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Geschrieben: 20. Mai, 2015 in Ernährung | Psyche & Nerven
 
 

Sorgt Schokolade für Glücksgefühle?

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Liebeskummer, mieses Wetter oder schlicht ein anstrengender Tag? Schokolade vollbringt es immer wieder, die Laune zu heben. Sind ihre Inhaltsstoffe wirklich für die Laune verantwortlich? Im Vergleich zu Schokolade verblasst ein Apfel – zumindest auf geschmacklicher Ebene. Dieser Tatsache gingen Wissenschaftler 2006 in einer Untersuchung auf den Grund. 37 weibliche Testpersonen aßen einen Schokoriegel oder einen Apfel.

Der Versuchung von Schokolade kann man sich kaum entziehen, Fotoquelle: 123RF

Beide Nahrungsmittel stillten den Appetit und hoben die Laune, bei der Schokolade war die Wirkung aber ausgiebiger. Die Frauen fühlten sich glücklich. In Kakao sind mehrere Wirkstoffe enthalten, die uns freudig stimmen können. Auch ein Element des Glückshormons Serotonin befindet sich im Kakao. „Der Glückseffekt durch diese Stoffe ist allerdings gering“, erläutert Michael Macht von der Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Würzburg, der die Untersuchung geführt hat. (Quelle: spiegel.de)

Das Belohnungssystem im Hirn wird in Gang gesetzt

Eine Tafel Vollmilchschokolade (100 Gramm) beinhaltet ungefähr 55 Gramm Zucker und etwa 30 Gramm Fett aus der Kakaobutter. Die übrigen 15 Prozent sind größtenteils Eiweiße aus der Milch. Die starke Dichte an Energie der Wirkstoffe setzt das Belohnungssystem im Hirn in Gang – wir empfinden Glück. Wissenschaftler leiten dies aus der Evolution ab: Die Anregung der Belohnung ließ möglicherweise schon Jäger und Sammler vor Jahrtausenden zur Nahrung greifen – und sorgte dafür, dass sie überleben konnten. „Die Menschen waren darauf angewiesen, möglichst viel energiereiche Nahrung aufzunehmen, wenn sie die Gelegenheit dazu hatten“, erklärt Macht.

„Die Sensorik spielt beim Schokoladeessen die wichtigste Rolle“, erläutert Macht. Kakaobutter zerfließt bei der Temperatur unseres Körpers. Die Schokolade schmilzt im Mund und zurück bleibt ein aufmunterndes Gefühl von Fülle. Düfte regen die Geruchssensoren in der Nase an und sorgen für einen tiefgehenden Geschmack beim Essen. „Das erregt die Sinne so stark, dass positive Empfindungen entstehen“, sagt Macht. Wie bedeutend die Beschaffenheit von Schokolade ist, kann man beobachten, wenn ein Teil in der Sonne zerflossen ist. Nach dem Schmelzen fügt sie sich in einem neuen Aufbau der Kristalle zusammen. Die Konsequenz: Die Schokolade mundet uns nicht mehr so gut, obwohl sich an den Inhaltsstoffen nichts geändert hat.

Wichtig ist auch, was wir mit Schokolade verbinden

„Von Natur aus sind wir auf Süßes und Salziges scharf“, sagt Macht. „Aber was genau uns schmeckt, hängt davon ab, was wir mit der Nahrung verbinden.“ Schon in jüngsten Jahren erhalten wir Schokolade hauptsächlich zur Belohnung oder bei speziellen Feierlichkeiten, zum Geburtstag, an Ostern und an Weihnachten. Wünscht man sich Schokolade und bekommt diesen Wunsch erfüllt, so verteilt der Körper eigens hergestellte Botenstoffe, zum Beispiel Endorphine. Obwohl Schokolade nicht gerade gut für die Gesundheit ist, kann sie dennoch die Laune anheben. Das liegt hauptsächlich an ihrer speziellen Beschaffenheit und ihrem Geschmack – und daran, dass wir schöne Erinnerungen mit ihr verknüpfen.

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