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Geschrieben: 11. April, 2006 in Alzheimer
 
 

Alzheimer erkennen – je früher, desto besser

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Geburtstage werden vergessen, Dinge verlegt, gewohnte Spazierwege erscheinen fremd: Häufen sich derartige Vorfälle bei Senioren, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten. Leider vergehen häufig zu viele Jahre bis zur Diagnose Alzheimer. Denn früh erkannt, ist eine wirksame Behandlung möglich. Im „Herbst“ des Lebens lässt die Leistung des Gehirns allmählich nach. 

 

Dies ist nicht unbedingt beunruhigend – auch andere Organe büßen an Leistungsfähigkeit ein, wenn man älter wird. Fällt einem ab und zu mal der Name eines Bekannten nicht mehr ein oder ist der Schlüsselbund wieder einmal unauffindbar, deutet das noch nicht zwingend auf eine Erkrankung des Gehirns hin. Beobachtet man bei sich selbst oder bei Verwandten jedoch immer häufiger derartige Vorkommnisse und kommen zum Beispiel auch zeitliche und räumliche Orientierungsprobleme hinzu, sollte der Gang zum Haus- oder Facharzt (Neurologe, Psychiater, Gedächtnissprechstunde) nicht gescheut werden. Dabei gilt die Devise: Lieber einmal zuviel zum Arzt, als zu lange zu warten. Typisch für eine Alzheimer-Erkrankung sind zum einen stärker werdende Gedächtnisstörungen, besonders die Erinnerung an kurz zurück liegende Ereignisse und zum anderen Veränderungen im Verhalten wie Wut, schwere Aggressionen, Unruhe oder Misstrauen bis hin zu Wahnideen.

Mit Hilfe einfacher Tests und Fragen können geschulte Ärzte eine beginnende Alzheimer-Demenz von einem normalen altersgemäßen Nachlassen des Gedächtnisses unterscheiden. Damit sich der Arzt ein möglichst genaues Bild von der Situation machen kann, sollte der Betroffene möglichst von einem Angehörigen begleitet werden, um die Veränderungen möglichst genau schildern zu können.  Alzheimer ist kein Schicksal, in das sich Patient und Angehörige fügen müssen. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Insbesondere für das leichte und mittlere Krankheitsstadium gibt es wirksame Medikamente, die das Fortschreiten der Gedächtnisstörungen bremsen und so die Lebensqualität des Betroffenen und seines persönlichen Umfeldes länger erhalten können. Moderne Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Acetylcholinersterase-Hemmer wie z.B. der Schneeglöckchen-Wirkstoff Galantamin können im Anfangsstadium der Erkrankung sowohl Denkleistungen als auch das Erinnerungsvermögen aufrecht erhalten. Auch die Verhaltensstörungen können mit modernen Medikamenten positiv beeinflusst werden.

Einfache Tests zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit

Die Tests können auch von Angehörigen spielerisch mit dem „Betroffenen“ durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind für den Arzt sehr hilfreich:

Supermarktaufgabe:
Legen Sie eine Uhr bereit. Fragen Sie Ihren Angehörigen „Welche Dinge kann man im Supermarkt (alternativ: Baumarkt) kaufen? Bitte so viele Dinge wie möglich nennen. (Zeitvorgabe: 1 Minute)
Anzahl der genannten Begriffe: ____

Uhrentest:
Zeichnen Sie einen Kreis und sagen Sie Ihrem Angehörigen „Dies soll eine Uhr sein“. Bitten Sie ihn oder sie, in diese Uhr die fehlenden Ziffern zu schreiben und danach die Uhrzeit „ 10 nach 11“ einzuzeichnen.

Frühe Warnsignale und Gründe für ein Arztgespräch:

  • Schlechte Erinnerung an kurz zurück liegende Ereignisse/Dinge
  • Zunehmende Fehler bei Routineaufgaben
  • Veränderte Gespräche (weniger Beteiligung, häufiger Themenwechsel)
  • Orientierungsprobleme
  • Stimmungsschwankungen, Rückzug aus Bekanntenkreis
  • Unruhe, Feindseligkeit, Streitsucht

Weitere Informationen zum Thema Alzheimer Demenz gibt es im Internet unter: www.altern-in-wuerde.de. Gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlags können Sie eine Broschüre bestellen beim Deutschen Grünen Kreuz, Stichwort: Altersdemenz, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg.

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