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Kein Rezept gegen die Krise: Apothekensterben auf dem Vormarsch

Kein Rezept gegen die Krise: Apothekensterben auf dem Vormarsch

Als Herausgeber einer Apotheken-Rätselzeitschrift geht das Apothekensterben natürlich auch an uns nicht spurlos vorüber. Höchste Zeit, dieses brisante Thema ein wenig näher in den Blick zu nehmen.

Immer weniger Apotheken – Zahlen auf dem Tiefstand

Laut ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.) gab es Ende 2025 nur noch 16.601 Apotheken in Deutschland. Auf 502 Schließungen kamen lediglich 62 Neueröffnungen. Die Zahl der Apotheken ist mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit den 1970er-Jahren. Auch 2026 setzt sich das Apothekensterben fort.

Die Gründe dafür sind vielfältig. So steht den steigenden Kosten für Betrieb und Personal die Tatsache gegenüber, dass die Honorare für verschreibungspflichtige Medikamente seit 2013 nicht erhöht worden sind. Hinzu kommen Personalmangel und Lieferengpässe. Nicht zuletzt macht sich auch die Konkurrenz durch Online-Apotheken bemerkbar. Es sind also die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die das Apothekensterben befeuern. Oder um es mit den Worten der Inhaberin der Schwan-Apotheke in Heidelberg zu sagen, die ihren Betrieb 2025 schließen musste:

„Nach über 300 Jahren endet unsere Geschichte – nicht aus Mangel an Leidenschaft, sondern an passenden Rahmenbedingungen.“

Apothekensterben hat weitreichende Folgen

Die Folgen des anhaltenden Apothekensterbens liegen auf der Hand. So verschlechtert sich die wohnortnahe Versorgung, was längere Wege zur nächsten Apotheke notwendig macht. Das erschwert den Zugang zu Medikamenten – ganz besonders für alte, kranke und nicht mobile Menschen. Auch die Akutversorgung nachts und an den Wochenenden ist gefährdet. Darüber hinaus fallen Möglichkeiten zur persönlichen Beratung und Betreuung weg, wodurch unter anderem das Risiko für Einnahmefehler steigt. Nicht zuletzt führt das stetige Apothekensterben dazu, dass die verbleibenden Betriebe einer höheren Arbeitsbelastung ausgesetzt sind.

Um dem Apothekensterben entgegenzuwirken, ist die Politik gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der Betrieb wieder wirtschaftlich lohnt. Schließlich trägt jede einzelne Apotheke, die nicht schließen muss, und jede Neueröffnung langfristig zur flächendeckenden Gesundheitsversorgung bei – und davon profitieren wir alle!

Über den Autor

Maik Dollar

Absoluter Technik-Enthusiast, Herausgeber der Zeitschrift "GESUND&VITAL RÄTSEL" für Apotheken und Praxen, selbst an Diabetes Typ-2 und 3-fach KHK (Koronare Herzkrankheit) erkrankt