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Geschrieben: 28. September, 2012 in Atemwege
 
 

Verschlucken – Fremdkörper im Mund- und Rachenraum

murmelnweb
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Fremdkörper in Mund- und Rachenraum können die Atmung behindern. Besonders gefährlich bei Bewusstlosen! Gerade Kleinkinder sind gefährdet. Diese nehmen heufig kleinere Gegenstände in den Mund und schlucken diese. In solchen fällen sollte man instinktiv das richtige machen und keine Kostbare zeit verstreichen lassen. Denn durch akuten Sauerstoffmangel können in kurzer Zeit erhebliche Schäden am Gehirn entstehen.

 

Maßnahmen:

  • Öffnen des Mundes: mit beiden Händen den Unterkiefer am Kieferwinkel fassen und mit den Daumen unterhalb der Unterlippe den Unterkiefer nach unten drücken. Die Wange zwischen die Zahnreihen schieben, damit sich der Mund nicht schließt.
  • Kopf zur Seite drehen und mit einem oder zwei Fingern die Mundhöhle säubern

Fremdkörper in der Speiseröhre

Von Kindern in den Mund genommene Fremdkörper oder größere Speisebrocken können in der Speisröhre stecken bleiben. Insbesondere scharfkantige, dünne oder spitze Gegenstände wie Fischgräten, Knochensplitter oder Nadeln können sich in die Speiseröhre bohren und Verletzungen hervorrufen. Atemstörung möglich!

Symptome:

  • drückender Schmerz,
  • Schluckbeschwerden
  • Würgereiz
  • plötzlicher starker Husten mit pfeifendem Atemgeräusch
  • Luftnot mit krampfhaften Atemversuchen
  • Blaufärbung im Gesicht
  • im schlimmsten Falle Atemstillstand

Maßnahmen:

  • Oberkörper herunterhängen lassen (z. B. über das Knie) und mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter klopfen
  • nach dem Hochhusten Fremdkörper entfernen
  • oder: mit dem Finger zum Erbrechen reizen
  • wenn diese Versuche scheitern, muss der Fremdkörper im Krankenhaus entfernt werden
  • bei Atemstillstand Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten

Fremdkörper in der Luftröhre

Man spricht von Verschlucken, wenn spitze oder harte Nahrungsbestandteile nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre gelangen.

Symptome

  • Husten
  • Würgereiz
  • krampfhafte Atemversuche mit pfeifendem Atemgeräusch
  • Gesicht läuft blaurot an
  • beim Verschlucken von größeren Fremdkörpern droht Erstickung

Maßnahmen:

  • mit der flachen Hand kräftig auf den Rücken klopfen, um Husten auszulösen. Kopf und Oberkörper nach unten hängen lassen (z. B. über Tisch oder Knie). Ein Kleinkind kann an den Füßen, mit dem Kopf nach unten, gehalten werden.
  • „Bauchdruckmethode“ anwenden: der Helfer umfasst von hinten den Verletzten, so dass die Hände oberhalb des Nabels zu liegen kommen. Mit einer plötzlichen Kraftausübung auf den Bauchraum wird der dadurch erzeugte Überdruck auf den Brustraum übertragen und der Fremdkörper wird aus der Luftröhre gepresst. Nur in lebensbedrohlichen Ausnahmesituationen zu verwenden, da Verletzungsgefahr besteht!
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