Seite auswählen

Pollensaison: 6 Tipps, mit denen Allergiker gut durch den Frühling kommen

Pollensaison: 6 Tipps, mit denen Allergiker gut durch den Frühling kommen

Verleiden Ihnen eine verstopfte Nase, Niesattacken oder juckende Augen die Pollensaison, gehören Sie vermutlich zu den Pollenallergikern. Veränderte Umweltbedingungen lassen die Zahl der Betroffenen stetig steigen. Medikamente oder eine Desensibilisierung bringen Linderung. Was Sie darüber hinaus tun können, um gut durch die Pollensaison zu kommen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Pollensaison: Alle Jahre wieder

Die Nase ist verlegt, die Augen tränen, und es juckt im Rachen. Sobald der Pollenflug startet, haben es Allergiker nicht leicht. Schuld ist das Immunsystem. Es stuft die Blütenpollen von Bäumen, Sträuchern, Kräutern oder Gräsern fälschlicherweise als Feind ein und reagiert entsprechend.

Im Frühjahr machen den Betroffenen hauptsächlich Pollen von Birke, Erle oder Hasel zu schaffen. Im Spätfrühling und Sommer sind dagegen meist Gräserpollen die Übeltäter. Die Pollensaison im Herbst prägen vorwiegend Kräuter wie Beifuß oder Ragweed.

Der Klimawandel verlängert die Pollensaison

Der Klimawandel führt zu steigenden Temperaturen. Deshalb beginnt der Pollenflug nicht nur früher, sondern dauert auch länger an. Außerdem setzen Luftverschmutzung, Hitze und fehlender Niederschlag die Pflanzen unter Stress. Dadurch werden die allergieauslösenden Proteine aggressiver.

Die Zahl der Pollenallergiker nimmt daher stetig zu. Zudem leiden Betroffene zum Teil stärker und fast das ganze Jahr über, denn die Pollensaison endet für sie kaum noch.

Pollenallergie abklären: Warum der Arztbesuch wichtig ist

Bei einer vermuteten Pollenallergie sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen. Unbehandelt droht nämlich auf lange Sicht ein sogenannter Etagenwechsel. Dabei wandert die Beschwerde von den oberen in die unteren Atemwege und kann allergisches Asthma auslösen. Wer die Pollensaison jedes Jahr schlechter verträgt, sollte deshalb nicht abwarten.

Der Arzt stellt die Diagnose in der Regel mit einem Haut- oder Bluttest. Beim Hauttest (Pricktest) trägt er Allergenextrakte auf, meist am Arm oder Rücken, und sticht sie mit einer feinen Nadel an. Bei Juckreiz, Rötung oder Quaddeln liegt vermutlich eine Allergie vor. Der Bluttest weist dagegen spezifische Antikörper nach.

Behandlung: So kommen Sie gut durch die Pollensaison

Zur Behandlung kommen meist Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays zum Einsatz. Sie lindern allerdings nur die Beschwerden. Die Ursache, die überschießende Reaktion des Immunsystems, bleibt bestehen. Hier setzt die Desensibilisierung an. Dabei gewöhnt der Arzt das Immunsystem über mehrere Jahre langsam an das Allergen.

Löst der Pollenflug Symptome aus, sollten Sie sich außerdem so gut wie möglich schützen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, die Pollensaison besser zu überstehen.

Tipp 1: Behalten Sie den Überblick

Nutzen Sie den Service des Polleninformationsdienstes. So wissen Sie stets, wie es mit dem Pollenflug in Ihrer Wohnumgebung aussieht. Außerdem können Sie rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und die Pollensaison besser planen.

Tipp 2: Richtig lüften in der Pollensaison

Lüften Sie am besten dann, wenn die Pollenkonzentration im Freien am niedrigsten ist. In ländlichen Gebieten ist das abends der Fall, in Städten morgens. Pollenschutzgitter an den Fenstern reduzieren die Belastung ebenso wie Luftreinigungsgeräte.

Tipp 3: Hygiene in der Pollensaison

Verlegen Sie das Duschen und Haarewaschen auf den Abend, denn so bleibt das Bett pollenfrei. Verstauen Sie getragene Kleidung abseits von Wohn- und Schlafräumen, da sich dort viele Pollen sammeln. Wischen Sie zudem Böden und Möbel feucht und reinigen Sie Teppiche und Vorhänge regelmäßig.

Trocknen Sie die Wäsche in der Pollensaison nicht im Freien. Bedenken Sie außerdem, dass sich auch im Fell von Haustieren Pollen ansammeln. Eine gründliche Reinigung ist deshalb notwendig.

Tipp 4: Ab nach draußen!

Ob Sport im Freien, Besorgungen oder Spaziergang: Nach ausgiebigen Regengüssen können Allergiker meist aufatmen. Natürlich lässt sich nicht immer nach dem Wetter richten. Ist die Pollenbelastung sehr hoch und müssen Sie nach draußen, hilft eine FFP2-Maske. Auch eine Sonnenbrille bietet guten Schutz.

Tipp 5: Urlaub außerhalb der Pollensaison

Urlaub von den Beschwerden? Für viele Betroffene klingt das verlockend. Wählen Sie am besten einen Urlaubsort in den Bergen oder am Meer, denn dort ist die Pollenbelastung besonders gering.

Tipp 6: Spülen Sie die Pollen einfach fort

Regelmäßige Nasenduschen wirken in der Pollensaison Wunder. Verwenden Sie dazu am besten eine isotonische Kochsalzlösung aus der Apotheke. Diese eignet sich ebenso für gereizte Augen. Bei juckenden Augen helfen außerdem Kompressen mit Augentrost. Übergießen Sie dafür zwei Teelöffel Augentrost mit kochendem Wasser und lassen Sie ihn zehn Minuten ziehen. Zudem beruhigen Inhalationen mit Wasserdampf die Schleimhäute und halten sie feucht.

Über den Autor

Annette Niggemann-Dollar

Bewegung ist meine Medizin: Am liebsten bin ich auf langen Laufstrecken unterwegs, um den Kopf freizubekommen und fit zu bleiben. Als gesundheitsbewusste Autorin schreibe ich für den Gesundheitsratgeber GESUND&VITAL online über alles, was Körper und Seele guttut. Privat bin ich Natur- und Tierliebhaberin: Ob Hunde, Katzen, Hasen, Hamster oder Schildkröten – ich liebe alle Tiere!