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Geschrieben: 29. September, 2012 in Herz & Kreislauf
 
 

Wenn der Blutdruck steigt – die stille Bedrohung

messgeraet
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Viele Menschen merken lange Zeit gar nichts, dass ihr Blut mit erhöhtem Druck durch die Gefäße fließt. Und doch sind sie fortwährend gefährdet, denn Bluthochdruck belastet Herz und Kreislauf. Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Folge sein. Bluthochdruck ist ein echter Killer. Die englische Bezeichnung „silent killer“ bringt prägnant das häufige Fehlen von eindeutigen Beschwerden zu Ausdruck sowie die fatalen langjährigen Auswirkungen eines Bluthochdrucks.

Ab wann ist ein Blutdruck hoch?
Beim Blutdruck-Messen wird ein oberer (systolischer) und ein unterer (diastolischer) Wert gemessen, die als Druck einer Quecksilbersäule (mm Hg) angegeben werden. Der ideale Blutdruck liegt laut Blutdruckliga bei 120/80 mmHg. Bei Bluthochdruck steigt der systolische Wert auf über 140 mmHg und der diastolische Wert auf über 90 mmHg. Diese Angaben gelten nur unter Ruhebedingungen, da bei körperlicher Belastung der Blutdruck auch bei gesunden Menschen steigt.

Definition
Bluthochdruck oder Hypertonie ist eine chronische Erkrankung, die jahrelang beschwerdefrei oder -arm verlaufen kann. Die kleinen Blutgefäße werden besonders in Mitleidenschaft gezogen, da sie in ihrer Struktur und Funktion beeinträchtigt werden, was zu sekundären Organschädigungen wie Herz, Nieren, Augen und Gehirn führen kann.

Ursachen und Risikofaktoren
Man unterscheidet die Hypertonie nach ihren Ursachen in:

Essentielle Hypertonie: Ist nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Vererbung, falsche Ernährung, Bewegungsarmut, Rauchen, Stress und andere Umweltfaktorenspielen. In 85 bis 90 Prozent aller Fälle handelt es sich bei Bluthochdruck um eine essentielle Hypertonie. Als einzelne Risikofaktoren gelten Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, salzreiche Ernährung.

Sekundäre Hypertonie: 10 bis 15 Prozent gehen auf andere Erkrankungen zurück, meistens einer Erkrankung der Nieren, die wesentlich an der Regulation des Blutdruckes beteiligt sind, aber auch auf hormonelle Störungen. Daneben kommen auch Erkrankungen der Nebennieren oder Anomalien des Herzkreislaufsystems wie eine Verengung der Hauptschlagader (Aorta) in Frage.

Symptome

Ein erhöhter Blutdruck verursacht normalerweise kaum Beschwerden. Meistens treten „nur“ leichte Symptome auf wie Schwindel, Sehstörungen, Kopfschmerzen. Plötzlich auftretende, sehr starke Blutdruckerhöhungen können zu einer so genannten hypertensiven Krise führen. Da es sich dabei um einen Notfall handelt, sollten Sie schnellstens einen Arzt rufen. Die Symptome, die dabei auftreten können sind:

  • frühmorgendlich auftretender Kopfschmerz im Bereich des Hinterkopfes
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindel
  • Nervosität
  • Taubheitsgefühl/Ausfall der Durchblutung in Händen und Füßen
  • Ohrensausen
  • Nasenbluten
  • Herzklopfen, Herzenge (Angina pectoris)
  • Brustschmerzen
  • starkes Schnaufen bei Belastung (Treppensteigen) bis hin zu schwerer Atemnot
  • Schlaganfallgefährdung!

Ein zu hoher Blutdruck kann kurzfristig auch durch Drogenmissbrauch, Schwangerschaft Schilddrüsenüberfunktion, bestimmte Medikamente (Pille, Cortison) auftreten. Wenn der Auslöser wegfällt, normalisiert sich der Blutdruck schnell.

Therapie
Bei der essentiellen Hypertonie stehen an erster Stelle stehen allgemeine Maßnahmen zur Änderung der Lebensweise, an zweiter die Medikamente. Jeder Patient kann die Basis für eine erfolgreiche Therapie selbst schaffen, indem er Risikofaktoren eliminiert!

  • Übergewicht reduzieren. Es ist maßgeblich an der Entstehung von Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt beteiligt
  • regelmäßige Bewegung
  • auf Rauchen verzichten
  • Alkohol- und Kaffeekonsum einschränken
  • auf salzarme Ernährung achten (unter 4 bis 6 Gramm/Tag)
  • viel Obst, Gemüse, Salat
  • Olivenöl statt tierischem Fett
  • häufiger Fisch auf den Tisch
  • Stress meiden

Bei der sekundären Hypertonie wird in erster Linie der Auslöser, d. h. die Grunderkrankung behandelt. Helfen oben erwähnte Allgemeinmaßnahmen nicht, wird eine medikamentöse Therapie notwendig. Dazu stehen dem Arzt hochwirksame Medikamenten wie Betablocker, Diuretikum (Wassertabletten) und ACE-Hemmer zur Verfügung.

Vorbeugende Maßnahmen wie Blutdruckkontrollen sowie Check-ups für Herz-Kreislauerkrankungen sollten regelmäßig erfolgen, auch wenn keine Beschwerden vorhanden sind!

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