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Geschrieben: 03. Januar, 2013 in Inkontinenz
 
 

Stuhlinkontinenz und Harninkontinenz – ein behandelbares Tabuthema

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Mehrere Millionen Bundesbürger leiden unter Stuhlinkontinenz. Und es ist nicht nur ein Problem der älteren Generation – auch Jüngere sind öfter betroffen. Die Ursachen sind unterschiedlich, aber der Leidensdruck für alle gleich hoch – denn Stuhlinkontinenz ist trotz der starken Verbreitung nach wie vor ein Tabuthema.

Die Gesichter von Inkontinenz sind unterschiedlich. Allgemein spricht man von einer „Inkontinenz“, wenn der Harn- oder Stuhlabgang nur noch mit Einschränkung oder komplett nicht mehr zurückgehalten (Zurückhaltung = lat. Continentia) werden kann. Auslöser einer Inkontinenz können sowohl muskulärer als auch neuronaler oder sensorischer Natur sein. Auch psychische Probleme können eine Ursache darstellen.

Bei Stuhlinkontinenz kann es, je nach Schweregrad, vom unwillkürlichen Luftabgang bis zum kompletten Kontrollverlust über die Ausscheidung gehen. Oft wird sie durch eine zu spät erkannte und unbehandelte Schädigung oder Störung der Analhaut oder des Schließmuskelapparats ausgelöst.

Die Ursachen einer Harninkontinenz, auch „Blasenschwäche“ genannt, sind vielschichtiger. Hier wird in drei Schweregrade unterschieden. Zum einen die Inkontinenz bei schwerer körperlicher Belastung, dann die Inkontinenz bei mittlerer körperlicher Belastung und zum Schluss die Inkontinenz bei leichter körperlicher Belastung und beim Liegen  Bei Frauen ist die Stress- oder Belastungsinkontinenz am weitesten verbreitet. Hier handelt es sich um eine Schließmuskelschwäche der Harnröhre.

Der Leidensdruck ist bei jeder Form der Inkontinenz sehr groß. Viele Betroffene trauen sich nicht mehr aus dem Haus, aus Sorge, nicht rechtzeitig eine Toilette zu finden. Vereinsamung und depressive Verstimmungen können weitere Begleiterscheinungen sein.

Der Weg aus dem Leiden

Der erste Schritt zur Bewältigung der Stuhl- oder Harninkontinenz ist der Gang zu einem Facharzt, entweder für Harnwegs- (Urologie) oder Enddarmerkrankungen (Proktologie). Hier kann erst einmal festgestellt werden, wo genau die Ursache liegt, um die Behandlung optimal abzustimmen. Auch Inkontinenz-Zentren oder Selbsthilfe-Gruppen können unterstützend helfen und das Gefühl geben, nicht alleine mit dem Problem zu sein.

Für den Alltag empfehlen sich spezielle Tampons für Blasenschwäche oder Stuhlinkontinenz. Sie haben die gleiche Aufgabe wie die Tampons, die man bei der Regelblutung benutzt, sind aber speziell für das Problem „Inkontinenz“ entwickelt worden.

Analtampons werden in verschieden Größen und Formen angeboten. Auch wenn die Vorstellung erst einmal ungewöhnlich ist, ist die Anwendung diskret, hygienisch und gesundheitlich unbedenklich.

Auch Vaginaltampons gibt es in verschiedenen Größen. Beides ist als Hilfsmittel anerkannt und zugelassen. Somit übernimmt die Krankenkasse, bei Einreichung eines Rezeptes beim Kauf in der Apotheke oder im Sanitätshaus, die kompletten Kosten.

Durch diese einfachen Hilfsmittel kann wieder Normalität im Berufs- und Privatleben erreicht und die Lebensqualität enorm verbessert werden.

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