Gänseblümchen – mehr als eine hübsche Wiesenblume
Gänseblümchen, Bildquelle: AdobeStock
Das Gänseblümchen hat viele Namen:
Augenblümchen,
Gänseliesel,
Sonnentürchen,
Tausendschön,
Maßliebchen
sind nur einige davon.
Es ist eine der bekanntesten Pflanzen bei Jung und Alt. Wer kennt nicht das Blumenorakel, bei dem man die Blüten einzeln abzupft: „Er liebt mich, er liebt mich nicht!“ Den germanischen Stämmen verkündete das Gänseblümchen durch das Öffnen seines Blütenkelches die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Der Name Gänseblümchen entstammt der Glaubensvorstellung der Kelten, denn die Gans gehörte ebenso zur Sonne wie das Gänseblümchen. Die Göttin ist die kosmische Gänsemagd, die, wie die Dorfmädchen, die Gänse am Morgen — im Frühling — auf die Wiese und abends — im Herbst — wieder in den dunklen Stall führt.
Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist eine Blütenpflanze aus der Familie der Korbblütengewächse. Der botanische Name leitet sich von bellus = schön und perennis = ausdauernd ab. Aus einer dichten Blattrosette mit klein bleibenden Blättern entspringt ein Stängel mit einer einzelnen Blüte. Sie besteht aus weißen, an den Spitzen oftmals rosa auslaufenden Blütenblättern und einer goldgelben Mitte. Die Blütezeit des Gänseblümchens dauert fast das ganze Jahr über, bis in den November hinein. Die Hauptblütezeit liegt jedoch im April und Mai. Während dieser Zeit sind ganze Wiesen mit diesen Blümchen bedeckt. Dies ist auch die beste Zeit zum Sammeln. Bevorzugte Standorte sind Weiden, Parks und Gärten.
Gänseblümchen sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch gesund.
In der Naturheilkunde wird das Gänseblümchen zur Wundheilung bei Schürfwunden, Prellungen, Verstauchungen und allgemein bei Hautleiden eingesetzt. Es regt den Stoffwechsel an und wird auch bei Rheuma, Gicht und Leberleiden verwendet.
Blätter und Körbchen enthalten Tannine, Saponine und ätherische Öle sowie weitere Inhaltsstoffe, die schleimlösend, adstringierend, blutreinigend, leicht abführend, leicht schmerzstillend und krampflösend wirken. Zudem wirkt das Gänseblümchen entwässernd und eignet sich deshalb als Frühjahrskur.
Dazu eignet sich ein Gänseblümchen-Tee hervorragend:
Die Blüten im April oder Mai sammeln, da sie dann die meiste Kraft haben, und anschließend trocknen.
Für eine Tasse Tee:
1 Teelöffel Blüten mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
Gänseblümchen eignen sich auch als Garnierung oder Zutat für leckere Frühlingssalate. Mit ihrem leicht scharf schmeckenden Aroma geben sie dem Salat eine würzige Note.



