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Geschrieben: 19. Mai, 2015 in Gelenke | Therapien
 
 

Wirksame Therapien gegen Rheuma

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Da das Immunsystem des Körpers dem Organismus selbst schadet, entstehen Schmerzen in den Gelenken. Die Autoimmunerkrankung Rheuma befällt die Bewegungsorgane insbesondere im Bindegewebe, an Gelenken, Muskeln oder an Sehnen. Ungefähr 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an der Krankheit. Sie haben meist anhaltende Beschwerden, müssen Arzneien einnehmen und erleben jeden Tag mit Einschränkungen.

Rheuma äußert sich meistens durch Gelenkschmerzen, Fotoquelle: 123RF

„In der Basistherapie geht es vor allem darum, die Ursache des Gelenkschmerzes zu bekämpfen, nämlich die Entzündung“, erklärt Stefan Rehart, Präsident der Deutschen Gesellschaft für orthopädische Rheumatologie (DGORh). (Quelle: focus.de) Kortison zeigt eine große Wirkung gegen Entzündungen und hilft, die Schmerzen zu besänftigen. Wie Betroffene auf Kortison reagieren, steht im direkten Verhältnis zur Dosierung. „7,5 Milligramm pro Tag sollten möglichst nicht überschritten werden“, erläutert Rehart. Gängige Nebenwirkungen bei einer starken Dosis sind Akne, ein aufgedunsenes Gesicht durch Wassereinlagerungen, Nebenniereninsuffizienz oder Risse in der Haut, die an Dehnungsstreifen erinnern.

NSAR und Basismedikamente

Üblicherweise werden sogenannte nichtsteriodale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt, um die  Schmerzen zu lindern. Sie helfen, die Entzündung abzuschwächen und senken das Fieber. Außerdem sind sie nicht kortisonhaltig. Bekannte Nebenwirkungen der NSAR sind Magen-Darm-Leiden und ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen. „In der Regel werden diese kortisonfreien Mittel zusätzlich zu anderen entzündungshemmenden Medikamenten verschrieben“, erläutert Rehart. Auf diese Weise kann man die Kortison-Dosierung verkleinern.

Basismedikamente wie Leflunomoid, Methotrexat und Sulfasalzin gehören zu einer grundsätzlichen Langzeitbehandlung für Betroffene, die an Rheuma erkrankt sind. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung der Erkrankung zu stoppen und die Symptome abzuschwächen. Beschwerden und Schwellungen an den Gelenken werden reduziert. Diese Präparate können bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedliche Nebenwirkungen haben, beispielsweise Blutbildumwandlungen, Fruchtbarkeitsstörungen, Infektionsrisiken und Haarausfall.

„Immunblocker“ und pflanzliche Mittel

Aufwendig produzierte Biologicals kommen für die Behandlung aller Gelenke und Organe zum Einsatz, zum Beispiel bei Kinderrheuma und rheumatoider Arthritis. „Die Biologicals greifen direkt in die Entstehung der Entzündungsprozesse ein“, erläutert Rehart. Doch nicht alle Rheuma-Patienten reagieren positiv auf die Medikamente. Da sie sehr kostenintensiv sind, ist ihre Wirkung umfassend erforscht. Ihre Nebenwirkungen sind sehr begrenzt. Mittel auf pflanzlicher Basis wie Arnika oder Beinwell können Rheuma-Betroffene zur Linderung von leichten Beschwerden anwenden. Meistens zeigen die pflanzlichen Mittel so gut wie keine Nebenwirkungen. „Vorsichtig sollten Patienten allerdings bei der Anwendung von Arnika sein“, erklärt Rehart. Eine zu große Dosis kann giftig sein.

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