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Geschrieben: 22. Dezember, 2015 in Ratgeber Tipps & Trends
 
 

Die richtigen Gewürze für eine gesunde Weihnachtsbäckerei

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Gewürze sind Pflanzenteile verschiedenster Art, meist getrocknet, die zum Würzen verwendet werden können. Das Wort Würze stammt von den altniederdeutschen Begriffen „wurt“ = Pflanze und „wurtia“ = Würzware oder Spezerei ab. So werden z. B. die Wurzelstöcke bei Ingwer, Kurkuma, Galgant und Kalmus verwendet, bei Thymian, Basilikum, Majoran die Blätter und die Fruchtkapseln bei Paprika, Vanille, Kardamom, die Knospen bei Nelken und Kapern, die Spaltfrüchte bei Anis, Fenchel und Koriander.

Anis:

Die relativ kleine Pflanze enthält in allen ihren Teilen ein wohlriechendes ätherisches Öl, das den charakteristischen süß-scharf Anis-Geschmack hervorruft. Es ist ein typisches weihnachtliches Gewürz. Ob mit Anis gewürzte Bratäpfel, Anis-Plätzchen – wer könnte sich Weihnachten ohne dieses Gewürz vorstellen? Aber es wird nicht nur für süße Naschereien verwendet, sondern auch für Anisbrot. Noch heute ist Anis fester Bestandteil von Hochzeitskuchen, da man ihn in vielen Gegenden als Aphrodisiakum schätzt. Anis ist seit früher Zeit immer eine wichtige Heilpflanze gewesen. Die Früchte helfen bei Verdauungsstörungen, vermindern Blähungen, und beruhigen den Darm, sie regen die Verdauung an, helfen bei Erkrankungen der Atemwege und wirken krampflösend.

Gewürznelke:

Die Blütenknospen des Gewürznelkenbaums werden seit Jahrtausenden als Gewürz verwendet und kommen als „Nelken“ oder „Näglein“ in den Handel. Beim Trocknen verfärben sie sich dunkelbraun. Alle Teile der Pflanze enthalten einen hohen Anteil an ätherischem Öl, das Nelkenöl. Nelken sind ein vielseitiges Gewürz. In der Weihnachtszeit würzt man damit Weihnachtsgebäck, Bratäpfel, Kompott, Punsch, Glühwein und Feuerzangenbowle. Sie sind gut bei Erkältung, Grippe, Husten und helfen bei Verdauungsschmerzen.

Muskatnuss:

Im allgemeinen spricht man zwar von einer Nuss, aber in Wirklichkeit handelt es sich um Kerne einsamiger Beeren, die fast wie Aprikosen aussehen. Das Fruchtfleisch umschließt den Kern (fälschlicherweise als Nuss bezeichnet), der von einem roten Fruchtmantel umbeben ist, aus dem die Muskatblüte gewonnen wird. Sowohl die Muskatnuss als auch die Muskatblüte enthalten ätherische Öle. Letztere jedoch eine höhere Konzentration, weshalb die „Blüte“ auch so teuer ist.
Der Muskatbaum kommt ursprünglich von den Molukken, fernöstliche Inseln, die heute zu Indonesien gehören. Muskat als Gewürz ist im Fernen Osten schon lange bekannt und hat auch heute noch in den Küchen eine große Bedeutung. Der Nürnberger Lebkuchen ist ohne Muskat nicht denkbar! Auch in zahlreichen Rezepten für weihnachtliches Gebäck haben Muskatnuss und –blüte ihren festen Platz. Schließlich gibt es auch Liköre, die Muskatwürze enthalten wie z. B. Sangria.
Die Wirkstoffe der Muskatnuss helfen bei Magenbeschwerden, Erkältung und Rheuma.

Vanille:

Als einziges Gewürz stammt die süß duftende Vanille von einer Orchidee ab. Die Kapselfrüchte der Vanilla planifolia, auch Schoten oder Stangen genannt, enthalten das meiste Vanillin. Die Schoten sind nach Bearbeitung schwarzbraun und von kleinen Vanillinkristallen bedeckt. In ihrer Heimat in Mittelamerika wurde die Nützlichkeit dieser Pflanze schon sehr früh von den Azteken und Tolteken erkannt, die damit ihre Schokoladengetränke würzten. Sie schrieben der Pflanze eine gesundheitsfördernde Wirkung zu und benutzten sie als Parfüm. Die berühmteste Vanillesorte ist die Bourbon-Vanille. Erste erfolgreiche Kultivierungsversuche machten die Franzosen auf der Insel Réunion (damals Bourbon genannt) und legten damit den Grundstock für diese Sorte. In der Weihnachtsbäckerei dar sie nicht fehlen, vor allem in Süßspeisen, Kuchen, Süßigkeiten oder Kompott. Vor allem die bayerisch-österreichischen Vanillekipferls sind ein bekanntes weihnachtliches Gebäck.

Zimt:

Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt, obwohl es schwierig zu gewinnen ist. Doch was sind die Zimtstangen, die im Handel erhältlich sind? Dabei handelt es sich um die getrockneten und eingerollten inneren Partien der Zweigrinde. In diesen Pflanzenteilen ist der für Zimt charakteristische Inhaltsstoff (Zimtaldehyd) enthalten. Man kann sich vorstellen, dass die Gewinnung dieses eigentümlichen Gewürzes kompliziert ist. Nur von Zweigen, die etwas mehr als Fingerdicke im Durchmesser haben, lässt sich Zimt von guter Qualität erhalten. Die minderwertigen Teile des Zimtbaumes werden zu Zimtpulver vermahlen. Seinen unzertrennlichen Partner fand Zimt schon im Mittelalter: den Zucker. Zimt und Zucker, Zucker und Zimt, diese Kombination gehört an Kompott und Milchspeisen. Vor allem an Gebäck wie die berühmten Zimtsterne, Zimtbrote, Zimtwaffeln ist er als Gewürz nicht wegzudenken. In der Medizin wird Zimt gegen Magenerkrankungen verordnet. Er wirkt appetitanregend, erhitzend und regt Kreislauf und Durchblutung an.

Übrigens: Die berühmten weihnachtlichen Pfefferkuchen, wohlbekannt aus dem Märchen Hänsel und Gretel, mit denen die Hexe ihr Haus gebaut hatte, waren wohl nur viel früher mit Pfeffer gewürzt. Der Begriff „Pfeffer“ wird allgemein oft als Synonym für „Gewürz“ gebraucht – so wie das auch hier der Fall sein dürfte.

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