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Geschrieben: 24. September, 2013 in Magen & Darm
 
 

Wenn nichts mehr geht – Verstopfung

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Verstopfung – ernst nehmen

Kennen Sie das Gefühl, ständig voll oder gebläht zu sein, der Bauch ist aufgetrieben und schmerzt, Ihnen ist übel und Sie haben keinen Appetit? Wenn Sie in den letzten fünf Tagen nicht auf dem „stillen Örtchen“ waren, dann leiden Sie wahrscheinlich unter den klassischen Symptom einer Verstopfung.


Eine vorübergehende Verstopfung ist harmlos und muss nicht behandelt werden. Die chronische Verstopfung (Obstipation) hingegen ist eine ernstzunehmende Verdauungsstörung, an der ca. 20 bis 30 Prozent aller erwachsenen Menschen in den westlichen Industrienationen leiden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Definition Verstopfung

Die normale Stuhlfrequenz ist ganz individuell und variiert von dreimal täglich bis dreimal wöchentlich. Man definiert eine Verstopfung als eine zu seltene Stuhlentleerung, d. h. weniger als drei mal die Woche. Hinzu kommt, dass der Stuhl meist zu hart ist und die Entleerung schwierig oder schmerzhaft und nur unter starkem Pressen möglich ist. Hält dieser Zustand länger als drei Monate an, spricht man von einer chronischen Verstopfung.

Symptome

  • seltene Stuhlentleerung
  • unregelmäßiger Stuhlgang
  • zu harte Stühle, übermäßiges Pressen, Schmerzen
  • zu geringe Mengen pro Stuhlgang
  • aufgeblähter Bauch, Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • aus Angst vor Schmerzen nicht auf die Toilette gehen (Unterdrückung des Stuhldranges)

Wodurch entsteht eine Verstopfung?

Die Verstopfung ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben, die abgeklärt werden müssen. Funktionelle Störungen als Folge der veränderten Lebensweise der modernen Bevölkerung, sind am häufigsten, d. h. die Funktion des Darmes ist verändert. Man spricht auch von einem „Zivilisationsübel“, weil mangelnde körperliche Bewegung, falsche Ernährung verbunden mit Stress oder Hektik unser Alltagsleben prägen und es oft keine Zeit für eine geregelte Stuhlentleerung gibt.

Aber auch Darmerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen (Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes), Hämorrhoidalbeschwerden, übermäßige Einnahme von Abführmittel über einen längeren Zeitraum oder Medikamente können zu chronischer Verstopfung führen. Bei Übergewicht kann es ebenfalls zu Problemen bei der Darmentleerung kommen, da die Bauchmuskulatur erschlafft und dadurch die normale Darmbeweglichkeit eingeschränkt ist und die Entleerung gehemmt wird. Fehlende körperliche Aktivität ist mit einer der wesentlichsten Gründe, warum ältere Menschen an Verstopfung leiden. Auch während der Schwangerschaft oder durch eine Ernährungsumstellung, z. B. im Urlaub kann es zu einer vorübergehenden Verstopfung kommen.

Ursachen

  • ballaststoffarme Ernährung
  • Bewegungsarmut
  • zu wenig Flüssigkeit
  • geänderte Lebensbedingungen (Urlaub)
  • Stress
  • gestörte Darmflora
  • Daueranwendung von Abführmittel
  • Medikamente (z. B. Antidepressiva, Beruhigungsmittel, entwässernde Präparate, Eisenpräparate, Antihistaminika, Bluthochdruckmittel)
  • Schwangerschaft
  • bestimmte Erkrankungen (z. B. Diabetes)

Was Sie gegen Verstopfung tun können:

Hat sich bei Ihnen eine Verstopfung eingestellt, können Sie selbst einiges tun, damit sich die Darmentleerung wieder regelt.

  • achten Sie auf ballaststoffreiche Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkornbrot, Feigen, Trockenpflaumen, Sauerkraut). Seien Sie konsequent!
  • viel trinken (täglich bis zu zwei Liter) macht den Stuhl- weich
  • regelmäßige Bewegung wirkt sich positiv auf den Darm aus. Die natürliche Bewegung des Darms wird gefördert.
  • vermeiden Sie Stress und erlernen Sie Entspannungsübungen
  • den Gang auf die Toilette nicht hinauszögern
  • chemische und osmotische Abführmittel vermeiden, sie machen den Darm schnell abhängig. Außerdem entleeren sie den ganzen Darm und es gehen zu viele Nähr- und Mineralstoffe verloren.
  • Quell- oder Füllstoffe wie Weizenkleie, Lein- oder Flohsamen quellen im Darm auf und regen die Darmtätigkeit an (wichtig: mit viel Flüssigkeit einnehmen!)
  • harmlos sind Zäpfchen oder kleine Klistiere (auch für Schwangere und Kinder geeignet)
  • stärken Sie Ihre Bauchmuskulatur durch gymnastische Übungen
  • lassen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gründlich. Die Arbeit für den Darm wird somit erleichtert und die Gefahr von Blähungen reduziert.
  • gewöhnen Sie Ihren Darm an regelmäßige „Entleerungszeiten“ (z. B. gleich nach dem Frühstück)
  • denken Sie über Ihre eigenen Gefühle nach, denn der Darm drückt auch Seelisches aus (Gehen Sie ungern auf fremde Toiletten? Haben Sie im Urlaub Probleme?). Versuchen Sie emotional los zu lassen, auch wenn es schwer fällt

Nehmen Sie eine regelmäßige oder sogar ständige Verstopfung ernst! Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beschwerden anhalten, abwechselnd Durchfall auftritt, Blut im Stuhl erscheint oder noch weitere Beschwerden wie Schmerzen oder Fieber hinzukommen.

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