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Geschrieben: 22. Mai, 2013 in Mein Haustier
 
 

Wann zum Tierarzt

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Wann muss mein vierbeiniger Liebling zum Tierarzt?

Eine Frage, die viele Tierhalter verunsichert. Ist der Hund krank, wenn das Fieberthermometer 39 Grad zeigt? Stark blutende Verletzungen, Knochenbrüche oder erheblich gestörtes Allgemeinbefinden lassen keine Zweifel offen. Anders sieht es aus, wenn das Tier einfach nur verändert scheint.

Dann sollte der Tierbesitzer genau beobachten. Frisst es? Trinkt es? Wirkt es müde oder apathisch? Wie hoch ist die Körpertemperatur? Sind äußere Verletzungen erkennbar? Könnte das Tier etwas Falsches gefressen haben? Hat es Schmerzen? Wie sieht es mit der Fellpflege aus? „Wenn sich Katzen nicht mehr putzen, kann das ein Hinweis auf verschiedene Probleme sein – von Zahnfleisch-entzündungen bis zu inneren Krankheiten“ sagt Dr. med. vet. Karl Eckart, Kleintierpraktiker und Vorsitzender des tierärztlichen Bezirksverbandes Schwaben sowie Vorstandsmitglied der ATF (Akademie für Tierärztliche Fortbildung). Ältere Katzen, die plötzlich stark abnehmen, obwohl sie gut fressen, können eine Schilddrüsenerkrankung haben. Auch Verhaltensänderungen liefern Hinweise. „Vielleicht hat der Hund, der zubeißt, wenn man ihn am Kopf streichelt, Schmerzen?“, meint Eckart. Im Zweifel gilt: „Lieber einmal mehr zum Tierarzt, als etwas verpassen“ Selbst bei schleichenden Symptomen wie Arthrosen ließe sich heute viel machen. „Die Tiermedizin hat einen Standard, der dem der Humanmedizin vergleichbar ist“, sagt der Veterinärmediziner. Er setzt auf Prävention und rät bei alten Tieren zu regelmäßigen Checks inklusive Ernährungsberatung – gegebenenfalls nach Blutbild. Vor Selbstmedikation warnt er eindringlich, denn auch rezeptfreie, scheinbar harmlose (Schmerz) Medikamente aus der Humanmedizin können beim Vierbeiner „verheerende Folgen“ haben, sei es, weil Hund oder Katze sie nicht vertragen oder eine völlig andere Dosierung als der Mensch benötigen.

Grundsätzlich immer beim Haustierarzt vorstellen sollten Besitzer neu erworbene Tiere. Hundewelpen erhalten mit etwa acht Wochen die Grundimmunisierung gegen die wichtigsten Krankheiten, Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose, Katzenwelpen werden gegen Katzenseuche, Herpesviren und Caliciviren geimpft. Tollwut kann etwas später hinzukommen, wobei hier individuell abgewogen wird. „Eine Hauskatze, die nie rauskommt, muss weder gegen Tollwut geimpft werden, noch ständig entwurmt werden“, betont Eckart.

Alljährlich sollte der Impfschutz überprüft werden. Eine gute Gelegenheit für Patientenbesitzer und Tierarzt, Probleme oder Wesensänderungen zu besprechen, Zahnstein zu entfernen, die Ohren zu reinigen und bei Bedarf Krallen zu kürzen oder Analdrüsen auszudrücken. „Eingehende Untersuchung und Beratung gehören zur Impfung dazu“, sagt Eckart. Wie oft ein Tier entwurmt werden muss, hängt von den Lebensumständen ab. Für eine Katze, die täglich Mäuse fängt und frisst, reicht zweimal im Jahr nicht aus.

Bevor es auf Reisen geht, ist ein frühzeitiger Besuch beim Tierarzt angeraten, denn er kennt die Bestimmungen – von Impfungen, die unter Umständen Monate vorher erfolgen müssen, bis hin zu Leine und Maulkorb, die beispielsweise in Italien zwingend mitgeführt werden müssen.

Als kleine Hilfestellung bezüglich Körpertemperatur – denn die liegt bei Tieren in der Regel höher als beim Menschen – dient die Faustregel: je kleiner oder jünger das Tier, desto höher die Normaltemperatur. Angegeben werden für Hunde kleinerer Rassen von 38,5 bis 39 °C, für größere Rassen 37,4 bis 38,5°C, für Katzen 38,5 bis 39,3°C.

Autorin:
Dr. med. vet. Andrea Hammerl

86668 Karlshuld

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