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Geschrieben: 20. März, 2006 in Ganzheitlich Leben
 
 

Walpurgisnacht – Achtung, die Hexen sind los!

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Walpurgisnacht, das Hexenfest schlechthin, kennt jeder. Dichter und Komponisten haben das Fest literarisch und musikalisch verarbeitet, wie etwa Theodor Storm, Goethe oder Felix Mendelssohn Bartholdy und so mancher Orts werden ausgelassene Feste gefeiert, besonders aber im Harz. Sagen und Mythen ranken sich um die Walpurgisnacht. Aber woher kommt sie und was versteht man darunter? Die Ursprünge der Walpurgisfeier gehen weit bis in die germanische Zeit zurück. Traditionell findet sie als Mondfest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai statt.

In dieser Nacht feierten unsere Vorfahren mit diversen Opfern den Beginn der Sommerzeit, in der die Erde wieder zum Leben erwacht. Es wurden dabei aber auch böse Geister vertrieben, was durch Feuer oder Verkleidung mit Masken geschah. Im Rahmen der Christianisierung wurde der „heidnische, unzüchtige Hokuspokus“ verboten. Die weisen Frauen der Kelten oder Germanen wurden zu Hexen erklärt. Die Kirche verbreitete das Gerücht, dass in dieser Nacht die Hexen auf ihren Besen oder Mistgabeln ausflogen, um sich auf dem Blocksberg (eigentlich Brocken) zu versammeln und sich dort mit dem Teufel zum Hexensabbat trafen. „Hexen“ galten als die weibliche Verkörperung des Bösen und wer medizinische Kenntnisse besaß, stand mit dem Teufel im Bunde.

Zwar wurde weiterhin um die Feuer getanzt, aber nun mit dem Zweck, die Hexen zu vertreiben, und die Menschen zogen lärmend und Peitschen knallend durch die Straßen. Man malte weiße Kreuze an die Türen von Häusern und Ställen oder streute geweihtes Salz auf die Türschwellen, um die Hexen fern zu halten und die Besen wurden mit dem Reisig nach oben gestellt. Baldrian- und Dostzweige wurden aufgehängt, um zu verhindern, dass das Vieh verhext wurde. So manches Paar sprang über das Feuer und sicherte sich damit eine lange währende Liebe. Am 1. Mai ging niemand vor dem ersten Hahnenschrei aus dem Haus, es könnte ja noch irgendwo eine verspätete Hexe unterwegs sein!

Der Ursprung des Hexenglaubens in Verbindung mit der Walpurgisnacht entstammt somit nicht etwa dem alten Volksglauben, sondern der Kirche. Wie auch andere heidnische Feiertage, wurde die Walpurgisnacht in ein kirchliches Fest umgewandelt. Der erste Mai wurde der Heiligen Walpurga, der Schutzpatronin der Bäuerinnen und Mägde sowie der Seefahrt geweiht. Erst ihre Heiligsprechung an einem 1. Mai stellte die Verbindung zur heutigen Walpurgisnacht her. Sie gilt außerdem als Beschützerin vor bösen Geistern und Hexen. In den heutigen bäuerlichen Maibräuchen leben viele Walpurgisriten weiter. Das einstige Fest der Fruchtbarkeit und des Lebens besteht weiter in den Maifeiern mit dem Tanz um den Maibaum, frischen Birkenzweigen, Hexenfeuer oder Maifeuer und anderen ausgelassene Feste. Üblicherweise wird der Maibaum, Symbol der Fruchtbarkeit, in der Walpurgisnacht geschlagen und am 1. Mai aufgestellt.

In einigen ländlichen Regionen ist in der Walpurgisnacht traditionell noch allerlei Schabernack erlaubt: Ortschilder werden vertauscht, Fahrräder zerlegt, Gartenzäune ausgehängt und vieles mehr. Räumen Sie also alle beweglichen Gegenstände abends ins Haus – denn sonst kommen die „Hexen“!

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