine Empfehlung, Leitungswasser zu trinken, eindeutig: „Das ist 1000- bis 5000-mal günstiger, muss nicht verpackt, mit hohem Energieaufwand abgefüllt und transportiert werden und verursacht keinen Plastikmüll. Für mich ist die Wahl da offensichtlich.“

Print Friendly, PDF & Email
War dieser Artikel hilfreich? Bewerten Sie Ihn.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 bewertungen, duchschnittlich: 5,00 out of 5)
Loading...