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Warum wir nachts aufwachen – Gründe für unruhigen Schlaf

Warum wir nachts aufwachen – Gründe für unruhigen Schlaf

Schlafstörung – Warum wir nachts aufwachen, Bildquelle: AdobeStock

Mitten in der Nacht plötzlich wach zu werden, kennen viele Menschen. Man schaut auf die Uhr, dreht sich noch einmal um und hofft, schnell wieder einzuschlafen. Gelegentliche Wachphasen sind zunächst völlig normal. Wird man jedoch regelmäßig wach und findet anschließend nur schwer zurück in den Schlaf, kann dies auf eine Schlafstörung hindeuten.

Der Schlaf verläuft nicht während der gesamten Nacht gleich. Leichtere und tiefere Schlafphasen wechseln sich ab. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass man zwischen zwei Schlafphasen kurz aufwacht, ohne sich am nächsten Morgen überhaupt daran zu erinnern. Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Wachphasen länger dauern oder die Nachtruhe immer wieder unterbrochen wird.

Wer nachts häufig wach liegt, fühlt sich am nächsten Tag oft müde und weniger leistungsfähig. Auch Konzentration und Stimmung können unter dauerhaft schlechtem Schlaf leiden.

Wenn die Nacht plötzlich unterbrochen wird

Für nächtliches Aufwachen gibt es zahlreiche mögliche Gründe. Nicht immer steckt eine Erkrankung dahinter. Stress oder Sorgen gehören zu den häufigsten Faktoren, die den Schlaf beeinträchtigen können. Auch Lärm, eine ungeeignete Raumtemperatur oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus können dazu führen, dass die Nachtruhe gestört wird.

Daneben spielen verschiedene Gewohnheiten eine Rolle. Alkohol kann zwar zunächst müde machen, führt aber besonders in der zweiten Nachthälfte häufiger zu Wachphasen. Auch Koffein und Nikotin können den Schlaf beeinträchtigen.

Stress lässt den Kopf nicht zur Ruhe kommen

Ein anstrengender Arbeitstag ist nicht automatisch der Grund für Schlafstörungen. Schwieriger wird es, wenn Sorgen und Gedanken auch nachts ständig präsent sind. Der Körper bleibt dabei in einer Art Anspannung, wodurch das Abschalten schwerfallen kann.

Gerade Menschen, die sich beim Aufwachen sofort Gedanken über den nächsten Tag machen, geraten schnell in einen Kreislauf: Man wird wach, schaut auf die Uhr, ärgert sich über die verlorene Schlafzeit und wird dadurch noch unruhiger. Der Druck, den Schlaf zu erzwingen, kann das Einschlafen zusätzlich erschweren.

Schmerzen, Hormone oder nächtlicher Harndrang

Auch körperliche Beschwerden können dafür sorgen, dass die Nacht immer wieder unterbrochen wird. Schmerzen, Hitzewallungen oder häufiger Harndrang gehören zu den möglichen Ursachen. Bei Frauen können hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Wechseljahre, den Schlaf zusätzlich beeinflussen. Manchmal steckt auch ein sogenanntes Restless-Legs-Syndrom dahinter. Dabei entsteht vor allem abends und nachts ein unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen, der das Einschlafen oder Durchschlafen erschweren kann.

Wenn Schnarchen mehr als nur störend ist

Starkes Schnarchen muss nicht zwangsläufig krankhaft sein. Kommen jedoch Atemaussetzer hinzu, sollte an eine Schlafapnoe gedacht werden. Bei dieser Erkrankung wird die Atmung während des Schlafs wiederholt unterbrochen. Der Körper reagiert darauf mit kurzen Weckreaktionen, die die Betroffenen selbst häufig gar nicht bemerken.

Die vielen kurzen Unterbrechungen verhindern einen erholsamen Schlaf. Typisch können deshalb starke Müdigkeit am Tag, Konzentrationsprobleme und eine verminderte Leistungsfähigkeit sein.

Nicht jede Wachphase bedeutet eine Schlafstörung

Einmal oder gelegentlich nachts aufzuwachen, ist noch kein Grund zur Sorge. Von einer chronischen Schlafstörung wird unter anderem dann gesprochen, wenn Schlafprobleme regelmäßig auftreten und über längere Zeit bestehen. Auch die Beeinträchtigung des Alltags und der Lebensqualität spielt bei der Beurteilung eine wichtige Rolle.

Wer über Wochen immer wieder schlecht schläft, tagsüber ständig erschöpft ist oder durch die Schlafprobleme im Alltag deutlich eingeschränkt wird, sollte die Beschwerden ärztlich ansprechen. Auch starkes Schnarchen oder beobachtete Atemaussetzer sollten abgeklärt werden.

Was beim Wiedereinschlafen helfen kann

Ein möglichst regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus kann den Körper dabei unterstützen, wieder besser zu einer festen Routine zu finden. Auch eine ruhige, dunkle und angenehme Schlafumgebung ist hilfreich. Koffeinhaltige Getränke und Alkohol sollten insbesondere am Abend möglichst vermieden werden. Wer nachts aufwacht, sollte außerdem vermeiden, ständig auf die Uhr zu blicken. Das kann zusätzlichen Druck erzeugen. Hilfreicher kann es sein, ruhig zu bleiben und dem Körper Zeit zu geben, wieder müde zu werden.

Halten die Schlafprobleme jedoch über längere Zeit an, reicht eine Veränderung der Schlafgewohnheiten nicht immer aus. Dann sollte nach der eigentlichen Ursache gesucht werden. Je nachdem, was hinter den Beschwerden steckt, kann etwa eine Behandlung der Grunderkrankung oder eine kognitive Verhaltenstherapie bei einer Insomnie sinnvoll sein.

Über den Autor

Melanie Al Tikriti

Melanie Al Tikriti, BSc. DGKP und Fachautorin aus Wien. Sie verbindet ihre praktische Erfahrung im Gesundheitswesen mit ihrer Leidenschaft für verständliche und fundierte Gesundheitsinformationen. Besonders spannend findet sie Themen rund um Kindergesundheit, Frauengesundheit, Prävention und natürliche Heilmethoden.