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Prädiabetes: Risiken erkennen & gezielt gegensteuern

Prädiabetes: Risiken erkennen & gezielt gegensteuern

Prädiabetes bleibt oft lange Zeit unbemerkt. Obwohl es sich bei der Vorstufe (noch) nicht um Typ-2-Diabetes handelt, ist Vorsicht geboten. Die erhöhten Blutzuckerwerte können im Körper nicht nur Schaden anrichten, im Laufe der Zeit kann sich daraus tatsächlich eine Diabeteserkrankung entwickeln. Zum Glück lässt sich gezielt entgegensteuern.

Was ist Prädiabetes eigentlich?

Bei Prädiabetes handelt es sich um eine Vorstufe von Typ-2-Diabetes. Betroffene haben bereits dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, die jedoch in einen Grenzbereich fallen. Von einer tatsächlichen Diabeteserkrankung spricht man daher vorerst noch nicht. Die erhöhten Werte zeigen an, dass der Körper Schwierigkeiten damit hat, Zucker in die Körperzellen zu transportieren. Der Grund dafür ist ein Insulinmangel beziehungsweise eine Insulinresistenz der Zellen (diese reagieren weniger empfindlich auf Insulin). Neben genetischen Faktoren sind es meist Lebensstilfaktoren, die Prädiabetes (und in der Folge Diabetes Typ 2) begünstigen. Dazu zählen vor allem mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht sowie Rauchen.

Prädiabetes nicht auf die leichte Schulter nehmen

Prädiabetes entwickelt sich schleichend über die Jahre und wird oft nur zufällig entdeckt. Das liegt daran, dass er sich in der Regel nicht bemerkbar macht. Auch wenn Betroffene keine Symptome zeigen, können die erhöhten Blutzuckerwerte Nerven und Gefäße schädigen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für Schäden an Leber und Nieren steigt. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Prädiabetes im Laufe der Zeit zu einem Typ-2-Diabetes entwickelt. Erhöhte Blutzuckerwerte sollten also besser nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Prädiabetes umkehren: Typ-2-Diabetes lässt sich häufig verhindern

Prädiabetes ist definitiv ein Warnsignal. Mit einer gezielten Änderung des Lebensstils lässt er sich jedoch häufig umkehren. So kann der Typ-2-Diabetes anschließend verhindert werden. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf Nikotin sind die entscheidenden Ansatzpunkte.

Ausgewogene Ernährung bei Prädiabetes

Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten kann den Blutzuckerspiegel stabilisieren und die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessern. Setzen Sie auf gesunde Fette wie Olivenöl, Rapsöl, Nüsse und Samen. Hülsenfrüchte, Fisch und Geflügel liefern wertvolle Proteine. Zuckerhaltige Speisen und Getränke sowie stark verarbeitete Nahrungsmittel sollten hingegen nur selten konsumiert werden. Wer Prädiabetes hat, profitiert besonders von dieser Ernährungsweise.

Regelmäßige Bewegung bei Prädiabetes

Regelmäßige Bewegung – am besten mindestens 150 Minuten pro Woche – wirkt sich positiv auf den Glukosespiegel aus. Das liegt daran, dass die Muskelzellen während der körperlichen Aktivität vermehrt Zucker aus dem Blut aufnehmen. Der Blutzuckerspiegel sinkt und die Insulinempfindlichkeit der Zellen verbessert sich langfristig. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining ist bei Prädiabetes ideal. Empfehlenswert sind Sportarten wie Wandern, Radfahren oder Schwimmen sowie Eigengewichtsübungen (Kniebeugen, Liegestütze …) und leichtes Hanteltraining. Auch regelmäßige Alltagsbewegung, etwa Spaziergänge, Treppensteigen oder Gartenarbeit, wirkt sich positiv aus.

Gesundes Körpergewicht

Übergewicht trägt zum Entstehen von Prädiabetes beziehungsweise Typ-2-Diabetes bei, da es die Insulinresistenz fördert. Durch eine Gewichtsreduktion lässt sich das Risiko demnach minimieren. Neuere Studien deuten allerdings darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil, der mit normalen Blutzuckerwerten einhergeht, auch dann vor Folgeerkrankungen schützt, wenn das Gewicht erhöht ist.

Nikotinverzicht

Bei Raucherinnen und Rauchern ist das Risiko für Prädiabetes beziehungsweise Typ-2-Diabetes deutlich erhöht. So trägt Nikotin nicht nur dazu bei, dass weniger Insulin produziert wird, es fördert zudem die Insulinresistenz der Körperzellen. Ein Rauchstopp kann also erheblich zu einem stabilen Blutzuckerspiegel beitragen.

Heilkräuter bei Prädiabetes: Was den Blutzuckerspiegel unterstützen kann

Ob Thymian bei Husten, Kamille bei Bauchschmerzen oder Pfefferminze bei Kopfschmerzen – gegen so manche gesundheitliche Beschwerde ist ein Kraut gewachsen. Wenngleich sie die schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen können, deutet einiges darauf hin, dass bestimmte Heilpflanzen bei Prädiabetes auch regulierend auf den Blutzuckerspiegel wirken. Welche das sind, verraten wir Ihnen nachfolgend.

1: Bockshornklee

Die Samen des Bockshornklees können die Blutzuckerwerte verbessern. Dafür sorgen sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und eine seltene Aminosäure (4-Hydroxyisoleucin). In der Regel wird Bockshornklee in Pulver- oder Kapselform eingenommen.

2: Brennnessel

Auch der Brennnessel werden blutzuckerregulierende Eigenschaften zugeschrieben. So soll die Heilpflanze die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen verbessern. Außerdem wirkt sie entzündungshemmend. In Apotheken und Drogerien erhält man Brennnesseltee oder Brennnesselkapseln. Achtung: Das Kraut wirkt stark entwässernd!

3: Salbei

Im Vergleich zu Bockshornklee und Brennnessel ist die Studienlage zum Thema Salbei etwas dürftiger. Trotzdem weisen manche Untersuchungen auf leichte positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel hin. Dafür muss Salbei über einen längeren Zeitraum als Extrakt oder Tee eingenommen werden.

Wichtig: Klären Sie die Einnahme von Heilkräutern bei Prädiabetes vorab unbedingt ärztlich ab, da es zu unerwünschten Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann!

Über den Autor

Maik Dollar

Technik begeistert mich, Gesundheit liegt mir am Herzen: Ich gebe die Zeitschrift „GESUND&VITAL RÄTSEL“ für Apotheken und Praxen heraus und betreibe den Gesundheitsratgeber GESUND&VITAL ONLINE. Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, wovon ich schreibe: Ich lebe selbst mit Typ-2-Diabetes und koronarer Herzkrankheit (KHK) mit Dreigefäßerkrankung.