Geschrieben: 22. August, 2018 in Anzeige | Impfungen | Infektionskrankheiten
 
 

Achtung Zecken – Die Spinnentiere lauern nicht nur im Wald, sondern auch im eigenen Garten

Bildquelle: istock_Marlon Bönisch
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Über den Sommer freuen sich nicht nur die Menschen – zu dieser Jahreszeit läuft auch die Zecke zur Hochform auf. Ihr Stich erfolgt meist unbemerkt, dabei können jedoch Krankheitserreger wie die Viren der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen werden. Auch außerhalb der bekannten Risikogebiete sind im Jahr 2017 einige Erkrankungsfälle aufgetreten.1

Fotoquelle: istock_Marlon Bönisch

In Deutschland wurde 2017 die höchste Fallzahl seit mehr als zehn Jahren verzeichnet2, und auch in anderen Ländern Europas steigen die Fallzahlen.3 Bei aller Begeisterung für die Natur ist es daher sinnvoll vorzusorgen.1 Denn die kleinen Plagegeister lauern nicht nur im Wald, sondern auch in Stadtparks und im eigenen Garten. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine rechtzeitige Immunisierung für Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder reisen und Personen, die beruflich durch FSME gefährdet sind.4

Infografik

Die FSME verläuft oft in zwei Phasen5

Zwischen sieben und vierzehn Tage vergehen gewöhnlich vom Zeckenstich bis zum Ausbruch einer FSME-Erkrankung. Die Anzeichen der ersten Phase, wie Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und leichtes Fieber, können grippeähnlich sein.5 Die Mehrheit der Infizierten (ca. 70 bis 90 Prozent) bleibt beschwerdefrei oder die zweite Krankheitsphase bleibt aus.6 Tritt eine zweite Phase auf, befällt das Virus das zentrale Nervensystem. Heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Schwindel und Übelkeit sowie Lichtscheu können auftreten.7 Hohes Fieber mit neurologischen Anzeichen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Entzündung des Rücken- oder Knochenmarks oder Entzündung des Gehirns sind mögliche Folgen.7 Ein Befall des zentralen Nervensystems kann schwere Schäden hervorrufen – und im schlimmsten Fall bei etwa ein bis zwei von 100 Erkrankten zum Tode führen.8

Rechtzeitige Impfung kann vor FSME schützen

Die idealen Lebensbedingungen finden Zecken im Wald, in Parks oder den heimischen Gärten. Dorthin gelangen die Spinnentiere beispielsweise durch Wild- und Haustiere, Mäuse oder Vögel. Im Garten halten Zecken sich bevorzugt in Büschen und Gräsern auf und werden dort im Vorbeigehen abgestreift. Über die Speicheldrüsen der Tiere gelangen die Viren schon beim Stich unmittelbar in den Menschen. Dies unterscheidet die FSME von anderen durch Zecken verbreiteten Krankheiten, wie z.B. die Borreliose. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper direkt nach Zecken absuchen. Da das Entfernen eines bereits saugenden Tieres jedoch nicht vor einer Infektion mit FSME-Viren schützt, empfiehlt sich die rechtzeitige Impfung. Das gilt vor allem für Personen, die in Risikogebieten leben und sich viel im Freien aufhalten. Mit drei Impfdosen innerhalb weniger Monate kann eine längerfristige Immunisierung erreicht werden. Eine erste Auffrischung sollte nach drei Jahren erfolgen.5 Für Kinder gibt es einen Impfstoff, der ab Vollendung des ersten Lebensjahres zugelassen ist. Kurzentschlossene Reisende können mit einer Schnellimmunisierung innerhalb weniger Wochen einen Impfschutz aufbauen.

Referenzen

1 Epidemiologisches Bulletin Nr. 17, 26. April 2018
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/17_18.pdf?__blob=publicationFile, Juli 2018
2 survstat 2.0 RK, Zugriff Juli 2018
3 GIDEON (Global Infectious Diseases and Epidemiology Online Network), Zugriff Juli 2018
4 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html, Zugriff August 2018
5 RKI Ratgeber für Ärzte „Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)“ https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html, Zugriff Juli 2018
6 https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/fsme/#c772, Zugriff Juli 2018
7 https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html, Zugriff Juli 2018
8 World Health Organization: http://www.who.int/wer/2011/wer8624.pdf?ua=1 (p. 245), Zugriff Juli 2018
 

DE/ENC/0011/18d; 08/2018

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