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Reiseübelkeit – vier SOS-Tipps, die wirken

Reiseübelkeit – vier SOS-Tipps, die wirken

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Leider setzt das Reisen mit Auto, Bus, Zug, Flugzeug oder Schiff vielen zu. Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen sind dann unliebsame Begleiter. Zum Glück sind wir der Reiseübelkeit nicht hilflos ausgeliefert. Alles zum Thema und Tipps, die wirklich helfen, verraten wir Ihnen gerne.

Wie entsteht Reiseübelkeit?

Streng genommen ist die Reiseübelkeit keine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr ein Symptom der Reisekrankheit. Die Reisekrankheit – in der Fachsprache Kinetose genannt – wird nicht durch Krankheitserreger ausgelöst, sondern ist mehr oder weniger Kopfsache. Sie entsteht durch einen Konflikt im Gehirn, der durch verschiedene Sinneseindrücke ausgelöst wird, die nicht zusammenpassen. So sorgen kurvenreiche Strecken, Turbulenzen beim Flug oder Wellengang auf See dafür, dass das Gleichgewichtsorgan im Innenohr Bewegung signalisiert, während die Muskeln oder das Auge – etwa, wenn wir etwas lesen – dem Gehirn Stillstand melden. Die widersprüchlichen Eindrücke setzen den Körper in Alarmbereitschaft, das vegetative Nervensystem reagiert.

Wie zeigt sich die Reisekrankheit?

Die Reisekrankheit variiert in Art und Ausprägung der Symptome. Folgende Beschwerden können sich einstellen:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Blässe und Schwindel
  • Übelkeit, Brechreiz und/oder Erbrechen

Auch Herz-Kreislauf-Probleme können vorkommen, sind aber eher selten. Sobald man wieder festen Boden unter den Füßen hat, ist die Reisekrankheit übrigens meist wie weggeblasen, da die Sinneseindrücke wieder zueinanderpassen.

Vor der Reisekrankheit ist prinzipiell niemand gefeit. Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren leiden jedoch verstärkt darunter, weil der Gleichgewichtssinn noch nicht völlig ausgereift ist. Darüber hinaus sind Frauen häufiger als Männer betroffen. In der Schwangerschaft und bei bestehender Migräne ist das Risiko ebenfalls erhöht.

Die besten Tipps für eine beschwerdefreie Reise

Reiseübelkeit mag zwar unangenehm sein, hilflos ausgeliefert ist man ihr jedoch nicht. Einige Tipps und Tricks helfen dabei, die nächste Reise möglichst unbeschadet zu überstehen.

1: Greifen Sie zu Haus- und Hilfsmitteln

Ingwer – als Tee, Kapseln oder kandiert – beugt der Reiseübelkeit wirkungsvoll vor. Darüber hinaus ist ein Akupressurband für das Handgelenk ein echter Geheimtipp. Es drückt gegen den Nei-Kuan-Punkt an der Innenseite des Unterarms und wirkt so der Übelkeit entgegen. Nicht zuletzt ist es sinnvoll, vor und während der Reise auf leichte Kost zu setzen und auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten zu verzichten.

2: Wählen Sie den richtigen Sitzplatz

Die Wahl des richtigen Sitzplatzes trägt dazu bei, dass Reiseübelkeit oft gar nicht erst aufkommt. Im Auto, Bus oder Zug ist ein Platz möglichst weit vorne sinnvoll, da dort die Bewegungen am wenigsten spürbar sind. Bei Schiffs- oder Flugreisen sollten Sie Ihren Platz hingegen eher mittig wählen. Wenn möglich, sitzen Sie am besten in Fahrtrichtung und an einem Fensterplatz.

3: Behalten Sie den Horizont im Blick

Wer zu Reisekrankheit neigt, sollte während der Fahrt keinesfalls etwas lesen, sondern den Blick besser auf einen festen Punkt am Horizont richten. Musik oder Hörbücher sind hingegen kein Problem. Wer möchte, kann zwischendurch ein Nickerchen machen. Bei akuter Übelkeit bringen ein Bonbon oder Kaugummi sowie frische Luft eine Linderung.

4: Nutzen Sie rezeptfreie Medikamente

Wer weiß, dass er zu starker Reiseübelkeit neigt, kann auch auf rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke zurückgreifen. Meist kommen Antihistaminika wie Dimenhydrinat zum Einsatz. Vor allem bei Kindern sollte die Einnahme vorab ärztlich abgeklärt werden.

Über den Autor

Mag.a Daniela Höllwarth

Autorin aus Wien mit Fokus auf Gesundheits- und Erziehungsthemen. Blickt gerne über den Tellerrand und findet Themen rund um Achtsamkeit, Entschleunigung und mentale Gesundheit besonders spannend.