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Geschrieben: 29. Mai, 2014 in Aktuelles | Ernährung
 
 

Stichproben-Analyse: Resistente Keime in Wurstwaren gefunden

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Eine von den Grünen in Auftrag gegebene Stichproben-Analyse kam zu dem Ergebnis, dass Mett, Salami und Teewurst mit resistenten Bakterien belastet sind. In 16 Prozent den entnommenen Proben fand man derartige Keime. Insbesondere Produkte aus Putenfleisch fielen negativ ins Gewicht.

Bedenkliche Funde, Fotoquelle: 123RF

Dies ist vor allem aufgrund der Tatsache bedenklich, dass es sich um Bakterien handelt, die gegen Antibiotika resistent sind. Die Grünen-Bundesfraktion hat die Ergebnisse der Stichproben-Untersuchung veröffentlicht, um auf die auf die Gefahr sogenannter ESBL-Keime in Wurstwaren hinzuweisen. So wurden Proben von Rohwurstsorten, darunter Mett, Salami und Schinken, in 13 deutschen Städten gekauft. Pro Stadt waren es jeweils etwa fünf Proben, die in Supermärkten, Discountern und Bäckereien erworben und im Anschluss von einem zertifizierten Labor analysiert wurden.

Bedenkliche Funde

„Extended-spectrum beta-lactamases“ bedeutet abgekürzt ESBL. Hierbei dreht es sich um Enzyme, die bestimmten Antibiotika ihre Wirkung entziehen. Können Bakterien diese Enzyme herstellen, so werden sie resistent gegen gängige Antibiotika, wie zum Beispiel Ampicillin. Salmonellen, Klebsiellen und einige Escherichia-Coli-Bakterien sind Beispiele für Keime, die auf diese Weise unempfindlich sind.

Aus der Stichproben-Analyse ging hervor, dass in 16 Prozent der Proben von Wurst- und Schinkenprodukten ESBL-Keime vorhanden waren. Von den insgesamt 63 Proben waren 10 belastet. In 8 von insgesamt 36 Proben von Mettbrötchen oder Zwiebelmett wurden ebenfalls ESBL-Keime gefunden. Der höchste Anteil an ESBL-Keimen tauchte jedoch in Proben von Putenprodukten auf: In 6 von insgesamt 9 Proben, also 66 Prozent der Proben, wurde man fündig. Nur in den Schinken-Proben konnten keine ESBL-Keime festgestellt werden.

Ein Risiko für die Gesundheit der Verbraucher

Es ist nicht so, dass der Verzehr von Lebensmitteln, die mit ESBL-Keimen belastet sind, automatisch zu Krankheiten führt. Viele Keime dieser Art sind Darmbakterien harmloser Natur. Doch leider sind nicht alle von ihnen harmlos. Es ist die allgemeine Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen, die aus Sicht der Grünen eine Gefahr darstellt. Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn äußert diesbezüglich ihre Bedenken: „Dieses System der Massentierhaltung produziert resistente Keime gegen Antibiotika, die wir als Menschen über das Wurstbrot zu uns nehmen. Das ist eine tickende Zeitbombe.“ Bereits 2013 hatte die Grünen-Fraktion ein vergleichbare Analyse in Auftrag gegeben, welche zu ähnlichen Ergebnissen kam.

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