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Geschrieben: 26. August, 2014 in Zahnpflege/ Zähne
 
 

Zähneputzen – wie denn nun richtig?

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Zähne möglichst lange putzen. Der Bürstendruck sollte dem Gewicht einer Orange entsprechen. Alles Unsinn. Fegen, rütteln, kreisen? Mit elektrischer oder konventioneller Bürste, mit langem oder kurzem Ausspülen danach? Wer glaubt, dass er zum Zähneputzen einheitliche und verlässliche Tipps von Zahnärzten und Fachverbänden bekommt, wird enttäuscht. Denn dort herrscht, wie jetzt englische Forscher ermittelt haben, keineswegs Einigkeit.

Richtig Zähneputzen, Fotoquelle: 123RF

Die Forscher haben in zehn verschiedenen Ländern analysiert, welche Zahnputztechnik von Fachorganisationen und zahnmedizinischen Lehrbüchern sowie von Herstellern von Zahnpflegeprodukten empfohlen wird.

Man fand fast so viele unterschiedliche Strategien wie Borsten auf der Zahnbürste, aber dafür nur wenige wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit. Und das ist, wie Studienleiter Aubrey Sheiham vom University College in London ausführt, für die öffentliche Zahngesundheit einfach nur „inakzeptabel“.

Uneinigkeit zwischen Lehrbüchern und Experten

Es fehlen, so Sheiham, „die Beweise dafür, dass die komplizierten Techniken besser sind als einfaches, vorsichtiges Bürsten“. So sei beispielsweise keineswegs sicher, dass das kreisförmige Bürsten – es wird in knapp zwei Dritteln aller deutschen Haushalte angewandt – besser ist als das einfache horizontale Bewegen des Bürstenkopfs.

Sheiham empfiehlt daher, den Aufwand möglichst gering zu halten: drei Mal täglich bürsten, von Rot, dem Zahnfleisch, nach Weiß, zur Zahnoberfläche. Die Bürste sollte man im halben rechten Winkel halten, weil dadurch die Plaque optimal entfernt wird. „Um zu vermeiden, dass man zu hart aufdrückt“, so Sheiham, „hält man die Bürste besser wie einen Bleistift zwischen Zeige- und Mittelfinger und nicht in der Faust.“ Das sei eine einfache Methode, um das Zahnfleisch zu schützen. Und alle Male sinnvoller als der in Deutschland oft zu hörende Tipp, wonach der Bürstendruck ungefähr dem Gewicht einer Orange entsprechen sollte. Denn wer weiß schon, wie viel eine Orange wiegt und wie man dieses Gewicht als Druck auf den Zähnen spürt?

Drei Mal zwei Minuten sind optimal

Eine Alternative zum Bleistiftgriff wären elektrische Zahnbürsten. Denn Zahnmediziner Stefan Klotz konnte in seiner Doktorarbeit für die Ludwig-Maximilians-Universität in München nachweisen, „dass bei Handzahnbürsten wesentlich höhere Kräfte auf das Zahnhart und -weichgewebe ausgeübt werden als bei den elektrischen Modellen“. Letztere reinigen also schonender und gründlicher. Aber sie sind natürlich auch teurer.

Nach dem Putzen reicht es, den Mund kurz auszuspülen, um die gelösten Plaque- und Essensreste endgültig zu beseitigen. Die optimale Dauer der gesamten Säuberungsprozedur liegt bei drei Mal täglich zwei Minuten. Peter Heasman von der Newcastle University in England fand nämlich heraus, dass längere Reinigungsprozeduren keineswegs mehr Zahnbelag entfernen. „Sie vergrößern allenfalls das Risiko für Verletzungen an Zahnfleisch und Zahnschmelz“, so Heasman.

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