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Geschrieben: 05. September, 2013 in Aktuelles
 
 

Fieber in den Tropen oder Tropenfieber?

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Steigende Temperaturen nach dem Urlaub, doch leider nicht im Freien? Sollte hierzu kein besonderer Grund vorliegen, so ist der Gang zum Arzt eine sofortige Pflicht. Das meint auch Benjamin Mordmüller, stellvertretender Direktor des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen:“ Jeder, der nach einem Urlaub in den Tropen Fieber bekommt, sollte sofort zum Arzt gehen!“

Eine der möglichen Ursachen für Fieber nach einem Urlaub in den Tropen kann die durch einen Mückenstich übertragene Krankheit Malaria sein. Diese wird durch Plasmodien ausgelöst, Blutparasiten, die durch den oben erwähnten Mückenstich übertragen werden können.

Benjamin Mordmüller, stellvertretender Direkter des Instituts für Tropenmedizin am Universitätsklinikum Tübingen ist der Meinung, dass wirksame Medikamente schon bei den ersten Symptomen eingenommen werden sollten. „Der normale Hausarzt stuft Fieber aber vielleicht nicht als Notfall ein,“ so Mordmüller. Der Gang zu einem Spezialisten – Reisemediziner – sollte daher einer der Ersten sein. Bei diesen Spezialisten sollte unbedingt auf den vorangegangenen Urlaub hingewiesen werden – wo, wie lange – im Normalfall reicht für die Gewissheit ein einfacher Labortest. Laut Mordmüller ist eine weitere Sache aber ebenfalls von gleicher, wenn nicht sogar höherer Dringlichkeit: „Wer Präparate zur Malaria-Prophylaxe nimmt, muss diese auch nach der Reise noch eine Zeitlang weiter einnehmen. Sonst kann die Krankheit noch ausbrechen.“ Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind in den vergangenen Jahren zwischen 500 und 600 Malaria-Fälle pro Jahr bei deutschen Reiserückkehrern gemeldet worden. Todesfälle sind bei dieser Erkrankung selten, kommen aber leider immer wieder vor.

Kaum erkannt, aber ebenfalls gefährlich: Dengue-Fieber

Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf: „Die häufigsten Reisekrankheiten sind immer noch Durchfall, Sonnenbrand und Mückenstiche.“ Es ist dennoch wichtig, jedem Verdacht auf exotische Krankheiten nachzugehen. Die meisten Erreger sind Urlaubern gänzlich unbekannt. „Viel wahrscheinlicher als Malaria zu bekommen ist es zum Beispiel, an Dengue-Fieber zu erkranken“, sagt Jelinek.

Diese Viruserkrankung wird auch von Mücken übertragen und löst Fieber aus. Dengue-Fieber ist in den Tropen besonders verbreitet, aber auch in den Südstaaten der USA. Dengue-Fieber verläuft häufig harmlos, kann aber auch teilweise sehr gefährlich werden. Knapp 500 Fälle wurden laut RKI im Jahr 2013 bisher von Rückkehrern gemeldet. Jedoch gehen Tropenmediziner davon aus, dass Dengue-Fieber nur selten erkannt wird. „Ich schätze, dass nur zehn Prozent der Fälle offiziell erfasst werden,“ sagt Jelinek.

Verzögerte Auswirkungen – Achten Sie auf Anzeichen!

Auch die Bilharziose finde noch zu wenig Beachtung. Die Parasiten werden beim Kontakt mit verseuchtem Süßwasser übertragen. Vorstufen von Würmern, Schistosomen, können dabei über die Haut in den Körper eindringen. Besonders tückisch: Reisende seien sich des Infektionsrisikos oft nicht bewusst. Zudem könnten die ersten Symptome noch lange nach der Infektion auftreten. „Wenn jemand Monate später blutigen Urin hat, führt er das dann nicht unbedingt auf das Bad im See in Malawi zurück“, sagt Jelinek. Auch der Befall mit anderen Würmern kann sich erst Monate später bemerkbar machen: durch Gewichtsverlust, Durchfall oder ständiges Bauchweh.

Nehmen Sie alle Symptome ernst!

Generell gilt: Bei Fieber, schweren Durchfällen und Hautsymptomen KANN eine Tropenkrankheit dahinter stecken. Sollten Sie eine Reise in Risikogebiete unternommen haben, so ist der Besuch bei einem Spezialisten eine ihrer ersten Pflichten im Krankheitsfall. Am Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin in Hamburg kommen zu jeder Jahreszeit Menschen, die Rat suchen im Bezug auf eine mögliche Erkrankung nach einer Tropenreise. In bis zu 20 Prozent der Fälle wird auch tatsächlich eine Tropenkrankheit festgestellt. Oft sind es aber auch „banale“ Ursachen, wie eine Erkältung nach einem Aufenthalt in einem klimatisiertem Gebäude in Kombination mit schwül-heißer Tropenluft.

Vorsorge ist das A und O

Jeder kann und sollte sich vor seiner Abreise in Instituten wie dem BNI beraten lassen, um das Risiko einer Infektion bzw. einer schweren Erkrankung zu minimieren. Es gibt wirksame Medikamente, jedoch sollte man sich genau informieren, welches für die jeweilige Reise am besten geeignet ist.

 

 

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