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Geschrieben: 24. Oktober, 2014 in Krankheiten von A-Z | Magen & Darm
 
 

Sodbrennen: Ursachen und Behandlung

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Es ist ein Erlebnis der unangenehmen Sorte, wenn der saure Inhalt des Magens die Speiseröhre hinaufwandert, in manchen Fällen sogar bis in die Kehle. Rasch nehmen Betroffene Magensäure beruhigende Präparate ein, die für eine kurze Zeit die Leiden besänftigen. Vor einer anhaltenden Behandlung nach eigenem Ermessen wird jedoch dringend abgeraten.



Manchmal steigt das Sodbrennen bis in die Kehle, Fotoquelle: 123RF


„Wenn man mit den Medikamenten Beschwerdefreiheit erzeugt, sorgt man unter Umständen dafür, dass ernsthafte Erkrankungen lange Zeit unentdeckt bleiben und eventuell nicht mehr heilbar sind“, erklärt die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen Erika Fink. Wenn saurer Mageninhalt die sensible Speiseröhre hinaufklettert, kommt es zu Sodbrennen. Der Magen eines Menschen beinhaltet normalerweise 0,5% Salzsäure, die einerseits für die Reinigung des Mageninhalts, andererseits für die Verdauung benötigt wird. Eine Magenschleimhaut, die gesund ist, trägt keinen Schaden von der Säure.

Säurelocker können Ursache sein

Alkohol, Gewürze, Kaffee und Süßigkeiten, auch bekannt als Säurelocker, können das Leiden erzeugen. Meistens flaut das Sodbrennen in der Zeit nach dem Essen wieder ab oder kann mittels einer Kautablette schnell gehemmt werden. Bestimmte Schmerzmittel können die vor Säure schützende Funktion des Magens stören, woraufhin die Magenschleimhaut geschädigt wird. Ein fehlerhaftes Agieren des Schließmuskels, der die Trennung des Magens von der Speiseröhre übernimmt, aber auch Stress können ebenfalls Ursache sein. Hält das Sodbrennen an und tritt es mehr als zwei Mal pro Woche auf, so ist ein Besuch beim Arzt ratsam.

Es gibt zwei Arten von Medikamenten gegen Sodbrennen: Magensäurebinder gleichen die Säure im Magen aus und können die Leiden sehr rasch besänftigen. Es gibt sie als Kautabletten und in Form von Gel in Portionspackungen. Sie eignen sich für die Therapie von manchmal auftauchendem Sodbrennen. Die sogenannten Protonenpumpenhemmer oder PPI´s unterbinden die Erzeugung von Magensäure und werden deshalb auch Magensäurehemmer genannt. Diese Mittel benötigen ein paar Stunden, bis die Wirkung eintritt. Allerdings wirken sie mindestens 24 Stunden lang.

Vorsicht mit der Selbstmedikation

Arzneien, die Betroffene ohne Rezept kaufen können, haben eine starke Wirkung und entfernen das Sodbrennen unverzüglich. Tritt das Sodbrennen häufiger auf, können die Leiden auf diese Weise schnell gehemmt werden. Nehmen Betroffene Protonenpumpenhemmer über längere Zeit, so können sie manchmal nicht mehr davon lassen. „Wenn die normale Magensäurebildung wieder einsetzt, empfinden das einige Patienten als unangenehm. Der Rückgriff auf das bewährte Medikament ist dann schnell getan und die Patienten werden zu Dauereinnehmern“, erklärt Erika Fink. Bei allen Arten von Medikamenten gegen Sodbrennen gilt, dass sie sich mit bestimmten anderen Medikamenten nicht vertragen. Bevor sich Betroffene also selbst therapieren, sollten sie ihren Apotheker oder Arzt konsultieren, auch wenn das Sodbrennen ihrer Ansicht nach nicht so schlimm ist.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

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