Overthinking – so stoppen Sie das Gedankenkarussell
Wir alle kennen das Gefühl, wenn die Gedanken in unserem Kopf einfach nicht zur Ruhe kommen. Übermäßiges Grübeln – sogenanntes Overthinking – löst nicht nur unangenehme Emotionen aus, auf Dauer kann es zudem unserer Gesundheit schaden. Was man unter Overthinking genau versteht, wie man es erkennt und was dabei hilft, die Gedankenspirale zu unterbrechen, all das erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Overthinking – was ist das überhaupt?
Es ist kurz nach Mitternacht. Sie liegen im Bett und wollten eigentlich schlafen. Stattdessen kreist derselbe Gedanke wieder und wieder durch Ihren Kopf und lässt Sie einfach nicht zur Ruhe kommen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann geht es Ihnen vermutlich wie vielen anderen Menschen auch …
Dass wir als denkende Wesen von Zeit zu Zeit zum Grübeln neigen, ist grundsätzlich kein Problem. Kommen unsere Gedanken allerdings nicht zum Stillstand, während unser Leidensdruck wächst, haben wir es sehr wahrscheinlich mit Overthinking zu tun. Frei aus dem Englischen übersetzt bedeutet das so viel wie „übermäßiges Denken“ oder „zerdenken“. Die Metapher mit dem endlos drehenden Gedankenkarussell beschreibt den Zustand also treffend.
Was zeichnet Overthinking aus?
- Die Gedanken kreisen um Negatives (bis hin zum Katastrophendenken).
- Sie gleichen einer Endlosschleife, scheinen sich kaum kontrollieren zu lassen und nehmen sehr viel Raum ein.
- Gedanklich befindet man sich meist in der Vergangenheit oder Zukunft, seltener in der Gegenwart.
- Es kommt zu keiner Lösung beziehungsweise Entscheidung oder Handlung. Overthinking bleibt unproduktiv.
Produktives Denken oder Overthinking?
Dem Dauergrübeln auf die Spur zu kommen, ist nicht immer einfach. Die Grenzen zwischen lösungsorientiertem Denken und Overthinking verschwimmen nämlich leicht. Folgende Checkliste kann dabei helfen, unproduktive Gedankenschleifen zu erkennen. Erst wenn man sich des ständigen Zerdenkens bewusst ist, kann man etwas daran ändern.
Overthinking erkennen – eine Checkliste:
- Wo sind Ihre Gedanken hauptsächlich verankert? Kreisen sie um Dinge und Situationen in der Vergangenheit oder Zukunft, die nicht mehr/noch nicht kontrollier- oder veränderbar sind? Wenn ja, dann neigen Sie möglicherweise zum Dauergrübeln.
- Führt Ihr Nachdenken zu einem Ergebnis, also einer Lösung oder Entscheidung? Bleibt ein solches aus, handelt es sich vermutlich um unproduktives Gedankenkreisen.
- Empfinden Sie einen Leidensdruck, wenn Sie über Ereignisse oder Dinge nachdenken? Fühlen Sie sich dabei gestresst, unruhig oder gar ohnmächtig? Das könnte ein Hinweis für Overthinking sein.
Ständiges Kopfzerbrechen kann sich gesundheitlich bemerkbar machen
Vermehrtes Overthinking kann uns ganz schön aus der Bahn werfen und langfristig sogar die Gesundheit gefährden. So bindet das dauerhafte Grübeln unheimlich viel Energie, was Erschöpfungszustände auf den Plan ruft. Betroffene fühlen sich ständig unter Druck, sind gestresst und leiden vermehrt an Schlafproblemen. Auch Kopfschmerzen sind keine Seltenheit und häufig fällt es schwer, sich zu konzentrieren. Stimmungsschwankungen sind ebenso typisch wie Niedergeschlagenheit oder diffuse Ängste. In manchen Fällen verstärkt das ständige Grübeln sogar bestehende Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Vier Wege, um das Gedankenkarussell zu stoppen
Haben Sie unproduktives Dauergrübeln bei sich erkannt, gilt es, dieses in einem nächsten Schritt zu unterbrechen. Mit den richtigen Techniken ist das gar nicht so schwierig. Vier davon möchten wir Ihnen gerne vorstellen.
1: Stoppschild
Hat sich das Gedankenkarussell in Bewegung gesetzt und hört einfach nicht auf, sich zu drehen, versuchen Sie es mit einem lauten Stopp. Das kann gedanklich passieren oder ausgesprochen werden. Stellen Sie sich dabei ruhig ein Stoppschild vor, dann klappt die Technik noch besser. Macht sich das Grübeln erneut bemerkbar, wiederholen Sie die Übung einfach!
2: Sorgenbüchlein
Schreiben ist eine bewährte Technik gegen das lästige Gedankenkreisen. Nehmen Sie sich täglich ein paar Minuten Zeit, in denen Sie all die sorgenvollen Gedanken zu Papier bringen, die Ihnen im Kopf herumgeistern. Hier darf Negatives den Platz haben, den es braucht. Ein sogenanntes Sorgenbüchlein hilft dabei, belastende Gedanken loszulassen und wieder mehr Raum für produktives Denken zu schaffen – probieren Sie es aus!
3: Realitätsabgleich
Viele Dinge, über die wir den lieben langen Tag grübeln, beruhen nicht auf Fakten, sondern auf unseren eigenen Vorstellungen und Fantasien. Wenn Sie das nächste Mal bemerken, dass Sie in einer Gedankenschleife festhängen, gleichen Sie Ihre Überlegungen und Befürchtungen am besten mit der Realität ab. Solch ein Faktencheck öffnet manchmal die Augen und kann dazu beitragen, Overthinking zu stoppen.
4: Perspektivenwechsel
Hängen Ihre Gedanken in einer Endlosschleife fest, wägen Sie Entscheidungen ewig gegeneinander ab und fällt es Ihnen schwer, den Überblick zu behalten? Wechseln Sie doch einfach einmal die Perspektive und betrachten Sie Ihre eigenen Gedankengänge so, als ob es jene eines guten Freundes wären. Welchen Rat würden Sie ihm geben? Ein solcher Perspektivenwechsel kann den Ausstieg aus dem Gedankenkarussell oft erheblich erleichtern.




