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Geschrieben: 25. Oktober, 2016 in Aktuelles | Ernährung
 
 

Zuckersteuer – ja oder nein? – Gebt dem Affen keinen Zucker mehr

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Unser Gehirn liebt Zucker, es ist verrückt danach. Denn Zucker bedeutet ‚Energie‘. Allerdings leben wir in einer Überflussgesellschaft, und der einst rare Zucker ist mittlerweile in Hülle und Fülle vorhanden. In rauen Mengen schütten wir ihn in unseren Körper hinein, nicht zuletzt in Form von Limonaden. In Deutschland nehmen wir rund 35 Kilogramm Zucker pro Jahr zu uns. Das ist weit mehr als der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Maximalwert.
Zuckersteuer, Fotoquelle: 123RF

Dem will die WHO nun einen Riegel vorschieben. Die Menschen sollen weniger Zucker zu sich nehmen. Ein möglicher Anreiz: eine Zuckersteuer.

Keine neue Idee, aber ein neuer Grund

In manchen Ländern gibt es sie bereits, die Zuckersteuer. In Frankreich, Ungarn, Finnland und Mexiko haben die Regierungen Sonderabgaben auf zuckerhaltige Getränke erlassen. In Großbritannien überlegt man, ob man nachziehen sollte. In Deutschland gab es sie sogar schon einmal, und zwar von 1841 bis 1993 – über hundert Jahre also. Der Grund für ihre Einführung war allerdings nicht die Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung, sondern rein wirtschaftlicher Natur. Das galt auch für ihre Aufhebung: Wettbewerbsverzerrungen innerhalb des EU-Binnenmarktes sollten so korrigiert werden. Doch der Wind hat sich gedreht – und bläst den Limonade-Produzenten nun ihren Zucker um die Ohren.

Eine Steuer gegen Karies, Diabetes und Übergewicht

Im Kampf um die Gesundheit der Erdbevölkerung plädiert die WHO für eine Sondersteuer von 20 % des Verkaufspreises auf Süßgetränke. Doch warum hat die WHO ausgerechnet die Limonade-Produzenten auf dem Kieker? Weil Limonade zwar viele Kalorien enthält, aber kaum Nährstoffe. Ein Glas Cola (0,2 Liter) enthält demnach sieben Stück Würfelzucker, das sind rund 20 Gramm. Das tägliche Ideal liegt bei 25 Gramm. Kritisch wäre alles über 50 Gramm. Aber auch so mancher Fruchtnektar oder Smoothie entpuppt sich als wahre Zuckerbombe, von Schokolade und anderen Süßigkeiten ganz zu schweigen. Allerdings sind es eben genau die stark gezuckerten Limonaden, die gerade von den erwerbsschwächeren Bevölkerungsschichten gerne gekauft und getrunken werden. Höhere Preise würden hier wohl tatsächlich zu einem Rückgang des Konsums führen. Die Zuckersteuer hat also auch eine demographische Dimension.

Ist eine Zuckersteuer überhaupt sinnvoll?

Zwar wird seit mehreren Jahren eine Zuckersteuer in verschiedenen Ländern erhoben. Ob diese auch wirklich zu einer verbesserten Gesundheit der Bevölkerung beigetragen hat, ist aber nicht so eindeutig zu bestimmen. In Ungarn trinkt ein Drittel der Bevölkerung seit Einführung der Steuer nachweislich weniger Süßgetränke. In Mexiko ist der Umsatz von Cola & Co. um rund sechs Prozent zurückgegangen. Wie sich das auf die Gesundheit auswirkt, muss die Zeit zeigen. Trotzdem plädieren in Deutschland mehrere Ärzteverbände für eine baldige Einführung der Zuckersteuer. Und das auch gegen den Willen der Allgemeinheit: Denn fragt man Otto Normalverbraucher, so mag der seine Limo verständlicherweise lieber billig.

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