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Geschrieben: 02. August, 2013 in Aktuelles | Mutter & Kind
 
 

Zu viel Kräutertee für Schwangere, Kinder und Stillende kann ungesund sein!

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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor übermäßigem Konsum von Kräutertees bei Schwangeren, Stillenden und Kindern. Der Grund sind die nachgewiesenen, sekundären Pflanzenstoffe, die der menschlichen Gesundheit möglicher Weise schaden könnten. Pflanzen benötigen diese Stoffe, um sich gegen Fressfeinde, wie Raupen zu schützen.


Gefahr bestehe allerdings nicht akut und kommt auch erst für den Menschen wahrscheinlich in Frage, wenn dieser derartige Produkte übermäßig viel und über einen recht langen Zeitraum zu sich nimmt. Zu dieser Warnung gelangten die Experten, nach dem über 221 diverse Proben näher untersucht wurden. Dazu gehörten unter anderem Kräutertees, Teemischungen und auch Teedrogen, welche als getrocknete Heilpflanzen besser bekannt sind. Zu den Teesorten zählten Babyfencheltee, Pfefferminztee als auch Brennnesseltee und Kamillentee. Erstaunlicher Weise wurden bedenklich hohe Anteile der sekundären Pflanzenstoffen gemessen. Diese lösten bei Tierversuchen unter anderem Krebs aus.

Diese Erkenntnisse müssen nun über weitere Test vertieft werden. Mit Sicherheit kann das Risiko noch nicht benannt werden. Denn selbst innerhalb einer Teesorte kam es zu enormen Schwankungen der Stoffe. Daher raten Experten dazu, dass Eltern ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Teegetränke anbieten sollten. Lieber auch mal ein Glas Wasser oder Schorle. Auch Schwangeren und Stillenden wird dazu geraten, als Getränk nicht nur ausschließlich auf Kräutertees zu setzen.

Als Konsequenz dieser Ergebnisse fordert nun das BfR, dass Teechargen genauer auf diese Inhaltsstoffe kontrolliert werden müssen. Bislang gibt es in Deutschland noch keine gesetzlichen Richtwerte für die Pyrolizidinalkaloide, was der Fachausdruck für die sekundären Pflanzenstoffe ist. Weder in Lebensmitteln noch in Futtermitteln. Unternehmen, deren Produkte sehr hohe Werte aufweisen, müssen die Ursache abklären. Die Pyrolizidinalkaloide kommen in rund 6.000 Pflanzenarten vor. Wie hoch der Gehalt jedoch ist, hängt von vielen anderen Faktoren ab. Dazu zählt das Klima, die Bodenbeschaffenheit als auch das entsprechende Pflanzenteil. Das Gemeine Geiskraut, das Jakobskreuzkraut und der Natternkopf zählen in Deutschland zu den Pflanzen, die den höchsten PA-Wert haben. Sogar in Honig kann dieser Stoff vorkommen.

Der Begriff sekundäre Pflanzenstoffe umfasst weit über 1.000 verschiedene Mittel, die Pflanzen zum Schutz vor Schädlingen produzieren. Allein in der Nahrung kommen über 10.000 diverse, sekundäre Pflanzenstoffe vor, die sogar eine heilende Wirkung haben. So werden zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen hauptsächlich diese sekundären Pflanzenstoffe hinzugezogen. Alles eine Frage des Maßes!

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