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Kleine Samen, große Wirkung: Lein- und Flohsamen

Kleine Samen, große Wirkung: Lein- und Flohsamen

Gesunde Samen, Bildquelle: Adobe STock

Der Begriff Schleim erweckt bei den Menschen ein Gefühl der Abwehr und des Ekels. Heilpflanzen, die Schleimstoffe enthalten, sind jedoch besonders wertvoll und heilsam. Zwei wichtige Vertreter dieser Gruppe sind Flohsamen und Leinsamen.

Der Lein mit seinen kleinen blauen Blüten ist den meisten Menschen bekannt. Beim Flohsamen hingegen befürchten manche, er könnte etwas mit den gleichnamigen Tierchen zu tun haben. Diese Sorge ist unbegründet, denn die Samen stammen vom Flohwegerich, einer dem Spitzwegerich verwandten Pflanze, ab.

Beide Samen sind sehr wirksame und verträgliche Darmregulierungsmittel. Leinsamen nimmt man meist in geschroteter Form. Die Flohsamen sind so klein, dass man sie unzerkleinert schlucken kann. Als Dosierung gilt für beide: 2-3x täglich 1 Esslöffel voll in Müsli, Joghurt oder Wasser einnehmen, zusätzlich ein großes Glas Wasser nachtrinken.

Die Samen quellen in Wasser stark auf und bilden einen gelatineartigen Schleim. Dieser ist unverdaulich und regt daher im Zusammenwirken mit den ebenfalls erhaltenen Ballaststoffen die Darmbewegung an, macht den Stuhl geschmeidig, lindert Reizdarm und Divertikel und beruhigt und heilt auch den von Durchfallerkrankungen gereizten Darm. Die ganzheitliche Heilung wirkt nie einseitig, sondern immer ordnend und regulierend. Nebenbei binden die Ballaststoffe und der Schleim auch überschüssiges Cholesterin und verhindern möglicherweise sogar die Entstehung von Darmtumoren.

Als altes Hausmittel kennt man Leinsamensäckchen. Diese feuchtheißen Kompressen sind ein ausgezeichnetes Mittel zur Behandlung von Geschwüren und Furunkeln, und sie wirken zudem gegen Schmerzen bei Ischias, Rheuma, Neuralgien und Koliken.

Die ganzen Samen bereiten auch im Garten oder im Blumentopf Freude, wenn man sie aussät. So lernen auch Kinder spielerisch die Heilpflanzen kennen.

Leinsamen

Der Leinsamen, da ist man einig,
Verhält sich ausgesprochen schleimig,
Denn kaum kommt Wasser an ihn dran,
Da fängt er gleich zu quellen an.

In Brot und Müsli schätzt man das,
Denn Schleim macht der Verdauung Spaß.
Er packt Cholesterin beim Kragen
Und schützt auch den gereizten Magen.

Der Darm wird sanft belebt und dann
Freut man sich, wenn man täglich kann.
Drei Teelöffel als Tagesmenge
Bringen den Stuhlgang in die Gänge.

„Gute Gerüche aus der Naturheilküche“
Autorin: Marianne Porsche-Rohrer
ISBN: 978-3-00-038278-9
Ausgabe: Taschenbuch
Seitenzahl: 134, Sprache: deutsch
Zu beziehen über den Buchhandel
oder die Verfasserin:
[email protected]

Über den Autor

Marianne Porsche-Rohrer

Apothekerin, Heilpraktikerin und Autorin