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Geschrieben: 20. August, 2014 in Allergien | Gesundheit
 
 

Schimmelpilze: Kein Grund zur Panik

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Das Entdecken von Schimmel in der eigenen Wohnung ist nicht unbedingt ein Grund zur erhöhten Sorge. Zwar wird viel über das Thema berichtet, was für viele Menschen besorgniserregend ist. Einem gesunden Menschen können die Pilze jedoch meistens nichts anhaben. Komplizierter wird es für Menschen mit Allergien: In diesem Fall kann der Schimmel tatsächlich zum ernsthaften Problem werden.


Vor allem für Allergiker kann Schimmel zum Problem werden, Fotoquelle: 123RF

Schimmel in den eigenen vier Wänden führt bei vielen Menschen zu panikartigen Reaktionen. Der Mikrobiologe an der TU München und Spezialist für Pilzdiagnostik Hans Peter Seidl hält diese Angst für übertrieben (Quelle: sueddeutsche.de). Was ihn ärgert und worin er die Ursache der überzogenen Panik sieht, ist die unseriöse Berichterstattung und die Verbreitung von falschen Aussagen: „Viele schüren durch Schlagzeilen gezielt Ängste.“

Ein geringes Risiko für den gesunden Menschen

Für Gerhard Wiesmüller, Professor für Hygiene und Umweltmedizin am Uniklinikum Aachen, sind  Schimmelpilze etwas, das zu unserem Leben dazugehört. „Dass sie krank machen, brauchen gesunde Menschen aber nicht zu fürchten. Denn die Wahrscheinlichkeit dafür ist sehr gering“, fügt er hinzu. Schimmelpilze erzeugen dünne Fäden und Sporen. Letztere sind derart winzig, dass sie quasi schwerelos durch die Luft wandern und vom Menschen eingeatmet werden. Ungefähr 200 verschiedene Schimmelarten wurden in Europa entdeckt.

Oft entdeckt man sie im eigenen Haus, wenn sie braune oder schwarze Flecken an den Wänden bilden. „Wachsen sie im Verborgenen, bemerkt man sie meist erst durch ihren Geruch“, erklärt Wiesmüller. Eine modrige, muffige und sehr unangenehme Duftnote macht sich dann breit. Das Wissen darüber, dass der Schimmel einen Einfuss auf die Gesundheit ausüben kann, verdanken wir dem britischen Arzt Charles Blackley. Im Jahre 1870 testete er auf selbstlose und heroische Weise am eigenen Leib, welche Auswirkungen das Einatmen von Pilzsporen hat. In der Folge musste er „ziemlich unangenehme Beschwerden“ ertragen.

Schimmelpilze und Allergien

Dass Schimmelpilze eine Allergie auslösen können ist heutzutage bekannt. Die Wissenschaftlerin am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum Monika Raulf beklagt jedoch den Stand der Forschung: „Bei der Schimmelpilzforschung hinken wir im Vergleich zu anderen Umweltallergien, etwa gegen Pollen, ziemlich hinterher.“ Allerdings räumt sie ein, dass der Nachweis von Schimmelpilzen sich viel aufwendiger gestaltet. „Und es ist auch nicht so einfach, einen Zusammenhang zwischen den Schimmelpilzen und Beschwerden herzustellen“, fügt sie hinzu. Die durch Schimmelpilze hervorgerufene Allergie gleicht in ihren Symptomen Heuschnupfen oder Asthma. Wer bereits mit Heuschnupfen, Neurodermitis oder anderen Allergien zu kämpfen hat, für den ist das Risiko einer Allergie gegen Schimmelpilze erhöht. Studien belegen, dass ungefähr fünf Prozent der Menschen eine Überempfindlichkeit gegen die Schimmelpilze zeigen. „Das ist erstaunlich wenig, wenn man bedenkt, dass in der Innenluft 100 bis 1000 und in der Außenluft je nach Jahreszeit und Vegetationsperiode mehr als 10 000 Sporen pro Kubikmeter herumfliegen“, erklärt Raulf.

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