Geschrieben: 16. Juli, 2021 in Depressionen | Sport & Bewegung
 
 

Mit Sport und Aktivität gegen Depressionen



Fahrradfahren in der Freizeit

Menschen mit Depressionen sind in der Regel sehr motivationslos und antriebsarm. Nachdem sie den Alltag bewältigt haben, bleibt allzu selten Motivation und Energie für den Sport über. Dabei kann es sich beim alltäglichen Sport um eine Methode handeln, mit der man den Depression entgegenwirken kann. Zum einen hilft die Tatsache, dass sportliche Aktivitäten Glückshormone ausschütten. Auf der anderen Seite empfinden depressive Menschen in der Regel eine innere Leere, die durch die Belebtheit der sportlichen Aktivität ausgefüllt werden könnte.

Sport als medizinische Behandlungsmethode

Therapeuten und Ärzte empfehlen entsprechenden Patienten gerne, dass sie zur Linderung ihrer Beschwerden sportlich aktiv werden sollten. Zum einen kann so der Patient schnell das Gefühl bekommen, aktiv gegen seine Erkrankung anzukämpfen und sich für ein besseres Leben einzusetzen. Darüber hinaus kann man neben der körperlichen Aktivität auch sozial mit anderen Menschen interagieren, was den meisten Menschen weiterhelfen kann. Der Stoffwechsel im Gehirn verändert sich natürlich auch durch den Sport, wodurch ggf. Besserungen eintreten können.

Wie ist die Studienlage?

Soweit die Theorie. Nun sollten wissenschaftliche empirische Studien betrachtet werden. Hiervon gibt es tatsächlich eine Bandbreite, die meisten von ihnen messen einfach den Nutzen, den sportliche Aktivitäten auf depressive Menschen ausgeübt haben. Dabei wurde allzu häufig das Joggen oder Laufen mit den Probanden durchgeführt, eher seltener saßen sie auf dem Rad oder im Fitnessstudio. Meistens liefen die Programme über einem Zeitraum von 1 – 4 Monaten.

Die meisten dieser Studien konnten belegen, dass es sehr wohl einen positiven Effekt auf den Patienten gibt, wenn sich dieser ordentlich bewegt und Sport treibt. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass dieser Effekt im Durchschnitt eher gering ausfiel. Gemessen hat man den Erfolg daran, inwiefern die Probanden selbst mitteilten, dass sich ihre Beschwerden verringert haben. So ließ sich einfach feststellen, dass die sportlich aktiven Gruppen vergleichsweise weniger Beschwerden aufwiesen als Kontrollgruppen, die keinen Sport treiben. Zusätzlich sollte bemerkt werden, dass einige der Probanden vor Ende der Studienzeit mit dem Sport aufhörten.

Das führt also letzten Endes zu dem Schluss, dass Sport alleine keine ausreichende Therapie gegen echte Depressionen sind. Dafür kann die sportliche Aktivität sehr wohl hilfreich sein, wenn man selbst nicht an Depressionen leidet, man allerdings ein Tagestief empfindet und man gerne aus diesem herausbrechen würde. Für depressive Menschen gilt ansonsten, dass sie nach wie vor eine antidepressive Behandlung in Form einer Psychotherapie oder medikamentösen Behandlung brauchen. Hier kann jedoch der Sport ergänzend wirken und die gesamte Therapie bereichern.

Nicht vergessen sollte man, dass zur stationären Behandlung von Depressionen sportliche Aktivitäten und Körpertherapien zum Standardrepertoire der Therapeuten gehören. Selbst wenn also die sportliche Aktivität nicht allzu sehr hilft, so zählt sie dennoch zu einer der grundlegende Behandlungsmethoden.

Sport ist eine nützliche Prävention

Sind Depressionen erstmal angebrochen, hilft der Sport nur noch in bestimmten Rahmen. Bevor eine Depression jedoch eintritt, kann sportliche Aktivität bestens vorbeugend wirken. Bereits eine sehr geringfügige körperliche Belastung bringt einen positiven Effekt mit sich. Wichtiger ist nicht die Intensität, sondern die Regelmäßigkeit und Kontinuität, mit welcher man sportliche Einheiten in den Alltag einbaut.

Sport gegen Depressionen

  1. Ausdauersport auf Dauer: Für das eigene Wohlbefinden eignet es bestens, sehr langsam joggen zu gehen, sodass der Sport selbst kaum anstrengt. Dann soll nicht die überwundene Strecke beachtet werden, sondern lediglich die Dauer, über welche man den Sport betreibt: Dadurch reduziert sich erfolgreich der Stress und der Spaß kann in den Vordergrund rücken.
  2. Krafttraining: Menschen mit depressiven Verstimmungen kann es helfen, mit sehr leichten und kurzen Workouts (max. 15 Min.) den Einstieg in den Kraftsport zu finden. Dann kann man darauf schnell aufbauen und der Erfolg, den man direkt am eigenen Körper bemerkt, spornt zu mehr an.
  3. Teamsport: Wenn man im Team sportlich interagiert, kann das die Serotoninproduktion im Gehirn anstoßen. Serotonin ist nun eines der Glückshormone, welches bei Depressionen vermindert auftritt.