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Blinde Passagiere – so schützen Sie sich vor Bettwanzen

Blinde Passagiere – so schützen Sie sich vor Bettwanzen

Damit man von Reisen keine unliebsamen Gäste mit nach Hause bringt, ist vorausschauendes Handeln gefragt. Bettwanzen sind nicht nur lästig, im schlimmsten Fall können ihre Bisse allergische Reaktionen auslösen. Außerdem wird man die Parasiten nur schwer wieder los. Wie man Bettwanzen erkennt, sein Gepäck schützt und bei akutem Befall am besten reagiert? Wir verraten es Ihnen!

Unliebsame Gäste auf sechs Beinen

Durch den großflächigen Einsatz von Insektiziden galt die Bettwanze in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in unseren Breiten nahezu als ausgerottet. Dass sie ab den 1990er-Jahren ein Comeback feierte, ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. Nicht nur tragen durch die zunehmende Globalisierung der Tourismus sowie der Handel mit Secondhandwaren zur Verbreitung der Schädlinge bei. Die wachsende Widerstandsfähigkeit der Parasiten gegenüber Insektiziden führt ebenfalls zu einem explosionsartigen Anstieg der Populationen.

Wie erkennt man Bettwanzen?

Wie erkennt man die blinden Passagiere nun eigentlich? Die Bettwanze (Cimex lectularius) – umgangssprachlich auch gerne als Tapetenflunder bezeichnet – gehört zur Familie der Plattwanzen. Das sechsbeinige Insekt ist rotbraun, flügellos und nachtaktiv. Bettwanzen sind Parasiten, die sich bevorzugt von menschlichem Blut ernähren. Dementsprechend findet man sie in der Regel in der Nähe des Schlafplatzes. Besonders gerne halten sie sich in Falten, Ritzen und Nähten von Bettgestellen, Matratzen und Lattenrosten auf. Doch auch hinter Fußleisten und Bildern treiben sie ihr Unwesen. In Polstermöbeln, Steckdosen oder Lichtschaltern finden sie außerdem geeignete Verstecke. Bettwanzen sind ganzjährig aktiv, kommen mehrere Monate lang ohne Nahrung aus und vermehren sich rasend schnell – kein Wunder, dass man einen Befall nur schwer wieder in den Griff bekommt. Die Größe des Parasiten ist übrigens davon abhängig, wie lange die letzte Blutmahlzeit her ist. Sie variiert zwischen vier und zehn Millimetern.

Anzeichen für einen Befall mit Bettwanzen:

Da Bettwanzen lichtscheu sind, bekommt man die kleinen Tierchen selbst nicht so leicht zu sehen, vor allem, wenn der Befall nicht allzu ausgeprägt ist. Folgende Anzeichen deuten allerdings auf die Parasiten hin:

  • Kotspuren: Sie sind winzig klein, dunkelbraun bis schwarz und ähneln kleinen Tintenflecken. Man findet sie vorwiegend auf der Matratze und der Bettwäsche, aber auch auf dem Lattenrost, der Tapete oder Möbeln.
  • Blutflecken: Wenn man die vollgesogenen Tierchen im Schlaf versehentlich zerdrückt, entstehen winzige Blutflecken.
  • Bissspuren: Die Bissspuren ähneln Mückenstichen und treten oft in Reihen auf („Wanzenstraßen“), weil die Tierchen mehrfach zubeißen.
  • Geruch: Bei starkem Befall breitet sich ein süßlicher Geruch aus.

Schaden Bettwanzen der Gesundheit?

Die gute Nachricht zuerst: Bettwanzen übertragen keine Krankheiten! Allerdings können die Bisse der Insekten sehr unangenehm sein. Leichte Rötungen, Quaddelbildung und Juckreiz sind keine Seltenheit. In einzelnen Fällen kann die Reaktion auch stärker ausfallen. Manche Menschen reagieren auf die Bisse wiederum kaum. Die psychische Belastung, die mit einem Bettwanzenbefall einhergeht, ist übrigens nicht zu unterschätzen. Ängste und Ekel können Betroffenen seelisch sehr zusetzen. Auch Schlafprobleme kommen nicht selten vor.

So schützen Sie sich vor Bettwanzen

Mit einfachen Maßnahmen können Sie dafür sorgen, dass sich beim nächsten Aufenthalt in fernen Gefilden keine blinden Passagiere in Ihrem Reisegepäck gemütlich machen.

So kommt es auf Reisen gar nicht erst zum Befall mit Bettwanzen:

  • Ob Hotelzimmer oder private Ferienwohnung – nehmen Sie die Urlaubsunterkunft genau unter die Lupe. Am besten untersuchen Sie Bettgestelle, Lattenroste, Matratzen, Bettwäsche, Möbel, Fußleisten, Lichtschalter und Steckdosen nach Spuren, die auf einen Befall mit Bettwanzen hindeuten können.
  • Deponieren Sie Ihr Reisegepäck möglichst weit vom Bett entfernt, erhöht und gut verschlossen. Kofferständer oder das Badezimmer eignen sich besonders gut.
  • Verstauen Sie Ihre Kleidung (auch die Schmutzwäsche) im Urlaub am besten in verschließbaren Plastikbeuteln.
  • Packen Sie Koffer oder Reisetasche nach dem Urlaub in der Badewanne aus. So werden blinde Passagiere schnell erkannt und können sich gar nicht erst ausbreiten. Alternativ eignen sich auch Balkon oder Garten.
  • Waschen Sie nach Reisen sämtliche Kleidung bei mindestens 60 °C im längsten Programm. Kleidungsstücke, die nicht heiß gewaschen werden können, wandern alternativ für mehrere Tage in den Tiefkühler.
  • Reinigen Sie benutzte Reisetaschen und Koffer so gründlich wie möglich und/oder legen Sie sie für einige Tage in die Tiefkühltruhe.

Was tun bei Bettwanzenbefall?

Haben sich die unliebsamen Mitbewohner erst einmal eingenistet, ist es ratsam, ihnen nicht selbst zu Leibe zu rücken, sondern einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Bettwanzen loszuwerden, gestaltet sich nämlich als überaus schwierig. Die Insekten müssen nicht nur in unterschiedlichen Entwicklungsstadien bekämpft werden, sie sind zudem gegen viele frei verkäufliche Mittel resistent. Nicht zuletzt gilt es, sämtliche Verstecke der Plagegeister zu berücksichtigen. Profis bekämpfen die Parasiten gemeinhin mit geeigneten Insektiziden, wobei im Normalfall mehrere Behandlungen notwendig sind. Wer auf den Einsatz chemischer Mittel verzichten möchte, für den bietet sich eine Wärmeentwesung an. Hier werden befallene Räume mit speziellen Geräten auf bis zu 60 °C aufgeheizt, um den Bettwanzenbefall einzudämmen.   

Über den Autor

Mag.a Daniela Höllwarth

Autorin aus Wien mit Fokus auf Gesundheits- und Erziehungsthemen. Blickt gerne über den Tellerrand und findet Themen rund um Achtsamkeit, Entschleunigung und mentale Gesundheit besonders spannend.