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Geschrieben: 21. März, 2014 in Aktuelles | Ernährung
 
 

Vegetarische Ernährung auf dem Prüfstand

Vegetarische Ernährung, Fotoquelle: 123RF
Vegetarische Ernährung, Fotoquelle: 123RF

Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Graz räumt mit dem Klischee auf, dass Vegetarier gesünder leben. Fleischverzicht beugt demnach Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Allergien nicht vor. Die Forscher stellen das Gegenteil heraus. So erkranken Vegetarier häufiger an Krebs und erleiden häufiger Herzinfarkte als Menschen, die sich gelegentlich von Fleisch ernähren.


Vegetarische Ernährung, Fotoquelle: 123RF

Vegetariern fehlt demnach wertvolle Energie, die sich auf einen Fleischverzicht zurückführen lässt. Außerdem verweisen die Forscher auf die niedrigere Lebensqualität der Vegetarier. Kritiker der Studie hingegen betonen, dass all dies nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Fleischverzicht stehen muss. So können Schwankungen im Energiehaushalt sowie lebensqualitative Merkmale vielerlei Ursachen besitzen. Die Untersuchung beschreibt allerdings keine kausalen Zusammenhänge – dass also eine Wirkung eindeutig auf eine bestimmte Ursache zurückzuführen ist. Dies betonen auch die Forscher aus Österreich.

Meinungen zum Fleischverzicht gehen auseinander

So zeigen Studien aus Oxford, dass die Rate für Herzerkrankungen bei Vegetariern deutlich sinkt. Die Forscher teilten hierbei die Versuchspersonen in die Gruppen Vegetarier und Fleischesser ein. Dabei ergaben die Untersuchungen, dass das Risiko für Gefäßverengungen steigt, da Vegetarier ihre Energie – häufiger als Fleischesser – aus sekundären Pflanzenstoffen und Phytochemikalien beziehen. Über die Auswirkungen gehen auch hier die Meinungen auseinander. So werden die Pflanzenstoffe einigen Lebensmitteln hinzugefügt, da sie als Krebshemmer wirken und den Cholesterinspiegel senken können.

Vor verfrühten Schlussfolgerungen ist zu warnen. Denn Ernährungsstudien liefern keine Gründe für die Ergebnisse, sie stellen nur Zusammenhänge her. So steht der Fleischverzicht zwar mit den höheren Krankheitsraten in Verbindung, lässt sich jedoch nicht alleinig darauf zurückführen. Vielfältige und nicht in der Studie erfasste Merkmale können hierfür ursächlich sein. Auch biologische Vorbelastungen können die Ergebnisse der Untersuchung verfälschen und ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung von Krankheiten darstellen.

Große Studie aus Österreich

Die Forscher aus Österreich untersuchten in ihrer Studie 1320 Personen, die in vier Gruppen eingeteilt wurden: Vegetarier, Viel-Fleischesser, Wenig-Fleischesser und Fleischliebhaber – welche sich jedoch außerdem von viel Obst und Gemüse ernährten. Jede dieser Gruppen war hinsichtlich Fitness, Rauchverhalten, Geschlecht und sozioökonomischem Status vergleichbar. Somit wurden in jeder der Vergleichsgruppen 330 Personen untersucht, die jedoch unterschiedliche Ernährungspräferenzen besaßen.

Die Forscher fanden heraus, dass ein moderater Fleischkonsum mit einer zusätzlichen Ernährung von ausreichend Obst und Gemüse zu einer niedrigeren Krankheitsanfälligkeit führt. Diese Personen lebten im Schnitt gesünder. Auch erfassten die Forscher das subjektive Wohlbefinden. Aufgrund der Mischkosternährung empfanden sich die Versuchsteilnehmer als glücklicher und ausgewogener als die Personen der Vergleichsgruppen.

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