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Geschrieben: 11. Oktober, 2013 in Aktuelles | Onkologie
 
 

Unbemerkte Gefahr – Lungenkrebs durch Radon

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Eine der häufigsten Ursachen für eine Erkrankung an Lungenkrebs ist Radon. Dieses Gas wird unbemerkt vom Menschen eingeatmet, denn es ist unsichtbar, riecht und schmeckt nicht. Dabei ist es radioaktiv und kann durch kleinste Fugen und Ritzen in Wohnhäuser gelangen. Das Gas gelangt über die Atemwege in die Lunge. Bei Radon sind vor allem seine Zerfallsprodukte gefährlich, denn diese lagern sich im Körper ab und schädigen die Zellen.


Image credit: eraxion / 123RF Stock Foto

Übereinstimmende Studien zeigen, dass durch eine hohe/erhöhte Radonbelastung Bronchialkarzinome entstehen können. Neben dem Rauchen steht Radon damit als einer der Hauptverursacher von Lungenkrebs fest. „Das Risiko steigt mit der Dosis,“ betont Lutz. Das Risiko für Lungenkrebs erhöht sich proportional mit ansteigender Radonkonzentration. Dies gilt sowohl für Raucher als auch für Nichtraucher. Um 16 Prozent – je Anstieg der Konzentration um 100 Becquerel pro Kubikmeter – steigt das Risiko. Da Raucher jedoch ein weitaus höheres Ausgangsrisiko haben, ist die Anzahl der radonindizierten Lungenkrebsfälle unter Rauchern erhöht.

Der Wissenschaftliche Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR) sagt, dass Radon in der Wohnung europaweit neun Prozent aller Lungenkrebstodesfälle verursacht. In Deutschland sterben demnach jedes Jahr fast 2000 Menschen an den Folgen einer erhöhten Radonbelastung.

Regionale Unterschiede

Die Belastung durch Radon ist regional sehr unterschiedlich. In vielen Regionen Deutschlands strömt das Gas aus dem Untergrund und kann durch schlecht gedämmte Keller in Wohnräume gelangen. In geschlossenen Räumen kann sich das Gas anreichern und damit zur Gesundheitsgefahr werden. „Radon ist eine vielfach unterschätzte Strahlenbelastung“, sagt Anja Lutz vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Die regionale Verteilung der Radonkonzentration in der Bodenluft (in einem Meter Tiefe) gibt Aufschluss darüber, in welchen Regionen mit einer erhöhten Radonkonzentration in der Raumluft zu rechnen ist. Die Konzentration, in der Radon aus dem Boden nach oben gelangt, variiert nämlich. Ursache ist die unterschiedliche geologische Struktur der Böden. Es zeigt sich, dass vor allem Gebiete in Süddeutschland, im Mittelgebirge, aber auch in Sachsen erhöhte Messwerte aufweisen. Zu den gefährdeten Gebieten im Süden gehören unter anderem das Allgäu, Miesbach, Bayreuth und Freyung-Grafenau. Im Osten fallen der Vogtlandkreis sowie das Erz- und Fichtelgebirge negativ auf.

Risikogebiete können auf eine erhöhte Gefahr hinweisen. Eine Prognose der Radonkonzentration erlaubt jedoch keinerlei Aussagen darüber, wie hoch die Belastung auf einzelnen Grundstücken, oder sogar in einem bestimmten Haus ist. Die Radonbelastung variiert sehr stark, je nach Bauweise, Alter und Zustand des Gebäudes.

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