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Geschrieben: 18. März, 2013 in Depressionen | Krankheiten von A-Z | Psyche & Nerven
 
 

Depressionen – immer mehr Menschen betroffen

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Die Krankheit kann in jedem Alter zuschlagen

Depressionen sind auf dem besten Weg, sich zu einer regelrechten Volkskrankheit zu entwickeln. Jeder vierte EU-Bürger lebt bereits mit der Diagnose krankhafter Niedergeschlagenheit und rund 165 Millionen Menschen in ganz Europa sind von psychischen Problemen betroffen.

Angehörige, Freunde und Kollegen haben oft Probleme, eine Depression als Krankheit überhaupt zu erkennen und zu akzeptieren. Dabei genügt oft schon ein einfacher psychologischer Test, um depressive Verstimmungen als das zu erkennen, was sie sind: eine psychische Erkrankung, die einer Behandlung bedarf.

Viele Menschen wissen zunächst gar nicht, dass sie von einer Depression betroffen sind. Sie nehmen an sich zwar stimmungsmäßige Veränderungen wahr, etwa eine dauernde Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit, düstere Gedanken und Antriebsarmut, können sie allerdings nicht deuten. Psychologen und Nervenärzte empfehlen daher einen psychologischen Test, mit dessen Hilfe die an sich selber erkannten Symptome eingeordnet und entsprechend ausgewertet werden. Dabei kommen oft überraschende Ergebnisse zu Tage und Auffälligkeiten, denen zuvor keine oder nur wenig Beachtung geschenkt wurde, entpuppen sich als deutliche Vorboten oder bereits Symptome einer echten Depression. Ein solcher Test ersetzt nicht den Gang zum Psychologen oder Nervenarzt und eine individuelle Psychotherapie. Allerdings gibt das Testergebnis idealerweise den Anstoß, sich mit seiner Depression auseinanderzusetzen und endlich einen ersten Schritt zu einer Behandlung zu gehen.

Müdigkeit ohne Grund, Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit sind neben ständigem Grübeln meist ernstzunehmende Hinweise auf eine mögliche Depression. Das muss nicht unbedingt heißen, dass schlechte Laune und Schlaflosigkeit in Verbindung mit Antriebsarmut immer auf das Krankheitsbild hinweisen. Treten allerdings verschiedene Faktoren gehäuft auf, könnte das auf ernsthafte Probleme infolge depressiver Verstimmungen hindeuten und eine Therapie oder Beratung der angezeigte Weg sein. Schämen muss sich übrigens niemand für eine Depression und sie ist auch kein Ausdruck von Charakterschwäche oder von Versagen. Versagensängste sind allerdings nicht selten Begleiter einer Depression und davon können Manager und Millionäre ebenso betroffen sein wie Studenten oder Arbeitslose. Gerade das macht ja eine Volkskrankheit wie Depressionen aus, dass jeder Mann und jede Frau aus jeder gesellschaftlichen Schicht davon betroffen sein kann.

Genauso wenig, wie beruflicher Erfolg und Geld vor einer Depression bewahren können, lässt sich eine Aussage darüber treffen, in welchem Alter eine Depression besonders heftig und häufig zuschlagen kann. Selbst Kinder können bereits betroffen sein und Depressionen unter Schülern haben während der letzten Jahre dramatisch zugenommen. Schuld daran sind neben vielen anderen Faktoren nicht zuletzt erhöhter Druck in Schule und Ausbildung und veränderte Familienstrukturen. Auf der anderen Seite sind immer häufiger auch Senioren von der Volkskrankheit betroffen und die Altersdepression ist ein ernst zu nehmendes psychologisches und medizinisches Problem. Betroffen sein können Menschen in jeder Phase ihres Lebens, wobei Frauen prozentual häufiger betroffen sind als Männer. Ernst zu nehmen als Krankheit und nicht als Lappalie ist eine Depression in jedem Fall. Der Gang zum Therapeuten, falls ein psychologischer Test erste Hinweise gab, ist dringend anzuraten. Zumal mit einer Depression nicht selten eine Gefährdung in Richtung Sucht oder Suizid einhergeht.

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