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Geschrieben: 04. September, 2013 in Anti-Aging | Ganzheitlich Leben
 
 

Von Anti-Aging zu Well-Aging – worin liegt der Unterschied?

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Ab wann ist man alt? Gibt es eine medizinische Definition für Alter? Zählt das biologische Alter? Oder sind es bestimmte Verhaltensweisen, die einen alt aussehen lassen? Weltweit nimmt die durchschnittliche Lebenserwartung zu und in diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Wie kann man lange leben, ohne körperlich und geistig abzubauen. In anderen Worten, jeder strebt danach, gesund zu altern.

In den letzten Jahren ist der Begriff Anti-Aging aus den USA auch in Europa zu einem typischen modischen Lifestyle-Slogan geworden. Eigentlich ist der Begriff Anti-Aging unzutreffend und irreführend, denn in dem Wort „anti“ (lat. gegen) kommt zum Ausdruck, dass man etwas bekämpfen oder aufhalten muss, was schlecht ist. Und – jede „Anti“Haltung, jedes „Dagegen ankämpfen“ erfordert außerdem viel Kraft, die anderswo besser eingesetzt werden könnte. Ja, eigentlich ist der Begriff Anti-Aging lebensfeindlich. Ist es nicht paradox? Alle wollen alt werden, aber nicht alt aussehen!

Doch warum das Altern leugnen? Warum gelingt es uns immer weniger in Würde alt zu werden? Offensichtlich sind die Zeiten des „in Würde alt werden“ vorbei, denn heute lautet das Ziel, was kann man gegen das Altern tun. Das so häufig postulierte Anti-Aging ist, rein biologisch betrachtet, einfach ausgeschlossen, denn Altern ist ein natürlicher und irreversibler Prozess, der bereits schon mit der Befruchtung der Eizelle stattfindet und mit dem Tod endet.

Die Angebote an Anti-Aging Programmen und Anti-Aging Produkten unter dem Motto „Jung und schön bleiben“ sind unüberschaubar – ob kosmetische Operationen, Hormone, Faltenunterspritzungen oder Tiegelchen und Töpfchen. Ist nicht schon hinreichend bekannt, dass wir das Lebensglück nicht zwingen können, egal ob wir mehr oder weniger geliftelt oder gefältelt sind? Aber Anti-Aging ist ein wichtiger Faktor in der Beauty-, Wellness– und Fitnessszene geworden. Und das darf nicht verwundern, denn immerhin ist jeder zweite Deutsche über 40 Jahre.

In der letzten Zeit sucht man nach neuen Begriffen, die dem Alterungsprozess in seiner Bedeutung nahe kommen: Better-Aging, Health-Aging, Vorzeitige-Alterungs-Prävention oder Well-Aging. Warum nicht auch Pro-Aging? Drückt denn dieser Begriff nicht das aus, um das es eigentlich geht? Eine verlängerte Lebensspanne und mehr Lebensqualität beim Alterungsprozess – das sind die Ziele eines „gesunden Alterns“, denn das Altern an sich kann keiner aufhalten. Bei Well-Aging geht es nicht darum, das Altern zu stoppen, sondern gemeint ist damit in erster Linie, sich wohl zu fühlen – und zwar unabhängig vom tatsächlichen Alter. Erreicht werden kann dies durch eine aktive und bewusste Teilnahme am täglichen Leben und einer lebensbejahenden Einstellung.

Die Kunst des Well-Aging liegt darin, die Naturgesetzte, die in Zyklen ablaufen, zu verstehen und zu akzeptieren. Wir alle sind in den Kreislauf Geburt, Wachstum, Reife und Tod eingebunden. Unser Körper steht aber nicht nur unter äußeren Einflüssen, sondern auch unter dem Einfluss des Geistes. Es lohnt sich daher, den Alterungsprozess auch auf der geistig-seelischen Ebene zu betrachten und ihn zu beeinflussen, ohne dabei gegen die vorherrschenden Naturgesetze anzukämpfen.

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