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Geschrieben: 16. November, 2013 in Ratgeber Tipps & Trends
 
 

Wenn Oma oder Opa mit dem Auto unterwegs ist

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Eine aktuelle forsa-Umfrage zeigt es ganz deutlich: Angehörige älterer Autofahrer sind häufig in Unruhe und sich unsicher darüber, ob das Familienmitglied noch fahrtüchtig ist. Im Allgemeinen gilt, dass man solange Autofahren kann, wie es der persönliche Zustand zulässt und man sich selbst dazu in der Lage fühlt. Es wäre fatal dort ein Geburtsdatum als Grenzwert festzusetzen und doch fühlen sich einige Angehörige unbändig, wenn Oma oder Opa am Lenkrad sitzen.
(c) Can Stock Photo

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat empfiehlt in diesem Fall das ehrliche Gespräch mit den Betreffenden zu suchen und gegebenenfalls einen Hausarzt zur Rate zu ziehen. 

Warum haben Angehörige Angst – den Führerschein hat man, wenn man ihn hat.

Bei der Umfrage wurden die Angehörigen auch nach dem Grund der Unsicherheit gefragt. Über die Hälfte, knapp 56 Prozent, gaben dabei an, dass es am hohen Alter des Verwandten läge. Rund 43 Prozent finden aber auch tatsächliche Fahrfehler oder die Einnahme von Medikamenten äußerst beunruhigend. Jeder 3. der Befragten gab zudem zu, sich als Beifahrer unsicher zu fühlen, wenn er mit dem älteren Autofahrer unterwegs sei.

Bisher gibt es speziell für das Autofahren im hohen Alter keine Regelungen. Das liegt ganz einfach daran, dass es von Mensch zu Mensch sehr verschieden ist, bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Autofahren kann. Ein Geburtsdatum allein kann hier kein ausschlaggebender Punkt sein oder ein Maßstab, an dem man ablesen kann inwieweit die Fahrtüchtigkeit (noch) besteht. Wichtig sei zudem, ob der Fahrer ein routinierter Autofahrer ist, der häufig vor dem Lenkrad sitzt. Auch die Gesundheit spielt eine wesentliche Rolle. Allein aus diesem Grund sollten ältere Menschen regelmäßig den Arzt aufsuchen und den aktuellen Gesamtzustand überprüfen lassen. Hier können auch die Angehörigen einen Anteil dazu beitragen und den älteren Verwandten dazu ermutigen regelmäßige Kontrolle durchführen zu lassen. Verschiedene Probleme, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können, lassen sich häufig mit wenig Aufwand in den Griff bekommen. Sollten ernsthafte Bedenken oder Zweifel an der Fahrtüchtigkeit bestehen, so nimmt der Arzt auch hier häufig eine Sonderstellung ein und kann auch dem eingefleischtesten Autofahrer mit Fakten überzeugen, von weiteren Fahrten abzusehen.

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Mit Bedacht und Vorsicht dieses sensible Thema ansprechen

Die Studie zeigte auch, dass viele der Befragten bereits versucht hatten das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen. Häufig stießen sie dabei auf taube Ohren oder der ältere Autofahrer fühlte sich zu Unrecht angegriffen. Nur jeder 3. der Autofahrer im hohen Alter reagierte einsichtig und aufgeschlossen. Prof. Dr. Heinz Jürgen Kaiser, Verkehrspsychologe rät aus diesem Grund solche wichtigen Themen mit Sensibilität und Sachlichkeit anzusprechen. Dabei sollte man vor allem nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und auch nicht Gespräche zwischen Tür und Angel wagen. Idealerweise wird das Thema Autofahrern vielleicht gerade durch Medien oder Dritte angesprochen. In jedem Fall sollte die Botschaft aber beinhalten, dass man seine vollste Unterstützung anbietet, damit die Mobilität so lange wie nur möglich erhalten bleibt. Zeitgleich sollte man aber auch seine Sorgen und Ängste die damit im Zusammenhang stehen zum Ausdruck bringen. Die Studie hat zudem gezeigt, dass zwei Drittel der Senioren auf den Rat ihres Arztes hören würden, wenn dieser vom weiteren Fahren abrät. Wer also auf Granit beißt, sollte sich ggf. den Hausarzt als Verbündeten suchen und mit ihm zusammen agieren. Falsch ist es jedoch immer aus purem Eigeninteresse oder aus übersteigerter Angst das Autofahren verbieten zu wollen.

Die „Aktion Schulterblick“ des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick.
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