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Geschrieben: 22. Mai, 2015 in Aktuelles | International
 
 

Tourismus in Sierra Leone: Branche kämpft mit den Folgen der Ebola-Krise

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Traumhafte Strände, unberührte Natur, von Europa aus leichter zu erreichen als die Karibik: Sierra Leone war gerade im Begriff, Trendziel für Urlauber zu werden – dann kam Ebola. Nun muss das Land von vorne anfangen. Die Bilder, die Issa Basma aktuell auf Facebook, Instagram und Twitter veröffentlicht, offenbaren von dem, was geschehen ist, nichts. (Quelle: spiegel.de) Keine Mundschutz tragenden Menschen, keine notdürftigen Kliniken.

Sierra Leones Hauptstadt Freetown, Fotoquelle: 123RF

Basma ist Hotelbetreiber. Viele tausend Stunden Arbeit und eine Menge Geld hat der junge Mann in den letzten Jahren in das Tokeh Beach Resort investiert. 2003 übergab ihm sein Vater die sich über viele Hektar erstreckende Anlage, die etwa eine Autostunde südöstlich von Sierra Leones Hauptstadt Freetown liegt. 2011 war die Eröffnung. Bei der Arbeit an zahlreichen Chalets war Basma selbst tätig. „Weil es Spaß macht, Träume zu verwirklichen“, erklärt er. Doch es ist ein Traum, von dem momentan keine Gäste profitieren. Seit über einem Jahr ist die Hotelanlage geschlossen.

Nach dem Bürgerkrieg und der Erholung davon: Ebola

Von 1991 bis 2002 stürzte der Bürgerkrieg Sierra Leone in die Krise. Zwölf Jahre nach dem Bürgerkrieg hatten die Bewohner die Schrecken dieser Zeit überwunden, die Wirtschaft Sierra Leones blühte wie keine andere in Westafrika auf. Dann tauchte Ebola auf. Momentan ist die Menge der Neuinfektionen sehr gering, ein Impfstoff, der momentan an etwa 6000 Probanden in Sierra Leone überprüft wird, stimmt die Menschen hoffnungsvoll. Die Schulen haben ihre Arbeit wieder aufgenommen und so etwas wie ein Alltag nimmt seinen Lauf.

Der Großteil der fast sechs Millionen Bewohner kommt mit weniger als einem Dollar pro Tag aus. Laut Fachleuten sind die Möglichkeiten jedoch gigantisch. Aufgrund der zahlreichen Bodenschätze wie Diamanten, Eisenerz und Gold, aber auch aufgrund der unberührten Natur. „Jetzt ist es umso wichtiger, dem Land auf die Beine zu helfen“, erklärt Yassin Kargbo, Anführer des National Tourist Boards. An unterschiedlichen Standorten im Land plant er mit staatlichen Fördermitteln die Eröffnung von Öko-Lodges, beispielsweise an den grünen Seitenteilen des Gipfels Bintumani, der mit 1945 Metern Höhe der erhabenste Berg Sierra Leones ist.

Private Investitionen sollen vorangetrieben werden

Bei dem Großprojekt, an dem Kargbo in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Tourismus momentan tüftelt, geht es aber vor allem darum, private Investitionen voranzutreiben. Ein gutes Beispiel ist „The Place“: Die 2013 in Betrieb genommene Luxusanlage mit lichtdurchströmten Chalets, Infinity Pool und Lounge-Bar in nächster Nähe zum Strand lockte vor der Ebola-Katastrophe Reisende aus der ganzen Welt an. Momentan ist das Resort zu. Doch eine Neueröffnung ist schon geplant. Auch das Radisson Blu in Freetown war für Gäste bezugsfertig, als Ebola das Land heimsuchte. Urlauber sieht man hier noch keine, dafür erste Handelsreisende.

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