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Geschrieben: 29. Juni, 2015 in Mein Haustier
 
 

Tierische Spiele im Sommer – bitte mit Maß

Wasserspiele_Hund 149
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Spielen gehört wie Laufen zu den Grundbedürfnissen des Hundes. Nicht alle aber sind gleich verspielt, manche nur als Welpen, andere spielen bis ins hohe Alter gern. Neben Toben mit Artgenossen steht auch das Spiel mit Herrchen oder Frauchen hoch im Kurs bei den meisten Vierbeinern.

Der Sommer bietet dafür eine Vielzahl an Möglichkeiten – sofern ein paar Regeln beachtet werden.

Denn „Hunde und Katzen können nicht schwitzen und überhitzen daher sehr schnell“, warnt Dr. Sabine Schroll, Tierärztin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie und Buchautorin. Hecheln reiche an heißen Tagen gerade aus, die lebenswichtigen Zentren im Gehirn zu kühlen, nicht aber dafür Wärme, die durch Bewegung und Anstrengung zusätzlich entsteht, aus dem Körper abzuleiten.

Es empfiehlt sich also, Aktivitäten mit dem Hund in die frühen Morgen oder Abendstunden zu verlegen, gegebenenfalls sogar in die Nacht, oder sich im Wald, einem schattigen Garten oder am Wasser zu vergnügen.

Am und im Wasser sind die meisten Hunde in ihrem Element, alle können schwimmen, machen tauchen sogar nach Apportgegenständen. Nachlauf- und Apportspiele lassen sich wunderbar aufs Wasser übertragen, sollten aber auch nicht zu lange ausgedehnt werden.

Überhitzungsgefahr besteht zwar nicht, aber Schwimmen ist für Hunde weitaus anstrengender als Laufen.

Beliebte Spiele im Freien sind Zerrspiele. Hier geht es wie beim Tauziehen darum, einen Stock, ein altes Handtuch oder einen alten Kartoffelsack an sich zu ziehen. Gelingt es, rennt der Sieger davon, wird eingeholt und das Zerr- oder Ziehspiel beginnt von vorn. 

Hier gilt es für den Besitzer in besonderem Maß darauf zu achten, dass er der Herr im Spiel bleibt.

Manche Hunde knurren, meist im Spaß, doch sollte Ernst daraus werden, muss das Spiel sofort abgebrochen werden, am besten trainiert der Besitzer von Anfang an, dass der Hund auf „Aus“ die Beute hergibt, was am besten  mit Belohnung einzuüben ist. Das Herrchen das Spiel jederzeit unterbrechen kann, ist natürlich auch bei anderen Spielen wichtig und muss trainiert werden.

Beim Nachlaufspiel wechseln die Rollen von Jäger und Gejagtem immer wieder. Spaß macht das auf jeden Fall, auch wenn der Hund natürlich hoffnungslos überlegen ist. Beim Versteckenspielen sieht das anders aus, denn das muss er erst lernen, anfangs sucht er meist nach Gehör. Nicht nur Familienmitglieder suchen, ist ein schönes Spiel, sondern Hunde lieben es auch, nach Spielzeug oder Leckerli zu fahnden. Beim Spielen sind keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist „alles was Spaß macht und niemanden gefährdet“, wie Schroll es ausdrückt. 

Wichtig im Sommer ist vor allem, dass damit nicht übertrieben wird. „Es gibt Hunde, die nicht wissen, wann Schluss ist – zehn bis 15 Minuten reichen bei heißem Wetter je nach Spielintensität schon für Überhitzung aus“, warnt die Tierärztin. Für Welpen sollte schon aus erzieherischen Gründen immer gelten, dass sie rechtzeitig zur Ruhe gebracht  werden, „um ihnen auch Entspannung beizubringen, die so vielen Hunden fehlt“, ergänzt sie. Wasser sollte unterwegs immer ausreichend dabei sein. 
Zum Abkühlen eignet sich beispielsweise ein nasses T-Shirt – es gibt auch eigene Cool-Shirts und Cool-Halsbänder für Hunde.

Vorsicht gilt auch bei Asphalt – er kann schnell zu Blasen und Verbrennungen an den empfindlichen Ballen führen.

Katzenbesitzer müssen weniger aufpassen, denn Katzen sind von Natur aus weniger ehrgeizig, sie überhitzen selten, sondern faulenzen bei Hitze lieber an einem schattigen Plätzchen.

Katzen mögen es beispielsweise, wenn Herrchen oder Frauchen eine Schnur hinter sich herziehen, die sie fangen dürfen. Auch aus Federn, Wollknäueln, Blättern oder Flaschenkorken lässt sich Spielzeug für den Stubentiger machen. Sommers wie winters beliebt ist das Katzenfummelbrett.

Autorin: Dr. Andrea Hammerl

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