Osteoporose: Symptome, Ursachen & 4 Tipps für starke Knochen
Dass unsere Knochen mit zunehmendem Alter an Substanz verlieren, ist ganz normal. Nehmen Dichte und Masse allerdings unverhältnismäßig schnell ab, hat man es in der Regel mit Osteoporose zu tun. Deshalb erfahren Sie im folgenden Beitrag mehr zum Thema und die besten Tipps für starke Knochen.
Was versteht man unter Osteoporose?
Etwa bis zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochensubstanz stetig zu. Danach beginnt der natürliche Knochenabbau. Läuft dieser aber unverhältnismäßig schnell ab und verliert der Knochen dadurch zu rasch an Substanz und Festigkeit, spricht man von Osteoporose.
Unter Osteoporose, im Volksmund auch als Knochenschwund bezeichnet, versteht man eine Stoffwechselerkrankung des Skeletts. Dabei nehmen Dichte und Masse der Knochen zu schnell ab, wodurch diese porös, instabil und brüchig werden. Die Folgen sind deshalb unter anderem starke Schmerzen sowie Knochenbrüche, die oftmals sogar ohne direkten Auslöser passieren.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Osteoporose:
- Primäre Osteoporose: Diese Form der Erkrankung ist die weitaus häufigere. Sie hat nämlich eine natürliche Ursache. So sind Frauen nach den Wechseljahren ungleich öfter betroffen (Östrogenmangel). Auch normale Alterungsprozesse, ein Mangel an Kalzium und Vitamin D oder Bewegungsmangel tragen zur Entstehung bei.
- Sekundäre Osteoporose: Diese Form tritt als Folge von Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme auf, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen. Sie kommt daher deutlich seltener vor (ca. 5 % aller Fälle). Hier sind beide Geschlechter jedoch gleichermaßen betroffen.
Osteoporose entwickelt sich schleichend
Osteoporose entwickelt sich häufig über Jahre und bleibt deshalb lange Zeit unbemerkt. Das liegt unter anderem daran, dass sich Beschwerden erst spät einstellen und zunächst noch unspezifisch sind. Schmerzen im Rücken bringen Betroffene folglich nicht unbedingt mit dem Verlust von Knochenmasse in Verbindung. Daher wird man auf die Erkrankung oft erst aufmerksam, wenn deutliche Symptome wie der Verlust der Körpergröße oder erste Knochenbrüche auftreten.
Symptome der Osteoporose im Überblick
- Knochenbrüche: Die Brüche entstehen häufig unbemerkt und bei geringer Belastung. Sie betreffen dabei vor allem die Wirbelkörper, die Oberarme, die Handgelenke und den Bereich um die Hüfte (z. B. Oberschenkelhals).
- Verlust der Körpergröße: Wenn die Körpergröße innerhalb kurzer Zeit deutlich abnimmt, ist das daher stets als Warnsignal zu betrachten.
- Starke Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkungen: Sie sind häufig unbemerkten Einbrüchen der Wirbelkörper geschuldet.
- Entwicklung eines Rundrückens: Er ist ebenfalls auf Wirbelkörpereinbrüche zurückzuführen, wodurch sich die Wirbelsäule verkrümmt.
- Verschlechterung des Gangbildes: Die Instabilität der Knochen, vermehrte Brüche und Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule sorgen deshalb dafür, dass sich das Gangbild verschlechtert.
- Tannenbaumhaut: Durch das Zusammenstauchen der Wirbelsäule und den Verlust der Körpergröße entstehen dadurch am Rücken typische Hautfalten, die einem Tannenbaum ähneln.
Warum kommt es zu Osteoporose?
Grundsätzlich ist der Knochenabbau ein natürlicher Prozess. Läuft er jedoch aus dem Ruder und baut der Knochen zu rasch Substanz ab, spricht man von Osteoporose. Die Erkrankung tritt vor allem mit fortschreitendem Alter auf. Frauen nach den Wechseljahren sind besonders häufig betroffen, da das knochenstärkende Östrogen fehlt. Außerdem erhöht eine familiäre Vorbelastung das Risiko, vor allem wenn Eltern oder Geschwister betroffen sind. Neben den unbeeinflussbaren Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht und Veranlagung gibt es jedoch eine Reihe von Faktoren, die man selbst in der Hand hat. Dazu zählen vor allem Lebensstilfaktoren wie Bewegung oder Ernährung.
Osteoporose: Risikofaktoren im Überblick
- Alter
- Weibliches Geschlecht
- Genetische Veranlagung
- Untergewicht oder starker Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit
- Bewegungsmangel (begünstigt Knochenabbau)
- Einseitige Ernährung (Mangel an Kalzium und Vitamin D wirkt sich negativ auf die Knochenstruktur aus)
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Medikamenteneinnahme über längeren Zeitraum (Cortison, hormonelle Krebstherapie …)
- Erkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Typ-1-Diabetes …)
Wie wird Osteoporose behandelt?
Das Ziel der Therapie ist es, den Abbau der Knochen zu verlangsamen und die Knochensubstanz gezielt zu stärken. Zudem sollen Knochenbrüche verhindert werden. Die konkrete Behandlung ist daher von individuellen Faktoren abhängig. Sie besteht zunächst aus einer Basistherapie. Dazu gehören Ernährung, Bewegung, der Verzicht auf Nikotin und ein maßvoller Alkoholgenuss. Anschließend kommt eine medikamentöse Behandlung hinzu, sofern diese notwendig ist. Hier kommen dann vorwiegend Präparate zum Einsatz, die den Abbau der Knochensubstanz hemmen und den Aufbau anregen.
Vier Tipps für starke Knochen bei Osteoporose
Manche Risikofaktoren für Osteoporose lassen sich jedoch mit gezielten Veränderungen des Lebensstils minimieren. So sorgen folgende Tipps langfristig für starke Knochen:
1: Achten Sie auf eine kalziumreiche Ernährung
Kalzium ist entscheidend für starke Knochen und darf daher im täglichen Speiseplan nicht fehlen. Die empfohlene Menge für gesunde Erwachsene liegt bei 1.000 mg pro Tag. Milch, Milchprodukte, grünes Gemüse und Nüsse sind dabei hochwertige Lieferanten. Ergänzend dazu ist ein mit Kalzium angereichertes Mineralwasser empfehlenswert. So beugen Sie Osteoporose gezielt vor.
2: Behalten Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel im Blick
Vitamin D ist notwendig, damit Kalzium in die Knochen eingebaut werden kann. Außerdem stärkt es die Muskeln, was das Sturzrisiko verringert. Lebensmittel wie fetter Seefisch und regelmäßige Aufenthalte im Freien decken allerdings meist nur einen Teil des Bedarfs. Deshalb können nach ärztlicher Absprache Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, besonders bei Osteoporose.
3: Bleiben Sie in Bewegung
Bewegung und Sport unterstützen nicht nur den Knochenaufbau, sie beugen auch Stürzen vor. Neben alltäglicher Bewegung wie Spaziergängen, dem Radfahren oder Treppensteigen sind daher gezieltes Krafttraining sowie Gleichgewichtsübungen sinnvoll. Das gilt für die Vorbeugung ebenso wie für die Behandlung von Osteoporose.
4: Verzichten Sie auf Nikotin und Alkohol
Nikotin und Alkohol wirken sich negativ auf den Knochenstoffwechsel aus und begünstigen deshalb Osteoporose. Mit der Reduktion (oder gar dem Verzicht) tun Sie Ihren Knochen also in jedem Fall etwas Gutes.




