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Gesundheit - Onkologie - Krebs im Kindesalter

 Spätfolgen bei krebskranken Kindern

- sollen systematisch erforscht werden – 
Deutsche Kinderkrebsstiftung finanziert Nachsorgeprojekte mit 350.000 Euro pro Jahr

Düsseldorf, 19.5.06 – „Es liegt in unserem ureigensten Interesse, dass Spätfolgen der Behandlung unserer Kinder vermieden werden“, betont Ulrich Ropertz, Vorsitzender der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Auf den Anstoß dieser Elternorganisation hin erarbeitete die Gesellschaft für Kinder­krebsheil­kunde GPOH ein Positionspapier zur Langzeitnachsorge, das auf ihrer Halbjahres­tagung am 20. Mai in Düsseldorf verabschiedet wird. Ehemalige Patienten mit einer bösartigen Erkrankung im Kindes- oder Jugendalter sollen zeitlich unbegrenzt nachbetreut werden.

In Deutschland leben inzwischen über 28.000 junge Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend wegen einer Krebserkrankung erfolgreich behandelt wurden. Ihre Zahl nimmt aufgrund der gestiegenen Heilungschancen weiter zu. Jetzt sollen bestehende Strukturen zur Erfassung und Auswertung körperlicher und psychischer Spätfolgen ausgebaut und die Arbeitsgruppen auf diesem Gebiet eng miteinander verzahnt werden.

Die Deutsche Kinderkrebsstiftung finanziert mehrere übergreifende Projekte zur Langzeitbeobachtung und Langzeitnachsorge derzeit mit 350.000 Euro pro Jahr. Gefördert werden das Register zur Erfassung strahlenbedingter Spätfolgen (RISK), die Langzeit­beobachtung durch das Deutsche Kinderkrebsregister sowie Forschungs­projekte zu Spätfolgen und Lebensqualität nach Morbus Hodgkin und Überlebens­qualität von Erwachsenen nach Krebserkrankung im Kindesalter.

Krankheits- oder therapiebedingt treten nicht selten Jahre später Schädigun­gen in Erscheinung, beispielsweise neurologische und hormonelle Störungen, unerfüllter Kinderwunsch, Herz­beschwerden und andere Organschäden, in seltenen Fällen auch eine zweite Krebserkrankung. Wenn das Auftreten von Spätfolgen mit einer bestimmten Behandlungsart in Zusammenhang zu bringen ist, können allen auf diese Art behandelten Patienten gezieltere Vor­sorgeuntersuchungen angeboten werden. Und die Standards zur Behandlung zukünftiger Patienten werden dem Kenntnisstand über Risiken angepasst.

 




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